Marokko über den Jahreswechsel 2019-2020

18.12.2019 bis 12.01.2020

 

Allg. Reiseinfos:

Fahrzeug: Toyota Landcruiser PZJ 75

Gefahrene km: ca. 8.600

 

Anreise:

Tuttlingen, Lyon, St. Etienne, Mende, Béziers, Barcelona, Valencia, Almeria.

Überfahrt mit der Fähre: Almeria - Melilla.143 €, VIP Ticket, 1 Person + Fahrzeug

 

Rückreise:

Tanger Med - Algeciras. Ca. 125 €, 1 Person + Fahrzeug. Ticket in Marokko gekauft. Hier etwas teurer als in Spanien.

Autobahngebühren gesamt ca. 136 €, meist Kategorie 2.

Durch Spanien, bis auf die Strecke franz. Grenze bis Barcelona, mautfrei. Überwiegend A 7 und N 340.

 

Dieselverbrauch durchschn. 11,9 L/100 km

Dieselpreise pro Liter:

Frankreich: € ca. 1,47 (Supermärkte) In Frankreich nicht getankt, da teurer als in D und ES.

 

Spanien: Zwischen 1,13 € und 1,32 €.

 

Marokko: Durchschnitt ca. 0,9 €

 


Einreise: Melilla-Nador:
Keine Zollpapiere mehr selbst ausfüllen. Die Fahrzeugdaten werden nun gleich vom Zoll erfasst. Eine kleine, mit einem QR Code versehene Karte, wird ausgehändigt. Benötigt man bei der Ausreise wieder. Keine lästigen Schlepper mehr.

 

Ausreise: Tanger Med - Algeciras:
In Tanger Med ca. 10 Minuten. Keine Fahrzeugkontrolle. Wartezeit beim Röntgen ca. 5 Minuten

 

Einreise Spanien:

Ca. 30 Minuten.

 

Wetter in Marokko:

In den 2,5 Wochen Aufenthalt im Land nur Sonnenschein.

Im Norden, teilweise nachts Frost. Tagsüber ca. 15 – 20 Grad

Im Süden, kühle Nächte, tagsüber ca. 20 Grad. Im Erg Chegaga auch frostige Nächte.

 

Übernachtungen:

1 Übernachtung auf einem Stellplatz

1 Übernachtung im Hotel Le Patio du Lac bei Sabine

Sonst freie Übernachtungen oder bei den besuchten Familien


Reiseliteratur:

Marokko, Reise Know How.


Kommunikation:

SIM Karte Maroc Telecom für das Handy.  Ca. 8 Euro inkl. 2 Euro zum telefonieren. 5 Euro für das Internet. Das Datenvolumen reichte mir aus. Sehr gute Netzabdeckung.


Navigation:

MARCO POLO Marokko 1: 800.00,
Reise Know How: 1: 1.000.000
Garmin 278, mit Topo Marokko

Osmand Marokko, Offline Navigation. Hatte ich auf das Smartphone geladen. Kostenlose App. Gegenüber dem Garmin 278 ist die Straßennavigation jedoch sehr gut.
 

 

Gerne wäre ich diesmal mit meinem Mammut, Land Rover Defender 130, in mein geliebtes Marokko gefahren.

Auch wegen Platzangebot für die viele Kleidung und anderen Dingen, die auf ihre Empfänger warteten.

Leider ist mir bei einem Check etwas passiert, was zur Fahrtuntüchtigkeit des Mammuts führte.

 

Das Zebra freute sich auf diese Tour.

Stundenlang wurde die Taxe beladen. Jede freie Ecke in der Wohnung, die Kanisterhalterungen und das Dach wurden genutzt, um alles unterzubringen. Dennoch musste ich von der gespendeten Kleidung einen Teil im Ländle lassen. Die Bewegungsfreiheit im mobilen Appartement war in den nächsten Tagen doch sehr eingeschränkt. Vorne im Arbeitszimmer jedoch nicht.

Auch die 45 Liter Kühlbox wurde als Stauraum genutzt.

Verhungern tut Mann ja nicht unterwegs. Als Notration hatte ich noch 5 Dosen Echt Hällische Wurstspezialitäten und 2 Dosen Sardinen dabei. 1 Flasche Hustensaft (Ramazzotti) und 6 Flaschen Wein. Mit 8 Flaschen Wein an Bord und 4 Dosen Wurst kam ich wieder zurück. Auch vom Hustensaft wurde nichts eingenommen.

 

Am 18.12. 2019 konnte ich das Büro etwas früher verlassen. Also noch genügend Zeit, sich von meinem Schatz, der noch arbeitete, zu verabschieden.

Schade, dass es Anni zeitlich nicht reichte, mit nach Marokko zu kommen, bzw. nachzureisen.

 

Gegen 18 Uhr schlich ich los.

Über den Hochschwarzwald nach Freiburg, weiter auf der Autobahn über Muhlhouse nach Besançon. Von hieraus wollte ich auf Nationalstraßen in Richtung Lyon fahren. Wegen dichtem Nebel bin ich jedoch auf der Autobahn geblieben.

 

Auf dem Rasthof Jura zog ich gegen 23 Uhr die Handbremse. 

Das Schlafzimmer im Dachgeschoß war wegen der vielen Kleidung nicht nutzbar. Im Erdgeschoß musste ich erst einmal eine größere Umräumaktion starten, um wegsegeln zu können.

Geschlafen hatte ich sehr gut. Der Schalter zur Aktivierung der Standheizung war in Reichweite. Nach 10 Minuten war die Wohlfühltemperatur erreicht. Ins Schwitzen kam ich dennoch, nachdem ich wieder alles umgeräumt hatte.

Nun hatte ich genügend Platz im Badezimmer und in der Küche.

Die Tagesration Kaffee wurde auch gleich zubereitet. Das Frühstück fiel etwas spärlich aus. Einige Madeleines und ein deutsches Croissant vom Vortag sedierten meinen Magen.

Das Zebra wurde mit einem kurzen Stromstoß aus seinem Schlaf gerissen und musste auch gleich wieder arbeiten. Sein Futter reichte noch bis Spanien. Meines nicht.

 

Auf der Autobahn ging es weiter nach Lyon.

Rhone.

Von hier mautfrei weiter nach St. Etienne - Le Puy-en-Velay bis nach Mende zur mautfreien A 75 bis Béziers. Es regnete nicht. Dennoch war das Wetter sehr durchwachsen und oft nebelig.

 

Viaduc de Millau.

Unterwegs überfiel ich noch einen Supermarché und deckte mich mit leckeren Dingen ein.

Barcelona durchquerte ich wieder sehr schnell. Auf der A7 /N340 ging es mautfrei weiter nach Tarragona.

So zwischendurch.

Nach ca. 1.000 km entspannter Fahrt übernachtete ich direkt am Meer in der Nähe von Vinaros. Es stürmte sehr heftig. Dank OME schwer hielt sich das Geschauckle in Grenzen. Gegen 23.30 Uhr bin ich nach der obligatorischen Umräumaktion schnell eingeschlafen.

