Marokko über den Jahreswechsel 2017-2018

 

Im August 2017 war ich bereits 3 Wochen im Norden dieses Landes mit meinem Mammut unterwegs.

Schon auf der Rückreise freute ich mich wieder auf die Abfahrt am 21. Dezember 2017.

 

Meine Geschwister, Freunde, Schulkameraden und Bekannte wussten, dass ich immer Kleidung für Menschen mitnehme, die diese dringend benötigen.

Einer der Vorteile meines Land Rover Defender 130, mit der Wohnkabine, ist das große Platzangebot. Und es war noch viel mehr Raum zum Transport von nützlichen Dingen vorhanden. Auch weil ich wieder alleine unterwegs war.

 

Hayat, eine ausgebildete Krankenschwester, die in Marokko eine Landpraxis in einer etwas abgelegenen Region betreut, hatte ich zugesagt, nach Baby- und Kinderkleidung und Schuhen zu schauen. Ich war überwältigt von den vielen Spenden. Vielen, vielen Dank an alle.

 

Auch Danke an Sascha, der mit seinem Wohnmobil mehrere Kleidersäcke nach Marokko transportierte. Alle Kleiderspenden konnte ich nicht so im Fahrzeug verstauen, dass es am Zoll nicht sofort aufgefallen wäre. Leider ist es nicht erlaubt, zu viel Kleidung nach Marokko einzuführen.

Meine eigene Kleidung hatte in 2 Stofftaschen Platz. Eine hätte auch gereicht, dank dem Wäscheservice bei den Familien.

 

Am 21.12.2017 gegen 17.30 Uhr weckte ich den Landy. Es regnete und es war kalt im Ländle.

Der Streckenverlauf und die Anreisezeit waren offen. Diese sind meist abhängig vom Wetter, meiner Lust und meiner Laune. Am 25.12. hatte ich jedoch einen fixen Termin in Tanger.

 

Zuerst machte ich mich auf den Weg in Richtung Lyon. Tuttlingen-Freiburg-Grenzübertritt nach Frankreich in Mülhausen, weiter auf der Autoroute A 36 bis Besançon. Hier folgte ich der Nationalstraße N 83 und dann der D 1083 die sehr gut ausgebaut ist.

Ca. 30 km nördlich der Stadt Bourg-en-Bresse zog ich kurz vor Mitternacht die Handbremse. Direkt vor der Kirche Saint-Martin im weihnachtlich geschmückten Dorf Coligny parkte ich. Natürlich in Sichtweite einer Boulangerie.

Gegen 7 Uhr, ich lag noch im Bett, klopfte es mehrfach und kurz an der Türe. Der freundliche Polizist wünschte mir einen guten Morgen und bat mich das Mammut vom Platz zu fahren. Es sei Markttag. Die Halteverbotsschilder hatte ich übersehen.

Zeit für ein kurzes Frühstück hatte ich noch. Die Croissants und das Baguette waren ein Traum.

 

Ich schlich weiter auf mautfreien Straßen bis Lyon. Auf dem Weg dorthin, entschloss ich mich, weiter südwestlich über St. Etienne, Le Puy, Mende, bis runter an das Mittelmeer zu fahren. Der Wind war sehr böig. Auch die Autoroute nach St. Etienne ist mautfrei und auf den folgenden Nationalstraßen kommt man sehr gut voran. Die Landschaft ist sehr schön. Kurz nach Mende führt die mautfreie und hügelige A 75 bis Béziers. Das Mittelmeer zeigte sich mir vor dieser Stadt.

 

Das Wetter war durchwachsen. Also mehr Zeit und auch Lust zu fahren. Ich folgte der Autoroute bis nach Barcelona.

Unterwegs gönnte ich dem Mammut eine Dusche, um es vom Streusalz zu befreien. Hier sprachen mich drei Jungs an. Sie lasen wohl die Namen in arabischer Schrift an der Kabinenwand. Sie freuten sich, dass ich ihr Heimatland besuche und mir es dort sehr gefällt. Natürlich wurden gleich einige Fotos gemacht.

 

Von Barcelona, das ich zügig durchfuhr, ging es an der zubetonierten Mittelmeerküste entlang auf der A 7 und N 340 über Tarragona weiter bis in die Nähe von Peniscola.

Hier kenne ich einen schönen Übernachtungsplatz direkt am Meer. Diesen erreichte ich gegen 22 Uhr. Der Temperaturunterschied war bereits angenehm fühlbar.

Ich machte es mir noch vor dem Mammut bequem, beruhigte meinen schreienden Magen und die trockene Kehle. Mit dem sanften Meeresrauschen schlief ich schnell ein.

 

Den herrlichen Sonnenaufgang genoss ich vor dem Frühstück

Der Abschied von dem schönen Platz fiel schwer. Im nächsten Supermarkt deckte ich mich noch mit einigen anti- und diversen alkoholischen Getränken ein, die ich in tief im Keller verstaute.

 

Die Häfen in Almeria und Algeciras könnte ich an diesem Tag noch erreichen.