 

Auf die Aktivierung der Standheizung verzichtete ich am frühen Morgen. Die Außentemperatur war sehr angenehm. Der anhaltende stark böige Wind jedoch nicht. Die Gischt der Wellen erreichte auch das Zebra. Das Öffnen der Türen erforderte einigen Kraftaufwand.

Meinen zweiten Kaffee und das Frühstück nahm ich in einem nahegelegenen großen Supermarkt ein. Hier füllte ich auch das erste Mal nach der Abfahrt im Ländle den Magen des Zebras.

 

Mein heutiges Ziel war der Hafen von Almeria.

Unterwegs überlegte ich mir oft, ob ich wegen des starken Windes auf die 6 Stunden Fährüberfahrt nach Melilla verzichten soll. Über Algeciras nach Tanger überzusetzen und dann bis zu den ersten Familien zu fahren würde einen Umweg von über 800 km und 2 verlorene Urlaubstage bedeuten.

 

Gegen 17.30 Uhr erreichte ich Almeria.

Am Hafen war nicht viel los.

Mir wurde ein VIP Ticket für € 143 angeboten. Dies beinhaltete einen Schlafsessel in der Ersten Klasse, einen Snack mit Getränk und am Morgen ein kleines Frühstück. Ich buchte diese Passage, mit dem Gedanken, dass es mir die nächsten Tage nicht so gut gehen würde. Um 24 Uhr sollte die Fähre nach Melilla ablegen.

 

Die Windböen erreichten am Hafen eine Stärke von fast 100 km/h.

Vom Parkplatz aus bin ich noch in die Innenstadt gelaufen, um einige sehr wichtige Dinge, wie Bier und Wein, einzukaufen. Selbst der schöne Weihnachtsmarkt war aufgrund des Sturmes geschlossen.

Die Fähre war nur zu ca. 50% belegt.

Im Fahrzeug schlafen wollte ich diesmal nicht. Bewaffnet mit einigen Spucktütchen und einer Decke unter dem rechten Arm machte ich es mir im 4. OG auf einem der Schlafsessel gemütlich. Gegen 1.30 Uhr legte die Fähre ab. Entgegen meiner schlimmsten Befürchtungen konnte ich etwas schlafen. Vom Sessel heruntergefallen bin ich nicht. Und keine der Tüten wurde gefüllt. Dennoch hätte ich gerne auf diese unerquickliche Überfahrt verzichtet.

 

Gegen 8:00 Uhr legte die Fähre bei Windstille in Melilla an.

Die Grenze nach Nador war noch geschlossen. Mit viel Huperei wurden die marokkanischen Zöllner auf die Grenzöffnung aufmerksam gemacht.

Entgegen der letzten Jahre lief alles disziplinierter ab. Auch aus dem Fahrzeug musste man nicht mehr aussteigen. Die Passkontrolle und die Eintragung des Fahrzeuges erfolgten direkt an den Schaltern.

Dennoch wollte sich ein Zöllner meine mobile ETW etwas näher anschauen. Er wollte wissen, was in den vielen Säcken auf dem Dach, in den beiden Boxen in den Kanisterhalterungen sowie in den Taschen und Säcken im Appartement enthalten ist. Alles Kleidung und Cadeaux für die vielen Familien, die ich besuchen werde, erwiderte ich.

 

Der auf beiden vorderen Türen aufgeklebte Schriftzug “Freundschaft zwischen den Völkern“ in arabischer Schrift gefiel ihm. Er fragte, ob er ein Selfi von uns Beiden mit dem Schriftzug machen dürfe.

Wir hatten uns noch über Marokko und seine Familie, die in der Nähe von Oujda wohnt, unterhalten.

 

Nach 2,5 Stunden fuhr ich aus dem Zollgelände. Ich war in meinem geliebten Land angekommen.

Am südlichen Stadtrand von Nador deckte ich mich noch mit Lebensmitteln ein. Auch das Zebra benötigte wieder Nahrung.

In einem kleinen Maroc Telekom Shop kaufte ich eine SIM Karte. Ich hatte Glück. Eine Marokkanerin war auch im Shop anwesend. Sie sprach fließend Deutsch und half mir bei dem Kauf und der Einrichtung des Smartphones. 

 

Die SIM Karte kostete 80 DH. Darin enthalten ein Guthaben von 20 DH zum Telefonieren und 50 DH für das Internet. Das aufgeladene Guthaben reichte mir den gesamten Urlaub und ich war fast täglich im Internet unterwegs.

 

Ich genoss meine Ankunft sehr und machte mich auf den Weg nach Missour zu Hayat.

 

Das letzte lselbst gemachte Nusseckle von Lou, der Tochter von meinem Schatz, wurde in Marokko verhaftet. Vielen Dank Lou.

Wie so oft nahm ich auch wieder einige Anhalter und Anhalterinnen mit.

 

Für Hayat hatte ich sehr viel Kinderkleidung dabei. Hayat gibt diese an die wirklich Bedürftigen weiter.

 

Ihr Vater, ihr Mann und ihre beiden Söhne waren im Haus. Es war schön, alle wieder zu sehen. Es gab Tee, Msemen und viele andere Köstlichkeiten.

Mit Moustapha, Hayats Mann, habe ich noch eine Runde in der Stadt gedreht, seinen Vater in seinem Geschäft besucht und in einem Cafe noch einen Boxkampf im TV angeschaut.

Im Haus angekommen wurde vor Mitternacht noch eine leckere Harira geschlürft.   

Geschlafen hatte ich einem der Salons.

 

Nach dem Frühstück habe ich Hayat viel Kinderkleidung und einige Geschenke überreicht.

Anschließend bin ich zusammen mit Mustapha, seinem Vater und einem Verwandten auf schönen Pisten zu ihren großen Gemüsefeldern und Gärten, weit außerhalb von Missour, gefahren. 

Pisten ziehen mit dem Traktor.

Es war wieder spannend, alles zu sehen.

Ein weiteres riesiges Wasserbecken wurde errichtet.

Die Wasserpumpen werden nun mit Solarenergie betrieben. Mittelfristig sollen die Pflanzen und die Olivengärten mittels Tröpfchenbewässerung mit Wasser versorgt werden. Die Brunnen sind bis zu 17 m tief.

Nach dem gemeinsamen Essen am Nachmittag, einer Linsensuppe, verabschiedete ich mich.

Ich fuhr weiter auf Pisten, vorbei an vielen Kamelen, bis in die 25 km entfernte Provinzstadt Outat-El-Haj.

In einer Patisserie kaufte ich für die Familien einige Leckereien ein.

 

Ich war positiv überrascht, wie ordentlich und sauber die Stadt plötzlich war. Die Stadtverwaltung hat wohl einen neuen Leiter. 

 

Nach ca. 20 km erreichte ich das Dorf Tassa. Hier wurde ich bereits erwartet.

Oued Moulouya

Ankunft bei der Familie.

Mein Nachtlager für dienächsten Tage.

Es war wieder sehr schön bei den Familien zu sein und deren entschleunigtes Leben mit genießen zu dürfen.