Ich hatte nun die Wahl, von Almeria nach Melilla oder Nador überzusetzen und von dort, der marokkanischen Mittelmeerküste entlang, bis nach Tanger zu fahren oder von Algeciras direkt nach Tanger.

 

Gegen 17 Uhr erreichte ich Almeria. Platz auf der Nachtfähre nach Melilla war noch vorhanden. Lust weiterzufahren hatte ich keine mehr. Auch die Fahrt entlang der weitgehend naturbelassenen marokkanischen Küste gefällt mir besser.

Am Schalter kaufte ich ein Ticket für € 140.- und drehte noch eine Runde im weihnachtlich geschmückten Stadtzentrum von Almeria.

 

Gegen 1 Uhr legte die Fähre ab. Ich vergaß wieder das Mammut zu verlassen und musste in meinem Bettchen schlafen.

Um 8 Uhr öffneten sich die Bugklappen der Fähre. Die Sonne schien. Als eines der ersten Fahrzeuge konnte ich aus dem Schlund der Fähre fahren. Sofort hängte ich mich an die vorausfahrenden Autos bis zur Grenze. Diese war auf marokkanischer Seite noch geschlossen. Nach 30 Minuten wurden 2 Fahrspuren geöffnet. Und wieder nervten mich einige Schlepper, die ihre Dienstleistungen in penetranter Weise anboten.

 

Es herrschte Chaos bei der Einreise. Den Stempel im Reisepass hatte ich nach ca. 45 Minuten. Vor dem nächsten Schalter, an dem das Fahrzeug erfasst wird, bildeten sich Menschenschlangen. Also machte ich mich auch auf den Fußweg und reihte mich ein. Nach weiteren 45 Minuten wurden mir die Einreisepapiere für den Landy ausgehändigt, jedoch mit einem Vermerk und der Anweisung zu einem Kollegen an einen anderen Schalter zu gehen. Ich wusste nicht weshalb. Auch hier wieder warten. Der Zöllner schaute sich die Papiere an und schickte mich wieder dahin zurück, wo ich herkam.

 

Meine Geduld war langsam zu Ende. Ich wurde lauter und zuckte mit den Schultern. Nun bekam ich mit, dass angeblich mein Toyota Landcruiser, mit dem ich im Sommer 2016 in Nador einreiste, noch in Marokko stehen würde. Er wurde bei der Ausreise in Tanger wohl nicht ausgetragen. Wurde aber ausgetragen Immer und immer wieder wurde ich nach dem Ausreiseformular des Toyotas gefragt. Dieses Formular hatte ich nicht dabei.

Nun kam ein weiterer Zöllner hinzu. Auch er fragte, wo denn mein Toyota in Marokko stehen würde. Ein Marokkaner, der sehr gut englisch sprach, half mir bei der Kommunikation. Nach einigen längeren Diskussionen durfte ich, nach 3 Stunden Aufenthalt am Zoll, einreisen. Beim nächsten Besuch solle ich jedoch das Ausreisedokument für den Toyota vorlegen.

Ich vermute, dass die, in den Reisepass gestempelte, Einreisenummer die Ursache ist. Diese Nummer ist schlecht lesbar, schlecht gestempelt. Dies kann zu Verwechslungen führen. Möglicherweise wurde der Toyota bei der Ausreise unter einer anderen Nummer gespeichert.

 

Ich freute mich, in diesem wunderschönen Land angekommen zu sein und diese Kultur eintauchen zu dürfen. Am Stadtrand stoppte ich um einige Lebensmittel zu kaufen und um die marokkanische Prepaid Karte mit einem Guthaben aufzuladen.

 

Bei herrlichem Sonnenschein machte ich mich auf den Weg nach Tanger. Meine Wahl, der marokkanischen Mittelmeerküste entlang zu fahren, habe ich nicht bereut.

In der kleinen und beschaulichen Fischerstadt El Jebha machte ich eine längere Pause.  

Gegen 19 Uhr erreichte ich Tanger.

In Hafennähe und direkt an der Medina stellte ich das Mammut auf einem bewachten Parkplatz ab. Der verhandelte Preis betrug 30 DH, inkl. Übernachtung bis 9 Uhr am nächsten Morgen.

Ich war wieder ein potentieller Kunde für einige Dealer, die teilweise sehr aufdringlich waren. Nachdem ich diese informiert hatte, dass ich gerade aus Ketama komme und dort gute Freunde habe, ziehen die Jungs meist schnell weiter und loben die gute Qualität, die in dieser Region angebaut wird.

 

Zu den beiden Parkplatzwächtern hatte ich einen guten Draht und Vertrauen. So konnte ich entspannt durch die wunderschöne Medina schlappen, einen Cafe trinken und gut speisen.

 

Um 9 Uhr hatte ich einen Termin. Fatima, eine der Frauen der Berberfamilie die ich immer in der Region Khenifra besuche, hatte einige Wochen in Tanger gearbeitet.

 

Ich genoss das bereits umtriebige Leben vor der Medina und frühstückte gemütlich.

Vor dem Mammut hatte ich mich noch mit einem Mann unterhalten. Eine hübsche Frau kam hinzu. Sie war wohl an meiner Person interessiert. Sie lächelte und fragte mich, aus welchem Land ich komme und was ich in Marokko so mache und ob ich alleine unterwegs bin. Alle ihre Fragen habe ich gewissenhaft beantwortet.

Da die Zeit drängte, was ich im Urlaub gar nicht so mag und verabschiedete mich von ihr.

 

Der Mann, der auch mit am Fahrzeug stand, klärte mich dann auf. Es war eine Prostituierte, die ihren Job wohl sehr gut macht. So kann “mann“ sich täuschen. Die Frau, ca. 25 – 30 Jahre jung, mit Kopftuch und ungeschminkter schöner natürlicher Haut, hätte ich nicht dem horizontalen Gewerbe zugeordnet.

 

Die nächste schöne Frau, Fatima, wartete bereits, in einem Stadtteil von Tanger, auf das Grand Taxi.

Die Wiedersehensfreude war groß. Vor 4 Monaten hatte ich wieder einige Tage bei ihrer Familie verbracht.

 

Das viele Gepäck war schnell verstaut. Nun machten wir uns auf den weiten Weg nach Khenifra. Leider ist die Kommunikation mit Fatima sehr schwierig. Sie spricht nur einen Berberdialekt und Arabisch.

 

Auf der Autobahn ging es, unterbrochen von einigen Stopps, von Tanger nach Rabat. Von hier aus bis Meknès.

Dann weiter auf gut ausgebauten Land- und Nationalstraßen über Azrou nach Khenifra.

 

Sascha, der mit seiner Frau und Tochter mit dem Wohnmobil in Marokko unterwegs war, meldete sich am Nachmittag. Er war bereits in Azrou und hatte noch einige Kleidersäcke an Bord, die er für mich mitgenommen hatte.

Er wollte jedoch noch weiter in Richtung Süden fahren. Sascha und ich sprechen kein Französisch oder Arabisch. Schwäbisch sehr gut. Die Kleidersäcke mussten ja umgeladen werden, ohne dass wir uns treffen werden.

 

Sascha lud die Kleidersäcke an einer Tankstelle in Azrou aus. Ich musste auf die Schnelle Fatima erklären, was wir nun vor hatten. Sie hatte es wohl verstanden. Sascha übergab sein Telefon dem Mitarbeiter an der Tankstelle der dann mit Fatima sprach. So konnte alles in wenigen Minuten geklärt werden.

Als wir an der Tankstelle ankamen, wurden auch gleich die Kleidersäcke zum Fahrzeug gebracht. Mit etwas Kreativität konnte diese spontane Aktion schnell realisiert werden.

 

Gegen 17 Uhr trafen wir in Khenifra ein. Ich gab Fatima etwas Geld um Lebensmittel für die Familie einzukaufen. Sonst bringe ich immer Lebensmittel aus der Stadt für die Familie mit.

 

Fatima kaufte Gemüse, Obst und Fleisch. Auch ein noch lebendes Huhn wurde ausgewählt. Kostete ca. 3 Euro. Nach dem Wiegen, wurde dieses gleich ins Jenseits befördert. 10 Minuten später war das Huhn gerupft und ausgenommen.

Nachwuchs.

Am Stadtrand holten wir noch Fatimas Mutter, Rachida, und ihre Schwester, Aicha, ab.

Aicha hatte auch 2 lebendige Hühner gekauft, die in einem Sack darauf warteten, auf dem Gehöft der Familie wieder freigelassen zu werden.

Ich freute mich wieder sehr, auf dem Hof der Familie angekommen zu sein. Najema und Hassna freuten sich auch über das Wiedersehen. Die beiden Hunde erkannten mich sofort und bellten nicht. Natürlich hatte ich wieder Leckerlis für die Vierbeiner dabei. Beide Hunde warteten schon darauf.

 

In der Hütte fühlte ich mich gleich wieder sehr wohl und machte es mir, auf dem Teppich liegend, am wärmenden kleinen Holzofen gemütlich.

Das Abendessen wurde zubereitet und gemeinsam am kleinen runden Tisch eingenommen. Es schmeckte, wie immer, sehr gut. 

Spät am Abend suchte ich, bei Minustemperaturen, mein vorgeheiztes Appartement auf.

 

Ich wollte nicht mein warmes und gemütliches Bettchen verlassen. Die Scheiben am Fahrzeug waren zugefroren. Die Standheizung wurde aktiviert und ich und blieb noch 10 Minuten unter der wärmenden Bettdecke liegen bis die Wohlfühltemperatur im Wohn- Ess- und Schlafzimmer, der Küche und im Bad erreicht wurde.

 

Beide Hunde und eine der Katzten warteten bereits vor der Haustüre und freuten sich über die leckeren Teile.

Ich freute mich auf das gemeinsame Frühstück in der gemütlichen Hütte.

Die Hühner waren fleißig. Es gab Spiegeleier zum Frühstück. Dazu, wie jeden Tag, eine kleine Schale mit Olivenöl und Marmelade, viel Brot und heißen Tee.

 

Nach dem Frühstück überreichte den Frauen Geschenke und einen Teil der Kleidung. Es sprach sich schnell in der Nachbarschaft herum. Auch Verwandte wurden informiert.