Sfa, eine Süßspeise.

 

Es war auch wieder Olivenernte. Hier half ich ab und zu auch mit. 

Pause.

Mit SiMo, Rahou und Ali Mohamed bin ich am nächsten Tag auf den großen Souk nach Outat gefahren. Einige andere Dinge wurden in der Stadt auch noch erledigt.

 

Jihan, mein marokkanisches Sternchen, ist bereits 15 Jahre jung. Leider geht sie nun nicht mehr weiter in die Schule. Mir wurden unterschiedliche Gründe genannt. Nun bleibt Jihan zu Hause, arbeitet im Haushalt und auf den Feldern der Familien mit, bis sie irgendwann heiratet oder verheiratet wird.

 

Drei herrliche entspannte Tage verbrachte ich wieder bei den Familien. Wie immer viel zu kurz. Ich würde gerne einige Wochen hier verbringen.

Nach dem  Abschied, und dem Versprechen, wieder zu kommen, machte ich mich auf dem Weg nach Khenifra zum nächsten Familienbesuch.

In Missour besuchte ich noch kurz Hayat im Krankenhaus, wo sie zwei Tage in der Woche arbeitet. Drei Tage arbeitet sie außerhalb von Missour und betreut dort eine Sozialstation.

 

In der Region Midelt waren die Berge mit Schnee bedeckt.

Ich entschloss mich, nicht über eine Piste direkt zu den Berberfrauen zu fahren, sondern auf der Nationalstraße zu bleiben. Diese Piste führt teilweise auf eine Höhe von 2.000 m und ist meist um diese Jahreszeit kaum befahrbar. Alleine wollte ich diese Fahrt nicht wagen.

In Khenifra traf ich am späten Nachmittag ein. In der Stadt kaufte ich noch viel Obst und Gemüse für die Familie.

In einem Hühnershop suchte ich mir ein lebendiges Huhn aus, dessen Leben jedoch schnell endete. Nach ca. 10 Minuten wurde mir das Huhn überreicht. Preis 35 DH.

Auch die Frauen warteten schon auf mich. Ich glaube sie kannten das Motorengeräusch schon. Eine neue Zufahrt führte zum Gehöft der Frauen. Die Freude war bei allen groß. Endlich bin ich wieder in meiner Wohlfühloase angekommen.

Das Gemüse und Obst wurden entladen. Etwas vom Huhn gab es als Tajine zum Abendessen.

Es war wieder mollig warm und gemütlich im Haus.

Bei der Arbeit.

 

Wir machten es uns auf Teppichen und Kissen bequem und genossen diesen Abend. Mit Händen und Füßen versuchte ich zu erklären, dass am nächsten Nachmittag noch Freunde von mir zu Besuch kommen werden. Die Frauen freuten sich.

Und wieder war ein anderer junger Hofhund auf dem Gehöft. Er war jedoch nicht so zutraulich. Der Nachbarhund kam auch zur Begrüßung vorbei und wartete bereits auf seine Portion Leckerlis.

 

Spät am Abend, der Himmel wieder sternenklar, bin ich schnell in meinem Appartement weggesegelt. Auch hatte ich endlich wieder viel Platz und konnte im OG schlafen.

Die Standheizung wurde am Morgen aktiviert.

Ich genoss das Frühstück zusammen mit den Frauen und den wunderschönen Vormittag.

 

 

 

Alex und Menni und Thomas und Christine trafen am frühen Nachmittag ein. Alle wurden herzlich begrüßt. Die Frauen freuten sich.

Ich war überrascht, wie sich Amra, die Hündin von Alex und Melli, hier einlebte. Katzen, Hühner, Hunde, Esel, Schafe und Ziegen störten sie nicht.

In Haus nahmen wir einen Begrüßungstee ein.

Wir alle genossen diesen schönen Nachmittag und Abend im Kreise der Frauen.  

Hassna ging mit unseren Reisepässen zur Polizeistation. Dann nochmals, um die Kennzeichen der Fahrzeuge mit anzugeben.

Wäscheservice. Shukran.

Geplant war, dass die Landy Besatzungen am nächsten Tag weiter fahren wollten. Allen gefiel es jedoch so gut bei den Frauen, dass ein Erholungstag auf dem Gehöft eingelegt wurde.

 

Es ist immer interessant zu erleben, mit welch einfachen Mitteln die Frauen ihren Alltag bewältigen. Strom und fließend Wasser sind nicht vorhanden.

Menni und Christine konnten sich am Brot backen üben und den Frauen beim Zubereiten der Speisen über die Schultern schauen.

Es wurde viel herumgealbert und gelacht, obwohl wir uns alle nicht mit den Frauen unterhalten konnten. 
 
Frühstück

Am Gehöft.

Färben der Schafswolle.

Menni kaufte noch einen, von den Frauen handgewebten, schönen Teppich.

Wir vereinbarten, dass wir am nächsten Tag zusammen nach Khenifra auf den großen Souk fahren werden.

Ist auch immer ein Vorteil, wenn am hier mit Einheimischen unterwegs ist.

 

Nach dem Frühstück starteten wir nach Khenifra.

 

Wir schlenderten lange über den großen traditionellen Souk und kauften einiges ein.

Auch das Mittagessen auf dem Souk war sehr lecker. Wir fielen als Touristen schon auf. Auch Amra zog viele neugierige Blicke auf sich.

Nach einem kurzen Einkauf in der Stadt trennten sich unsere Wege wieder. Wir vereinbarten, uns am 31.12. in Zagora wieder zu treffen.

 

Mit Fatima und Aicha fuhr ich wieder in das ca. 30 km entfernte Gehöft zurück und genoss den restlichen Tag im Kreise der 5 Frauen.

Leckere  Haria.

Auch diese schönen Tage haben ein Ende. Ich verabschiedete mich am nächsten Morgen nach dem Frühstück von den Frauen.

Sie überreichten mir als Geschenk einen großen, von ihnen handgewebten Teppich.

Fatima fuhr noch mit in die Stadt zum Haus am Stadtrand, das sich jedoch noch im Rohbau befindet. Immer wenn etwas Geld übrig ist, wird weiter gebaut.

Ich kaufte noch einiges in der Stadt ein und machte mich auf den Weg nach Marrakech.

Heute ist Sonntag und Frauentag. Ich beschloss, dass ich heute nur Anhalterinnen mitnehmen werde.

Die insgesamt ca. 15 Frauen und Kinder, die ich an diesem Tag mitgenommen hatte,  durften es sich im Arbeits- und Wohnzimmer gemütlich machen. Die Mandarinen und Kekse wurden gerne angenommen.

Meine Fahrgäste fühlten sich bei diesem Service sehr wohl. Zum Abschied gab es einige Handküsse und Gebete für mich. Alle waren begeistert von der Fahrt, die sie so schnell nicht vergessen werden. Hier kann ich immer wieder etwas für die Gastfreundschaft zurückgeben, die mir oft entgegengebracht wird. Auch der eine oder andere Kontakt ist hier schon entstanden.