Die Menschen in dieser waldreichen und hoch gelegenen Region, leben meist in Hütten, einige in sehr einfachen Häusern, ohne Strom- und Wasseranschluss. 

 

Für mich ist es immer interessant und sehr spannend, die Tagesabläufe mitzuerleben und zu erleben wie die Menschen mit sehr einfachen und vorhandenen Mitteln ihren Alltag meistern.

Zubereitung des Brotes. Alle 2 Tage wird gebacken.

Das Trinkwasser muss an einem weiter entfernten Ziehbrunnen geholt werden.

Noel, die Tochter der Nachbarin auf dem Weg zum Brunnen.

Frauen mit Babys auf dem Rücken kamen vorbei und freuten sich sehr über die Kleidung.

 

Hassna, die auch die die Räume der nahegelegenen Polizeistation reinigt, nahm meinen Reisepass und ein Fiché mit runter zur Polizeistation. Persönlich musste ich nicht erscheinen.

 

Diesen kurzweiligen Tag verbrachte ich auf dem Gehöft.

Ich musste beichten, dass ich am nächsten Tag leider wieder weiter nach Missour fahren werde. Den Frauen gefiel dies nicht. Mir auch nicht. Sie wollten mit mir am nächsten Tag einen Ausflug unternehmen.

Da die Mutter enge Verwandte in der Nähe von Missour hat, bot ich an, sie mitzunehmen.

Nach etwas Zeit zum Überlegen und einem Telefonat war die Fahrt im Grand Taxi für den nächsten Tag gebucht. Auch Aicha wollte mit.

 

Es wurde ein Tajine mit etwas Huhn für das Abendessen zubereitet.

Und wieder genoss ich den wunderschönen Abend mit den 5 Frauen in der kuschelig warmen Hütte bei einem guten Minztee.

Ich vermisste keinen Wasser- oder Stromanschluss, keinen Stuhl, kein Sofa, oder eine Couch, kein Radio oder einen Fernseher, kein Bier, keinen Wein, keine Limonade, kein Besteck, Tassen oder Teller. Weniger ist mehr. Und es kann so schön sein.

 

Heute war Abschiedstag, der mir immer wieder sehr schwer fällt. Als Abschiedsgeschenk wurden Msemen (marokkanische Pfannkuchen) zubereitet. Die Frauen wissen, dass ich diese immer so gern esse.

Am späten Vormittag startete ichm mit Mama und Aicha an Bord, in Richtung Missour.

 

Ich bevorzugte die Pisten durch die Zedernwälder. Komfortabler wäre die Fahrt auf den Nationalstraßen über Khenifra, Midelt und Missour gewesen.

Das Wetter war an diesem Tag durchwachsen. Die Sonne zeigte sich nicht. Glück hatte ich, dass die Pisten befahrbar und schneefrei waren. Vor einem Jahr konnte ich diese Stecke wegen des hohen Schnees nicht fahren.

 

Ab ca. 1.900 m Höhe begann es leicht zu schneien.  

Nach dieser schönen Pistenfahrt erreichten wir am Nachmittag bei sehr starkem Wind, die Verwandten, die in einem kleinen Dorf, ca. 20 km südwestlich von Missour wohnten. Nur wenige hundert Meter vom Haus entfernt, fließt der Oued Moulouya.

Der angekettete Hofhund schlug sofort an und zeigte sein schönes Gebiss. Meine Leckerlis mochte er. Mich auch nach ca. 10 Minuten. Es ist oft ein Wunder, wie sich die Hunde plötzlich in ihren Verhalten zum Positiven ändern können.

 

Natürlich wurde gleich ein Willkommenstee serviert. Anschließend eine Tajine mit Lammfleisch. Die Familie besitzt viele Schafe und Ziegen.

Ich wurde gebeten, noch zu bleiben und dort auch zu Übernachten, was ich dankend ablehnte. Gerne hätte ich Aicha mit zur Familie nach Tassa mitgenommen und sie am nächsten Tag wieder zurück zu ihrer Mutter gebracht. Leider ohne Erfolg.

Am Abend erreichte ich die Stadt Missour.

Direkt am Straßenrand mit kurzem Weg zum Stadtzentrum parkte und übernachtete ich. In einem Cafe mit WIFI machte ich mir es noch gemütlich.

Ich hatte sehr lange und gut geschlafen. Gegen Mittag wollte ich mich mit Hayat treffen. Nach dem Frühstück drehte ich noch einige Runden im Stadtzentrum und kaufte noch ein paar Dinge ein. In einer Bank tauschte ich Euros gegen Dirham. Der junge Angestellte war sehr nett und hatte immer ein Lächeln im Gesicht. Ich wurde mit Handschlag und auf Englisch begrüßt.

Ich fragte in der Stadt einen Mann wo ich ein Cafe mit WIFI finden kann. Er erklärte mir den Weg, bemerkte jedoch, dass ich ihn nicht verstehen kann. Ich durfte auf seinem SKYGO siehe Foto, vorne Platz nehmen und er fuhr mich zum gewünschten Cafe. Ich hatte ihn auch gleich zu einem Cafe eingeladen, was er dankend annahm.

Hayat arbeitete noch in der Landpraxis. Ich besuchte sie gegen Mittag. Sie hatte ihren 9 Monate jungen Sohn, Simo, dabei. Ihre Mutter lernte ich hier auch kennen.

Im kleinen Konvoi fuhren wir die ca. 20 km zurück nach Missour. Hayat und ihr Mann Mustapha, der als Lehrer arbeitet, besitzen ein schönes Haus, das nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt ist.

 

Im Haus lernte ich auch den Bruder von Moustapha, Arioch, kennen, der einen kleinen INWI Copyshop mit einem Fotostudio betreibt.

Die viele Kleidung und andere Dinge wurden gerne und dankbar angenommen. Hayat und ihre Freunde, werden diese an bekannte bedürftige Menschen, die in ländlichen Regionen leben, weiterleiten.

 

Nach dem sehr guten und reichhaltigen Mittagessen zeigte mir Mustapha die Stadt und etwas vom Umland. Seinen Vater lernte ich auch kennen. Er ist Besitzer eines kleinen Fotostudios und einem Copy Shop im Stadtzentrum. Ein sehr netter und lieber Mann, den ich auf Anhieb sehr mochte.

 

Es ist für mich immer spannend, mit Einheimischen unterwegs zu sein. Hier habe ich sehr viele nette Menschen und Verwandte der Familie kennengelernt.

 

Wir sind wieder zum Haus zurück. Hayat hatte etwas zum Essen vorbereitet. Ich war satt. Als ich erfuhr, dass es gegen 22 Uhr noch eine Tajine mit Fisch geben sollte, habe ich gestreikt.

 

Vereinbart wurde, dass wir diese Tajine, am nächsten Tag, draußen auf den Feldern essen werden.

 

Mit Mustapha bin ich anschließend wieder durch die Stadt gezogen.

Hier im sehr gut sortierten Magazin verbrachte ich über eine Stunde hinter dem Tresen. Es war sehr interessant zu sehen, wer was kaufte.

Es war wieder ein sehr schöner Tag mit vielen neuen Eindrücken und positiven Erlebnissen.

 

Gegen 8 Uhr wurde gemeinsam gefrühstückt. Auch Hayat wusste, dass ich die Msemen so liebe und bereitete diese zu. Es war wieder ein Traumfrühstück.

Simo, Hayats Sohn, schmeckte es auch.

Hayat und Mustapha mussten zur Arbeit. Von Hayat verabschiedete ich mich, mit dem Versprechen, sie und ihre Familie wieder zu besuchen.

 

Ich bekam noch ein schönes Geschenk von Hayat und ihrem Mann.

 

Ich nahm Mustapha mit zur Schule, wo er unterrichtet. Diese kleine Schule befindet sich ca. 15 km außerhalb der Stadt.

Er ist ausgebildeter Französischlehrer, unterrichtet jedoch auch Arabisch, Mathematik und Religion.  

Ca. 30 Kinder und Jugendliche besuchen diese Schule. 2 Lehrer unterrichten jeweils 3 Klassen, die sich in je einem Klassenraum aufhalten.

Die Schüler legen täglich zu Fuß einen Schulweg von bis zu 10 km zurück. Einfacher Weg !!.

 

Ich durfte am Unterricht teilnehmen. Für die Kinder war es bestimmt eine willkommene Abwechslung. An die Tafel schrieb ich immer eine Zahl zwischen 0 und 20. Die Schüler musste dann diese Zahl in Französisch sagen. Natürlich hatte ich auch viele Buntstifte und weitere Schreibutensilien dabei, die ich jedoch Mustapha gab. Er hatte diese dann verteilt.

Aus dem Nirwana, hinter der Schule, kam auf der Piste ein weißer Pickup mit Kabine und deutschen Kennzeichen gefahren. Das Mammut war auch nicht zu übersehen. 

 

Grit und Ulf waren zum ersten Mal in Marokko unterwegs und hatten irgendwo in der Pampas übernachtet. Ihr Ford Ranger mit einer komfortablen Wohnkabine war neu.

Beide besuchten auch eine der Schulklassen und überreichten den Schülern einige Geschenke.

 

Wir redeten noch über das wunderschöne Land. Ich gab den Beiden noch einige Tipps und etwas Gutes zum Schlürfen mit auf den Weg.

Nach 3 Schulstunden duften die Schüler wieder ihren langen Heimweg antreten.

 

Anschließend fuhr ich mit Mustapha auf einsamen Pisten durch das Hinterland um seine Felder und die seiner Familie zu besichtigen.

 

Einige der Pisten sind frühere Rally Paris-Dakar Strecken. Es wurde sehr viel über das Bildungssystem in Marokko gesprochen.

Bei einem sehr netten und jungen Kamelhirten, den Mustapha kannte, legten wir einen Stopp ein.

Mustapha ist Eigentümer von sehr vielen Hektar Ackerland.

Auch sein Vater besitzt riesige Flächen, wo Karotten, Melonen, Zwiebeln, Rettiche, Mandeln und Oliven angebaut werden.

Gerade wurden Bio Karotten gewaschen und versandbereit gemacht. Diese werden überregional auf Souks verkauft.