Marrakech erreichte ich bei Sonnenuntergang. Es war Sonntag und entsprechend viel Verkehr, was eine hohe Konzentration erforderte.

Geplant hatte ich, Marion kurz zu besuchen, die in Marrakech lebt. Leider war die Kommunikation mittels fb etwas missverständlich. Marion schrieb, dass sie mit ihrer Freundin unterwegs sei. Ich interpretierte dies so, dass Marion nicht in Marrakech war.

 

Was nun? In Amzimiz, eine kleine Stadt ca. 40 km außerhalb von Marrakech, wollte ich am nächsten Tag auch noch eine Familie besuchen. Also fuhr ich weiter durch die überfüllte Stadt in diese Richtung.

Eine gründliche Körperreinigung war auch mal wieder fällig. In Lalla Takerkoust zog ich vor dem Hotel Patio du Lac die Handbremse. In diesem stilvollen und gemütlichen Hotel, direkt am Ufer des Stausees gelegen, hatte ich im Mai 2018 bereits einmal übernachtet.

Die Freude, Sabine, der dieses Hotel gehört, wiederzusehen war groß. Und ein Zimmer war auch noch frei. Ihre Mutter aus München war zu Besuch da.

Bei gutem Essen, köstlichem Rotwein und interessanten Gesprächen verbrachte ich einen sehr schönen Abend.

Ich genoss dieses Wohlfühlambiente, das große Zimmer und die heiße Dusche.

Nach dem gemeinsamen Frühstück verabschiedete ich mich von Sabine und ihrer Mutter und machte mich auf den Weg in das nahegelegene Amzimiz zum nächsten Familienbesuch.

Dies war jedoch ein spontaner Besuch. Diese Familie hatten Marion und mich im Mai 2018 zur Hausbesichtigung und anschließendem Tee eingeladen. Dafür wollte ich mich bedanken. Ich hatte einige Geschenke für die Familie mitgebracht.  Den Weg zum Haus hatte ich gut gefunden.

Auch hier war die Überraschung perfekt. Ich überreichte die Geschenke und Fotos vom letzten Besuch. Leider konnte ich mich mit den Anwesenden nicht unterhalten. Wie immer mit Händen und Füßen, was auch anstrengend sein kann.

Ich wurde “gezwungen“ noch etwas zu essen. Auch bis zum Mittagessen sollte ich bleiben. Mein Tagesziel war jedoch Zagora.

Ich verabschiedete mich und fuhr zurück nach Marrakech.

Der sehr nette Parkplatzwächter in Amizmiz. Durfte auch auf der Heckbox unterschreiben.

Von hier auf der N 9 über den Tizi n'Tichka Pass nach Ouarzazate.

Sehr viele größere Baustellen und minutenlange Ampelstopps bedeuteten eine unerwartet längere Fahrzeit. 

Von Steffi und Johannes erreichte mich eine Nachricht, dass sie von Zagora nach Ait Benhadou fahren. Also müssten wir uns doch fast begegnen. Und es klappte mit einem spontanen Treffen etwas nordöstlich von Ouarzazate.

 

In einem Restaurant schlürften wir einen Tee zusammen und freuten uns über dieses Meeting.

Es war bereits dunkel. Über 180 km müsste ich noch bis Zagora fahren. Nach ca. 70 km bog ich von der Nationalstraße auf einen Weg ab und zog die Handbremse. Eingeschlafen bin ich nach diesem langen Tag sehr schnell.

 

Ausschlafen konnte ich leider nicht. Um 6:50 Uhr hörte ich die Stimme des Muezzins.

Ich hatte neben einer kleinen Moschee geparkt, die etwas von Palmen verdeckt war. In der Dunkelheit einen Übernachtungsplatz zu finden ist halt immer wieder spannend.

Besonders am frühen Morgen bei Tageslicht zu sehen, wie die Umgebung ausschaut.

Nach einem schnellen Frühstück in der Morgensonne nahm ich noch 2 Männer bis vor zur Hauptstraße mit.

Gegen 10 Uhr erreichte ich Zagora. Hier traf ich Alex, Menni, Thomas und Christine wieder. Sie waren schon auf dem Weg in die Stadt. Wir verabredeten, uns gegen Mittag in Mhamid zu treffen.

Auf dem Campingplatz traf ich auch Heiko und seine Frau Irmela, die mit ihrem Buschtaxi seit 3 Wochen in Marokko unterwegs waren. Ich hatte mich gefreut, beide hier zu treffen.

Nach einem Schwätzle fuhr ich in die nahe gelegene Garage Sahara Zagora. Mit Abdul vereinbarte ich einen Servicetermin in 2 – 3 Tagen.

Leider hatte ich Burkhard und Kerstin mit ihren Begleitern nicht mehr in Zagora getroffen. Wir hatten uns um ca. 15 Minuten verpasst. Hatte mich so auf ein Treffen gefreut.

 

In einem Restaurant in Mhamid trafen wir uns dann alle zur gemeinsamen Tour durch den Erg Chegaga.

Für Heiko und Irmela war es die erste Wüstentour mit Ihrem Buschtaxi.

Nach einigen heftigen Diskussionen mit einem der Parkplatzwächter, der einen unverschämten Preis forderte, machten wir uns auf den Weg in den Erg Chegaga.

 

Unsere erste Aktivität war, etwas Luft aus den Reifen abzulassen.

Thomas und Christine waren die Navigatoren. Es sollten Pisten, die entlang der Algerischen Grenze führten, unter die Räder genommen werden.

 

Es machte wieder richtig Spaß, auf den steinigen und sandigen Pisten zu fahren. Meist war ich das letzte Fahrzeug im Minikonvoi und musste entsprechend viel Staub schlucken. Auch in der Wohnung fühlten sich die Billionen feinen Sandkörnchen sehr wohl.

Heiko musste sich an das Sandfahren und die Helferlein, die ihm sein Buschtaxi zur Verfügung stellt, erst gewöhnen.

Auch war mal schaufeln und bergen angesagt. Die beiden Landys mit ihren Seilwinden waren immer eine seht gute Hilfe.

Nach einigen Stopps schlugen wir am späten Nachmittag unser Nachtlager hinter einer windgeschützten kleinen Düne auf.

 

Ganz alleine waren wir hier nicht. Ein netter Kamelführer kam noch auf ein Schwätzchen vorbei.

Auf der höchsten Düne, die jedoch weit entfernt war, tummelten sich wohl sehr viele Touristen, um den herrlichen Sonnenuntergang zu genießen.

Wir genossen diesen schönen Platz und das Wüstenfeeling. Christine bereitete einen gustiösen Tee zu.

Den Sonnenuntergang auf einer Düne.

 

Auch die Fotografen kamen auf ihre Kosten.

Einige Luftbilder wurden auch aufgenommen.

 

Es ist der 31.12.2019. Ein wärmendes Feuerle wurde mit trockenem Holz aus dem Ländle entfacht und die Menus zubereitet.

Gemüseeintopf mit Rindfleisch und Spaghetti Bolognese. Als Beilagen Wasser, Bier, Weiß- und Rotwein. Um die Verdauung zu fördern schrien unsere Mägen nach dem gustiösen italienischen Grappa. Dem mussten wir natürlich nachkommen.