 

Dieses Land und die Felder zeigte mir Mustapha. Wegen des Wassermangels in der Region, setzt er auf die Tröpfchenbewässerung der Pflanzen und Bäume. Sein Vater stellt auch schrittweise auf diese sinnvolle ökologische und wirtschaftliche Bewässerungsmethode um.

 

Einige der Pumpen an den Brunnen, ca. 20 – 30 m tief und von Hand gegraben, werden mit Solartechnologie angetrieben. Strom ist sehr teuer in Marokko.

Den ganzen Nachmittag verbrachten wir auf den Feldern.

 

Arioch kam auch dazu. Er brachte die Tajine mit, die Hayat zubereitet hatte. Zwischen den Olivenbäumen wurde das gustiöse Nachmittagsessen eingenommen.

 

Mustapha´s Vater ist auch eingetroffen. Er sprach mit den Feldarbeitern über die weiteren geplanten Arbeiten und half bei der, noch konventionellen Bewässerung, der Felder mit.

Nach Sonnenuntergang und einem Tee trennten sich unsere Wege.

Mustapha führte mich noch vor bis zur Nationalstraße.

Hier musste ich auch den Oued Moulouya durchqueren, der für mich, glücklicherweise fast kein Wasser führte. Für die Menschen in der Region ist dies allerdings sehr beängstigend. Seit Monaten hatte es nicht mehr geregnet, was zu schlechten Ernten führte.

Gegen 20 Uhr traf ich der Provinzstadt Outat-El-Haj ein. Natürlich war die erste Anlaufstelle das Café von Mohamed. Hier traf ich auch Yassin, ein Sohn der Familie im Dorf Tassa, zu der ich weiterfuhr.

 

Gegen 21:30 Uhr traf ich in Tassa bei der Familie Baabou ein. Auch hier verbrachte ich schon viele schöne Tage. Zuletzt im August 2017.

 

Ich wurde bereits erwartet. Simo, der jüngste Sohn der Familie stand gleich am Mammut um ich zu begrüßen. Es waren auch wieder einige Verwandte anwesend, die bei der Olivenernte mithalfen, bzw. hier eigene Olivenbäume besitzen.

Meine junge Freundin Jihan, war auch noch wach. Sie musste nicht zur Schule am nächsten Tag, weil ihre Lehrerin krank war.

 

Im Wohnzimmer war wieder ein kleiner Ofen installiert, der für eine angenehme Wärme sorgte.

Obwohl ich nicht hungrig war, musste ich noch etwas essen. Es war wieder ein sehr schöner Abend.

 

Da ich im Mammut ein schönes Schlafzimmer und eine gute Heizung habe, zog ich diesen Luxus vor. Nachts ist die Heizung jedoch ausgeschaltet. In der Vergangenheit hatte ich mir immer einen Schlafplatz im Wohnzimmer, oder im Sommer auf der Terrasse, gesucht.

 

Gegen 7 Uhr habe ich mir einen Gutenmorgenkaffee zubereitet und die ETW genossen. Eine Stunde später wurde in der Küche gemeinsam am runden Tisch gefrühstückt.

 

Auch für die Familien und ihre vielen Verwandten habe ich Kleidung, Schuhe und viele andere Dinge mitgebracht. Es ist immer wie ein Weihnachtsfest. Froh war ich, dass nun in meiner Wohnung wieder viel Platz vorhanden war.

 

Die Familie von Rahou hatte die Olivenernte beendet. Jihan´s Eltern waren noch damit beschäftigt. Ich ging mit in den riesigen Garten und half bei der Ernte mit.

 

Wegen der monatelangen Trockenheit, musste mit dem Wasser zur Bewässerung der Felder und Gärten sehr sparsam umgegangen werden. Die Folge war, dass die Oliven weniger Öl enthielten. Die Preise stiegen. Ein Liter Olivenöl war um ca. 30% teurer, als vor einem Jahr.

 

Die folgenden 3 Tage und den Jahreswechsel verbrachte ich bei den Familien in Tassa und genoss diesen Aufenthalt sehr.

 

Fahrt mit Jihan in die Stadt Outat-El-Haj.

Der Oued Moulouya führte sehr wenig Wasser.

Beim Frühstück.

Immer gemütlich unter der wärmenden Decke.

Tajine mit Lamm.

Nachtisch

Die beiden Wachhunde

Fahrt in die Stadt zum Souk.

Für die beiden Familien habe eine Neujahrstorte in der Stadt gekauft

Silvestermenu. Ein Huhn musste sein Leben lassen.

Neujahrsarbeit :-)

Schilftransport zum ca. 2 km entfernten Wohnhaus.

Dieses Schilf wird beim Hausbau für die Decken verwendet.

 

Meine beiden Freundinnen.

Jeden Abend genossen Simo und ich das wärmende Feuer im Hof.

Ein Abendessen.

Zubereiteung von Msemen für das Frühstück.

Zubereitung einer leckeren Haria.

Es wurde Zeit mich zu verabschieden. Ich wollte weiter in den Süden des Landes ziehen um mich dort mit Bekannten und Freunden zu treffen.

 

Auch hier fiel mir der Abschied von den mir sehr lieb gewordenen Menschen sehr schwer. Leider hatte die Zeit nicht gereicht um weitere Verwandte der Familien zu besuchen.

Hdhoum, Rahou´s Frau, hatte am Vortag noch meine Kleidung gewaschen, die ich auf der Wäscheleine trocknend, fast vergessen hätte.

 

Wasser für die Kleiderwäsche wird erhizt.

Ich versprach wiederzukommen. Meine Tränen trockneten auf der Fahrt in die Stadt.

Bei Redouane und Suzanne im Dorf El-Orjane informierte mich über den Stand des Projektes der Assoziation Nibras. Leider erfolgten hier in den letzten Monaten wegen Geldmangel keine weiteren Baumaßnahmen. Von der Regierung wurden Gelder für die Ausstattung der sanitären Anlagen und des Restaurants bewilligt. Im Februar 2018 sollen die Arbeiten fortgesetzt werden. Inshalla.

 

In Outat-El-Haj besuchte ich noch Mohamed in seinem Café um mich von ihm und Yassine zu verabschieden.

 

In Missour stoppte ich noch kurz um den Magen des Mammuts zu füllen. Hier sah ich die ersten Rally Fahrzeuge des Africa Eco Race. Trucks, Autos und Enduros. Die meisten aus Frankreich.

Der Fahrer dieses HiLix war Jean Pascal Besson.

Die Uhr blieb nicht stehen. Und der Süden war noch weit entfernt. Ein Ziel hatte ich noch nicht. Freunde waren in verschiedenen Regionen unterwegs.

 

Um etwas schneller voranzukommen fuhr ich überwiegend auf der R 601 nach Talsint und von hier weiter südwestlich nach Errachidia. Diese 100.000 Einwohnerstadt erreichte ich gegen 20 Uhr.

 

Im schönen Abendlicht

In einer Seitenstraße in der Nähe des Stadtzentrums parkte und übernachtete ich. Nach den vielen schönen Tagen bei den Familien musste ich mich wieder an das Alleinsein gewöhnen.

 

Am nächsten Morgen wollte ich den Luxus der Standheizung in der Wohnung genießen. Leider erfolglos. Zuerst dachte ich an einen technischen Defekt. Ursache war jedoch die leere Gasflasche. Vor der Abfahrt im Ländle hatte ich diese nicht gewogen.

Heidi aus Österreich, die auch mit ihrem Womo seit vielen Wochen in Marokko unterwegs war, schrieb mir, dass ich mein Glück mit der Befüllung der Flasche bei Salam Gas am Stadtrand versuchen sollte.

Dies ist ein größeres Unternehmen. Hier werden auch Gasflaschen abgefüllt. Ich parkte vor der Pforte des Unternehmens und zeigte den Mitarbeitern meine Gasflasche. Befüllt werden konnte diese nicht. Auch hatte die europäische Flasche einen anderen Anschluss. Ich solle warten, war die Antwort.

 

Nach ca. 30 Minuten brachte mir einer der Arbeiter eine 5 kg Flasche mit dem passenden Anschluss. Diesen hatten sie wohl in der Stadt aufgetrieben. Die Männer hatten mich glücklich gemacht. Bezahlt hatte ich für die komplette Flasche, inkl. dem neuen Anschluss ca. 6 Euro. Ein Trinkgeld für ihre Mühe und ihre Hilfsbereitschaft nahmen die Männer nicht an.

 

Alle Kumpels waren vorne am Atlantik unterwegs. Ich im tiefen Osten. Heidi war von Taroudannt nach Tiznit unterwegs. Hier wollten wir uns treffen. Persönlich kannte ich Heidi nicht. Zu fahren hatte ich über 750 km, was mindestens 2 Tage inkl. Stopps und Pausen bedeutete.

 

Gegen 10 Uhr machte ich mich auf den weiten, jedoch landschaftlich sehr schönen Weg in Richtung Westen zur Atlanikküste.

 

Fahrtroute: Tinghir, Boumalne Dades, Quarzazate, Taznakht, Taliouine, Taroudannt, Ait Baha, Tiznit.

 

Der erste Stopp war unfreiwillig. 60 km/h waren erlaubt. Der Monitor der Radarpistole des Polizisten zeigte gemessene 77 km/ h an und das Mammut mit Fahrer war auf dem monochromen Bildschirm auch schön anzusehen.

Nachdem der Polizist die Fahrzeugpapiere kontrolliert hatte forderte er, den Quittungsblock und den Kugelschreiber in den Händen, 150 DH. Unverständlich war wieder, dass ich alleine unterwegs war. Das können viele Menschen in Marokko nicht nachvollziehen.

Ich erklärte dem Polizisten mit einigen englischen, arabischen, französischen und deutschen Worten meine Situation, entschuldigte mich mehrmals über mein Fehlverhalten, lobte das wunderschöne Marokko, die netten Menschen und die die beiden neuen BMW 1200 Motorräder der Polizisten. Anschließend machten wir eine gemeinsame Wohnungsbesichtigung. Ihm gefiel meine Art des Reisens.