 

Gut in wärmender Kleidung eingepackt, genossen wir diesen Abend am offenen und Funken fliegenden Feuer.

Thomas wird diesen herrlichen Abend immer in Erinnerung behalten, wenn er seine Outdoorhose trägt .

Kurz nach Mitternacht wurde bei sternenklarem Himmel auf das Neue Jahr und den Geburtstag von Alex angestoßen. Sein neues bequemes Hösle gefiel ihm. Glaube er trug dieses bis zum Ende seines Urlaubes.

Die Nacht war kurz. Den Sonnenaufgang erlebten und genossen wir alle. Einge etwas früher. Andere etwas später.

Auch das Wüstenfeeling und das reichhaltige Frühstück.

 

Wie so oft weckten wir die Motoren gegen 10 Uhr.

Auf wunderschönen, teilweise anspruchsvolleren Pisten, schlichen wir durch den Erg Chegaga.

Natürlich mit einigen Pausen, Fotostopps und größeren Bergeaktionen unserer Buschtaxis, die im Wüstensand versunken sind. Vielen Dank an die Landybesatzungen für die Bergung, die Hilfe und eure Gelassenheit.

Bergeaktionen der Buschtaxis.

Das Zebra wühlte sich auch im Weicsand ein.

Und weiter gings.

Die Landschaft änderte ihr Gesicht. Wunderschöne Steppenlandschaften taten sich auf. Zeit diese auch zu genießen.

 

Wir schlugen unser Nachlager in der weitläufigen Steppe auf. Zeit, um wieder alle Sandbleche und das Bergematerial zu verstauen.

Der 130er von Alex machte mit Startproblemen auf sich aufmerksam. Die genaue Ursache konnten wir nicht finden.

Ich hatte vorgeschlagen, dass wir am nächsten Tag zurück nach Zagora in die Werkstatt fahren sollten. Ich musste ja dort hin, um einen Service durchführen zu lassen. Wurde jedoch dankend abgelehnt.

Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten, bekamen wir Besuch von zwei Soldaten. Einer in ziviler Kleidung, einer in Uniform. Wir mussten unsere Reisepässe zeigen, bzw. ein Fiché überreichen. Beide kamen aus einem entfernten Militärposten, den wir erst sahen, als uns diesen die beiden Soldaten zeigten. Nach einem kurzen Gespräch verabschiedeten sich beide und machten sich wieder auf den langen Fußweg zurück zu ihrem Arbeitsplatz.

Wie am Vorabend auch, machten wir es uns am Lagerfeuer bei klarem Sternenhimmel gemütlich und füllten unsere hungrigen Mägen mit fester und flüssiger Nahrung. Thomas schaute wieder auf seine beiden Brandlöcher an seiner Hose. In Zagora gibt es sicherlich einen guten Schneider.

Die Nacht war kühl. Am Morgen wurde wieder die Standheizung aktiviert. Nur so konnte ich mir es im Badezimmer gemütlich machen.

Es ist 10 Uhr. Der Landy von Alex war nicht mehr krank. Mit nach Zagora wollte keiner. 

Das Afrikafeeling wurde wieder geweckt.

 

Weitläufige Steppe mit Tafelbergen, Sand- und Steinpisten. Sogar einige Springböcke haben wir aus weiter Entfernung gesehen. Christine fand noch einige Fossilien.

Die Militärkontrollposten nahmen zu.

Gegen Mittag trennten sich leider unsere Wege.

Die Landybesatzungen fuhren weiter auf den Pisten entlang. Ihr Ziel war Guelmim. (Unterwegs mussten sie jedoch wieder in Richtung Tata fahren. Das Militär erlaubte die Weiterfahrt in der Grenzregion nicht. Dafür wird eine Genehmigung benötigt.)

 

Zusammen mit Heiko und Irmela bin ich auf der Piste in da 60 km weiter nördlich entfernte Foum Zguid gefahren.

Hier machten wir noch eine Pause in einem Restaurant. Beide bleiben in Foum Zguid.

Ich machte mich auf den Weg nach Zagora. Seit einigen Jahren ist diese Straße asphaltiert. Eine tolle Landschaft und ich hatte die Sonne im Rücken.

Ca. 10 km vor Zagora wurde ich von einem “Abfangjäger“ ausgebremst. Er hatte gleich die Werbung für seine Werkstatt in Zagora gemacht.

 

Ich wollte jedoch zu Abdul und seinem Bruder Mohamed in die Garage Sahara Zagora. Hier traf ich bei Dunkelheit gegen 18:30 Uhr ein. Gedanklich war ich dabei, mal auf einem CP zu übernachten und am nächsten Morgen zum Check zu kommen.

Nein, ich musste gleich auf die Grube fahren. Geplant war, alle Öle wechseln zu lassen. Motor und alle Getriebe.

Beim Check stellte es sich heraus, dass das rechte Birfieldachsgelenk undicht war. Einen Dichtungssatz hatte ich glücklicherweise dabei. Auch am Verteilergetriebe wurde ein Ölverlust festgestellt. Ein passender Simmerring war leider nicht aufzutreiben. Die vorderen Bremsbeläge wurden auch gleich gewechselt.

Abdul.

Die Jungs machten sich gleich an die Arbeit. Alle Öle und Filter gewechselt, und den Luftfilter ausgeblasen.

Diesen hatte ich vor der Abfahrt erst getauscht. Dann wurde das Achsgelenk neu abgedichtet. Ist eine sehr lange und aufwändige Arbeit.  Gegen 1:00 Uhr war dann Feierabend. Ich war positiv überrascht, wie professionell die Mechaniker arbeiten. Momo und Abdul, die beiden Besitzer sind auch bei Rallys dabei, um Fahrzeuge zu warten und zu reparieren.

Reparieren tun sie sie eigentlich alle Marken und Gewichtsklassen. Bauen auch zusätzliche Blattfedern ein.

 

Momo.

Autogrammstunde.

Wir saßen dann noch neben der Garage am wärmenden Feuer und freuten uns über den Feierabend.

Gegen 1:45 Uhr habe ich dann das Schlafzimmer aufgesucht.

Gegen 9 Uhr ging es weiter.

Ich hatte noch ein Anliegen. Die mechanische Seilwinde ließ sich seit einigen Jahren nicht mehr aktivieren. Damit wurden die Mechaniker noch nicht konfrontiert. Ein Spanier, der auch an seinem Toyota etwas ändern ließ, arbeitet bei Toyota und kannte die mechanische Seilwinde. Er erklärte Momo und Abdul die Funktionsweise.

Ergebnis war, dass sich die Eingangswelle nicht mehr bewegte.

Momo baute den Nebenantrieb aus und zerlegte das Getriebe. Er hatte es geschafft, die festgefressene Welle wieder gangbar zu machen. Fast 6 Stunden war er mit dieser Reparatur beschäftigt. Ich freute mich mit Momo über die gelungene Reparatur.

Ralf und Elke, die mit ihrem Unimog auch in Marokko unterwegs waren, kamen noch auf einen Kurzbesuch an der Werkstatt vorbei. Leider hatte es zeitlich nicht gereicht, einen gemütlichen Abend zusammen zu verbringen.

Zusätzliches Federblatt für einen Ford Ranger.

Abschließend wurde noch der Unterboden gewaschen, ein Schmierdienst durchgeführt.

Ich bedankte mich bei Momo, Abdul und ihrem Team für den perfekten Service und die Flexibilität.

Wir schlürften noch zusammen einen Cafe Noir, bevor ich mich auf den Weg in Richtung Atlantikküste machte.

Schnell wurde es wieder dunkel.

Zwischen Foum Zguid und Taznakht tankte ich noch. Und wieder ein längeres Gespräch mit dem jungen und sehr höflichen Tankwart, der gut englisch sprach. Ich überreichte ihm einen Edding Stift und bat ihn auf der Heckbox zu unterschreiben. Er war ganz stolz. Eine Tafel Schokolade war sein Trinkgeld.

Ca. 10 km weiter zog ich neben der Straße die Handbremse.

Weiterfahren wollte ich nicht mehr. Auch ist diese Strecke landschaftlich sehr schön. Ich wollte diese bei Tageslicht genießen.

Kurz nach Sonnenaufgang verließ ich mein Schlafzimmer im OG und machte ich mich auf den Weg ins Badzimmer und in die Küche.

Es war noch sehr frisch und schattig. Ich  fuhr noch einige hundert Meter weiter, um mein Frühstück in der wärmenden Morgensonne einzunehmen.

Gut gesättigt schlich ich durch tolle Landschaften weiter nach Taznakht.

Im lebhaften Taznakht machte ich noch einen Stopp und drehte eine Runde im Städtle.

Auf der N 10 ging es weiter in Richtung Westen.

Unterwegs sah ich plötzlich, wie ein Hirte versuchte, eine seiner Ziegen, die kopfüber an einem Arganbaum hing, zu befreien. Ich stoppte und half ihm, seine schöne Ziege zu befreien.

Es war Mittagszeit. Mein Magen meldete dem Gehirn, dass er gefüllt werden wollte. Ein Hungergefühl stellte sich plötzlich ein. In der kleinen Provinzstadt Aoulouz stoppte ich vor dem Restaurant von Abdul. Hier hatten Anni und ich vor einem Jahr gegessen und neben dem Restaurant auch gleich übernachtet und noch gefrühstückt.

Abdul erkannte mich und das Zebra gleich wieder. Er besitzt noch eine größere Orangenplantage mit Landhaus in der Nähe von Taroudannt und ein größeres Hotel in Agadir.

Das Essen war wieder sehr gut.

Abdul führte mich noch durch sein Haus.

Es ist immer wieder spannend, was man hier alles zu sehen bekommt.

 

Die beiden großen Salons werden nur für feierliche Anlässe und Geschäftsabschlüsse genutzt.

Er informierte mich auch über die aktuellen Preise für das Arganöl, das ich noch kaufen wollte.

Abdul wollte mir den Schlüssel für sein Landhaus geben. Hier könnte ich übernachten und den Schlüssel wieder in seinem Hotel in Agadir abgeben. Ja, mehr Zeit sollte Mann haben. Ich lehnte dankend ab und versprach, ihn wieder zu besuchen.

 

Westlich von Taroudannt bin ich dann auf eine kleinere Straße abgebogen. Ich wollte noch die Landybesatzungen besuchen, die in der Nähe von Tiznit am Atlantik ihr Lager aufgeschlagen hatten.

Nach einigen Anläufen auf verschiedenen Pisten und bei Dunkelheit erreichte ich ihren Stellplatz direkt am Atlantik. Ein Fischer versorgte sie am Abend mit frisch gefangenem Fisch.

Es gab wieder viel zu erzählen. In Zagora waren sie nicht mehr. Meine letzten Bierdosen wurden verhaftet. Wein und andere wärmende Getränke standen auch noch zum Verzehr bereit.

Ich schlief mit dem rauschenden Atlantik schnell ein.

 

Es begrüßten uns wieder viele freilaufende Hunde am frühen Morgen. Alles liebe und zutrauliche Hunde. Einige Schmuser waren auch dabei.

Wir genossen diesen schönen Platz am Meer. Das Ergebnis des morgendlichen Meetings war, dass wir zusammen nach Essaouira fahren werden, um am nächsten Tag die schöne Stadt zu besichtigen.

Alex füllte noch kurz den fast platten rechten Vorderreifen auf, bevor wir der Piste entlang des Atlantiks bis zum Massa Nationalparks schlichen.

Eine Waldrappe.

Oued Massa

Auf dem Camping La Dune, am Massa Nationalpark, machten wir einen kurzen Stopp. Hier trafen wir Elke und Günter, die auch in Marokko unterwegs waren.

Es war schön, die beiden Gelbfüssler zu treffen. Nach einem Schwätzle ging es dann weiter über Agadir, unterbrochen von einige Stopps und Arganöl Shopping in Richtung Essaouira.

Ca. 30 km südlich schlugen wir bei Sonnenuntergang unser Nachtlager zwischen den Büschen am Atlantik auf.

Christine und Melli zauberten einen leckeren Eintopf, der restlos verhaftet wurde.

Wir machten es uns noch am wärmenden Feuer gemütlich und genossen diesen schönen Abend bei ein paar Gläschen Vin Blanc und Rouge. Auch ein Absackerle durfte nicht fehlen.

Mit der Morgensonne sind wir aus den Bettchen gekrochen und freuten uns über den herrlichen Atlantikblick. Hier schmeckte das Frühstück gleich besser.

Und wieder war der vordere rechte Reifen fast platt. Irgendwo muss da ein kleines Löchle sein. Also wieder rüber zu Alex und vom Landy Luft getankt.  

In Essaouira fanden wir am Morgen gleich einen Parkplatz, nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt. Thomas und Christine kannte diese Stadt noch nicht. Alex und Menni waren nur mal kurz hier.

Die Kameras und die Objektive wurden eingepackt. Zuerst machten wir uns auf den Weg zum Hafen.

Hier herrschte bereits ein lebhaftes Treiben. Dennoch konnten wir alles in Ruhe anschauen, beobachten und genießen. Hier könnte ich den ganzen Tag verbringen.

Im Zentrum schlenderten wir durch die vielen Gassen. Melli und Christine kauften einige schöne Dinge ein. Dies erforderte entsprechend  Zeit und Geduld. Gelohnt hatten sich die Einkäufe. Die Rucksäcke und Taschen waren prall gefüllt. Die Geldbeutel leer.

Auf dem Rückweg zu den Fahrzeugen holten wir noch unsere vielen Lampen im Geschäft ab.

Voll bepackt erreichten wir die mobilen Appartements. Es ist immer wieder spannend, ein noch freies Eckle in den Wohnungen zu finden, um alles zu verstauen.

 

Am späten Nachmittag fuhren wir in Richtung Norden weiter. Lange fahren wollten wir nicht mehr. Vor Sonnenuntergang fanden wir etwas abseits der Hauptstraße direkt am Atlantik einen Lagerplatz.

Wir richteten uns häuslich ein. Da wir bereits in Essaouira gegessen hatten, blieb die Küche kalt. Wurst, Essiggürkle und Käse waren angesagt.

Einige sehr aufdringliche und bettelnde Kinder nervten uns. Amra hielt diese jedoch auf Distanz. Einer der Jungen warf Steine auf Amra. Alex verfolgte dann die Mädchen und Jungs fast bis zur Straße hoch.

Nun hatten wir Ruhe, die leider nur kurz andauerte. Vom nahegelegen Marineposten kamen 2 Männer. Sie meinten, dass hier zu übernachten zu gefährlich sei. Tagsüber wäre es kein Problem hier zu stehen. Nachts schon.

Beide meinten, dass es unsere Entscheidung sei, hier zu übernachten oder in die nahegelegene Ortschaft  auf einen Womo Stellplatz zu fahren.

 

Wir räumten wieder alles zusammen und fuhren die 6 km bis zum Stellplatz direkt in Strandnähe. Hier standen bereits einige Joghurtbecher mit ausgeklappten Sat Schüsseln.

Gegen eine Gebühr konnte man eine Toilette benutzen. Empfangen wurden wir von einigen freilaufenden Hunden. Auch alle sehr zutraulich und lieb.

 

Schlecht war dieser Platz nicht. Wir machten es uns gemütlich und freuten uns über das Erlebte an diesem Tag.

Unser Tagesziel war weiter gen Norden in Richtung Fähre zu fahren. Wir genossen unser Frühstück und den Meerblick.

Dann war allgemeiner Fahrzeugcheck angesagt. Der letzte in Marokko. Ich kontrollierte auch den Ölstand im Verteilergetriebe. War jedoch noch ok, obwohl sich immer ein kleiner Ölfleck am Boden zeigte.

Alex füllte wieder den heute richtig platten Vorderreifen auf.

Gemeinsam fuhren wir noch bis nach El Jadida. Hier trennten sich wieder unsere Wege. Ich hatte noch Termine in Salé und Rabat. Die Landybesatzungen wollten weiter bis nach Moulay Bouselham fahren.

Auf einem Autobahnrasthof verabschiedeten wir uns. Dieser Abschied fiel mir sehr schwer. Waren es doch wunderschöne und erlebnisreiche Tage, die wir zusammen in Marokko verbracht hatten. Zurück nach Zagora wollten sie auch nicht mehr.

 

Meine erste Anlaufstelle war eine Reifenreparaturwerkstatt. Gleich ca. 1 km nach der Autobahnausfahrt setzte ich den Blinker. Eine kleine etwas schmuddelige Werkstatt. Hier werden auch LKW Reifen geflickt. Dann muss es ja auch kein Problem sein, meine löchrige Walze zu reparieren.

Der Inhaber saß auf einem kleinen Hocker in der Werkstatt und bereitete sein Gras zu. Ich durfte auch mal daran riechen.

Einer seiner Arbeiter prüfte den Reifen in einem Wasserbad. Schnell wurde das kleine Loch, mittig in der Lauffläche, gefunden.

Dennoch nahm er den Reifen von der Felge und applizierte einen Bäbber. Die anschließende Kontrolle im Wasserbad war positiv. Alles wieder dicht.

Der Chef lud mich zu einer gemeinsamen Rauchpause ein, welche ich dankend ablehnte. Ich musste ja noch fahren. Nachdem ich 3 Euro bezahlt hatte verabschiedete ich mich von den netten Jungs und machte mich auf den Weg zu Ghizlane und ihrer Familie nach Salé.

Unterwegs kaufte ich noch ein Ticket für die Überfahrt Tanger Med nach Algeciras.

 

In der Nähe des Flughafens holte mich Ghizlane mit ihrem Auto ab. Ich folgte ihr bis zur Wohnung. Sie lebt dort zusammen mit ihren Eltern. Eine ihrer Schwestern mit ihren beiden kleinen Kindern war auch zu Besuch da.

Die Wiedersehensfreude war groß. Ghizlane spricht gut englisch und übersetzte entsprechend. Es wurde Tee und eine Süßspeise serviert. Ich war schon satt, als noch eine Tajine und eine Harira  serviert werden sollte. Erreicht hatte ich, dass es doch nur noch die leckere Suppe gab.

 

Schön war wieder, sich in einem großen Badezimmer aufzuhalten. Im Salon wurde mein Bettle gerichtet.

Ich hatte sehr gut geschlafen, genoss lange das Badezimmer. Auch die europäische Toilette.

 

Nach dem Frühstück verabschiedete ich mich. Wilfried, der mit seiner Frau Monika in Rabat lebt und arbeitet, hatte mir eine Werkstatt in Rabat empfohlen. Hier wollte ich nach dem undichten Verteilergetriebe schauen lassen. Der Inhaber ist ein Deutscher, der seit über 30 Jahren in Rabat lebt. Repariert werden alle Marken. Auch einfache Diagnosesysteme sind vorhanden.

Ich zeigte ihm die mögliche defekte Stelle. Wellenantrieb, der in das Verteilergetriebe führt. Das Getriebe wurde mit dem Dampfstrahler gereinigt und anschließend kurz eine Runde gedreht.  Ich dachte, sie haben die Undichtigkeit gefunden und machte einen Spaziergang entlang des Atlantiks.

Made in Germany by Krupp.

Zeit um das Reistagebuch zu aktualisieren.

Als ich zurückgekommen bin, war die Kardanwelle demontiert.

Der Mechaniker meinte, dass hier der Simmerring zum Verteilergetriebe ersetzt werden müsste. Ich war etwas überrascht, weil das Öl immer oberhalb der Kardanwelle herunter lief. Der Ölstand im Verteilergetriebe war angeblich auch ok.  Es dauerte seine Zeit, bis ein passender Simmerring organisiert wurde.

 

Ich fühlte mich nicht wohl an diesem Tag. Hatte keinen Appetit. Selbst leckere Dinge, die ich sonst gerne verhaftete, machten mich nicht an.

Am späten Nachmittag bin ich noch kurz durch die schöne Medina in Rabat geschlendert, bevor ich mich auf den Weg zu Wilfried und Monika machte.

Das Abendessen wartete schon.

Ich freute mich, beide wieder zu sehen. Und Carlos, ihr Hund, war richtig zutraulich. Vor einem Jahr hätte er mich noch gefressen.

Monika zauberte ein tolles Essen.

Seit vielen Jahren habe ich mal wieder einen Kartoffelbrei genossen. Es gab viel zu erzählen und zu lachen.

 

Leider musste ich mich etwas früher als sonst in mein Appartement zurückziehen. Wie bereits schon den ganzen Tag fühlte ich mich nicht wohl.

Mein Magen wohl auch nicht. Er wollte das leckere Essen und die Getränke nicht behalten und gab diese Info an die entsprechenden Stellen in meinem Körper weiter. Drei Tüten habe ich in dieser Nacht gefüllt.

 

Ich verabschiedete mich am Morgen von Wilfried, der zur Arbeit musste. Monika bereitete mir noch einen Tee zu. Schade, dass der letze Abend so jäh endete.

Auch von Monika und Carlos verabschiedete ich mich. Ziel war heute der Hafen Tanger Med bzw. Spanien.

 

Unter dem Verteilergetriebe hatte sich eine größere Öllache gebildet, als sonst. Also täglich beobachten und den Ölstand kontrollieren war angesagt.

Mir war richtig übel. Fieber hatte ich auch und hatte noch den langen Heimweg vor mir.

 

Zu ersten Mal nach fast 20 Jahren freute ich mich über das Porta Potti. Alle 2 Stunden musste ich dies benutzen. Mein Darm und mein Magen waren völlig leer. Nur mit viel Wasser und Tee und Ruhepausen habe ich diesen Tag überstanden. Selbst ein Zigarettle habe ich den ganzen Tag ignoriert.

Mit einigen Zwangspausen und Gesundheitsschläfchen schaffte ich es bis zum Hafen.

 

Ich wollte die Fähre um 15 Uhr erreichen, was jedoch nicht möglich war. Gegen 16 Uhr bin ich am Hafen eingeschlagen. Die Zollabfertigung ging recht flott. Und wieder das leidige Thema. Ob ich noch ein Fahrzeug in Marokko stehen habe. Ich machte deutlich, dass es dieses Fahrzeug ist, in dem ich gerade sitze. Zeit hatte ich noch für eine längere Pause und ein Schläfle.

 

Eine große Fähre legte an. Entsprechend lange dauerte die Überfahrt. Im Wohnzimmer legte auf die Couch und stellte den Wecker auf die ungefähre Ankunftszeit.

Nach ca. 2 Stunden legte die Fähre im Hafen von Algeciras an. Die Ausreise zog sich hin. Es waren nur 2 Fahrspuren geöffnet und die spanischen Zöllner kontrollierten viele Fahrzeuge und Personen. Ich wurde durch gewunken.

Bedingtdurch mein Unwohlsein fuhr ich noch bis in die Nähe von Marbella. Auf einen Parkplatz neben der A7 übernachtete ich.

Mein Körper verlangte nur nach heißem Tee. Kurz das Badezimmer aufgesucht und dann das Arbeitszimmer, den 3,5 Liter angeworfen und den Blinker nach links gesetzt. Natürlich mit Schulterblick wieder auf die A7 aufgefahren.

Die Route führte über Málaga, Granada, Murcia und Valencia bis in die Nähe von Vinaros. Hier traf ich gegen 21 Uhr ein und übernachtete direkt am Meer.

Gegessen hatte ich außer einigen staubtrockenen Keksen nichts.

 

Der Sonnenaufgang war herrlich. Die Temperaturen angenehm, mein Wohlbefinden nicht. Wieder kochte ich Tee.

Der Ölstandcheck am Verteilergetriebe war negativ. Ich musste Getriebeöl nachfüllen. Nur wie. Einen  Liter Öl hatte ich dabei. Jedoch keinen Schlauch zum Einfüllen.

 

Es war Samstag. In Vinaros sah ich einen Toyota Händler. Das Büro war geschlossen, die Werkstatttüre geöffnet. Ich machte die beiden Mitarbeiter auf mein Problem aufmerksam. Sie hätten heute geschlossen und können mir nicht helfen. Fertig. Selten habe ich eine solch negative Erfahrung gemacht.

 

Ich zog noch eine Runde durch das Industriegebiet. Etwas versteckt, sah ich eine kleine geöffnete Werkstatt. Inhaber waren ein Marokkaner und ein Algerier. Eine Einfüllpumpe war nicht verfügbar. In einer großen Kiste wurde ein passender Schlauch entdeckt, der auf die Ausfüllöffnung der Flasche passte. Vor der Werkstatt hatte ich dann ca. einen halben Liter Öl nachgefüllt.

Die Landybesatzungen sind  inzwischen mit der Fähre in Barcelona angekommen. Sie wollten in der Nähe von Narbonne übernachten. Das waren jedoch über 300 km Differenz. Diese konnte ich in meinem maladen Gesundheitszustand nicht mehr schaffen.

 

Wieder eine Fahrtpause.

In einem Supermarkt kaufte ich Cola und Salzgebäck. Etwas Essen musste ich ja. Mein Magen freute sich wohl darüber und verdaute alles.

 

Bis Barcelona fuhr ich auf der mautfreien A7. Dann nahm ich die mautpflichtige AP 7 bis zur französischen Grenze unter die Räder. Kurz vor der Grenze füllte ich noch die Fässer voll, da hier der Diesel günstiger ist. Ich hatte Glück und nur 1,13 Euro/Liter bezahlt.

 

Ich wollte nach Hause und blieb auf der mautpflichtigen Autoroute in Richtung Lyon. Ca. 140 km südlich von Lyon übernachtete ich auf einem Rasthof. Die Landybesatzungen schlugen wieder ca. 350 km weiter nördlicher ihr Nachtlager auf.

Die Coca Cola und das Salzgebäck zeigten ihre positive Wirkung. Mir ging es wieder besser.

Unterwegs kaufte ich mir ein krosses Baguette und 2 Scheiben gekochten Schinken. Die Spannung auf die Reaktion des Magens war groß. Er nahm beides gerne an. Dieser Tag war gerettet.

Kurz nach Lyon habe ich die Autobahn verlassen und bin auf den Nationalstraßen über Bourg-en- Bresse, Lons-le-Saunier nach Besançon geschlichen. Natürlich nicht ohne die eine oder andere Pause.

 

Es wurde spürbar kälter. Im gut beheizten Arbeitszimmer war davon jedoch nichts zu spüren. Die Sonne zeigte sich öfters.

Von Besançon bin ich über Belfort und Mulhouse nach Freiburg gefahren.

Im Höllental auf der B31 löste ich an der Steigung in der 70iger Zone einen Blitzer aus. Und das mit dem PZJ 75. Ich war wieder in Deutschland angekommen.

 

Die Landschaft zeigte sich etwas winterlich.

Gegen 18 Uhr habe ich vor dem Haus geparkt.

 

Danke an alle, die ich unterwegs getroffen hatte. Heiko und Irmela genossen noch das schöne Land und flogen zurück nach Deutschland. Ihr Buschtaxi parkten sie am Flughafen in Marrakech und werden es im März oder April 2020 wieder zurück nach D bringen.

 

Vor allem an Menni und Alex mit Amra sowie Christine und Thomas für die sehr schönen gemeinsamen Tage in Marokko und die gute Verpflegung. Eine Wiederholung wäre schön. Und natürlich Start in Zagora.

 

Auch vielen Dank an alle Kleiderspender. Die Empfänger hatten sich sehr darüber gefreut und möchten sich auch bei euch bedanken.

 

Oft habe ich Anni vermisst, die leider nicht mitkommen konnte. Mich aber hat alleine losziehen lassen. Shukran Schatz.