Der nette Polizist verwarnte mich mündlich, wünschte mir eine Bonne Route und bat mich auf die Geschwindigkeit zu achten.

In der Nähe der Safranstadt Taliouine übernachtete ich. Die landschaftlich wunderschöne Strecke durch den Antiatlas auf der R 106 nach Igherm bin ich bereits gefahren. Neue Wege zu erkunden, war meine Absicht.

 

Das Überholen klappte.

Ich schlich weiter auf der N 10 in Richtung Taroudannt.

 

Im kleinen Städtchen Aoulouz war Souk. Und jeder Souk ist einen Stopp wert. Hier verbrachte ich über eine Stunde, genoss das bunte und lebhafte Treiben, kaufte noch Obst und verschiedene Sorten Honig bei einem Imker.

Parkplatz am Souk.

Kurz nach Taroudannt, diese Stadt kannte ich bereits von 2 Aufenthalten, bog ich in südlicher Richtung von der N 10 ab. Ziel war die kleine Stadt Ait Baha im Antiatlas. Und diese Entscheidung war richtig. Eine wirklich traumhafte und märchenhaft schöne Strecke bis Tiznit.

Tiznit erreichte ich am Abend. Etwas außerhalb des Stadtzentrums habe ich dann Heidi mit ihren beiden Hunden getroffen. Der CP in Tiznit war wohl sehr voll. Hinter einer Tankstelle befand sich ein Womo Stellplatz.

Ich freute mich Heidi nun persönlich kennengelernt zu haben. Wir genossen den schönen Abend zwischen unseren Fahrzeugen bei ein paar Gläschen Vin Rouge aus dem Burgenland.

 

Den Gutenmorgenkaffee genossen wir zusammen. Natürlich wurden auch die Wohnungen besichtigt, wobei Heidi´s Wohnung sehr groß und schön eingerichtet ist. Seit Oktober ist Heidi bereits unterwegs und wird im März wieder in Österreich eintreffen.

 

Wir verabschiedeten uns. Schade, dass mir einfach die Zeit fehlte und noch zu bleiben. Darum beneide ich Heidi.

 

Mein Ziel war ein Besuch bei den Fischern an der Atlanikküste. Ich bin noch in das Stadtzentrum gefahren und einige Dinge einzukaufen und nach Autofelgen für einen Bekannten im Ländle zu schauen.

Gegen Mittag machte ich mich auf den Weg vor zur nahegelegenen Atlantikküste.

Kurz vor der Abbiegung auf die Piste, traf ich Heidi wieder. Wir packten unsere Stühle aus und genossen den herrlichen Blick auf den Atlantik bei einem Tässle Kaffee.

Ich fuhr weiter gen Norden, Heidi in Richtung Westen.

 

Es ist immer wieder traumhaft, auf den Pisten entlang der herrlichen Küste entlang zu fahren.

Hier sah ich zum ersten Mal Gleitschirmflieger, die hier den Wind für ihr schönes Hobby nutzten.

Zwei Fischer, die schwere Säcke schleppten, wollten mitgenommen werden.

Beide setzten sich auf den Beifahrersitz, natürlich mit ihren Säcken, in denen sich frische Muscheln befanden. Entsprechend war der der Duft im Arbeitszimmer.

Nach ca. 3 km Pistenfahrt hatten die Fischer ihr Ziel erreicht und freuten sich über die gemeinsame Fahrt.

Am späten Nachmittag traf ich am Platz bei den Fischern ein. Leider war niemand in den Grotten anzutreffen. Nur einige Hunde und Welpen streunten herum.

Ein französisches Paar, das mit ihren MB 100 in Marokko unterwegs war, hatte ihr Lager auch dort aufgeschlagen. Ich fragte mich, wie beide mit ihrem Fahrzeug diesen Platz erreichten.

In Tiznit hatten die Beiden einen jungen Hund mitgenommen. Dieser wurde gefangen um ihn einzuschläfern. Der Hund, dessen Name nun “Tiznit“ ist, hatte nun ein neues Zuhause gefunden. Da das Paar noch mehrere Monate in Marokko unterwegs ist, und er die notwenigen Impfungen in Marokko erhält, dürfte es kein Problem sein, Tiznit mit nach Europa zu nehmen.

Wir verbrachten einen wunderschönen Abend zusammen bei ein paar Bier und landestypischen Rauchwaren.

 

Die Morgensonne zeigte sich nicht. Ich fütterte die vielen streunenden Hunde mit Brotresten und ein paar Leckerlis und verabschiedete mich von den Franzosen. Auch hier wäre ich gerne noch länger geblieben.

Ich wusste, dass Günter und Elke südlich von Agadir auf einem CP sind. Burkard und Kerstin mit ihren Freunden übernachteten südlich von Essaouira am Atlantik. Dies war auch mein heutiges Ziel.

 

Heute war weitgehend ein Regentag. Auf Pisten und durch einige Dörfer fuhr ich bis Tifnit.

In Tifnit führte eine Piste weiter. Ca. 5 km Luftlinie war der Campingplatz, wo sich Günter und Elke aufhielten. Ich zog es vor, nicht alleine der Piste zu folgen. Grund war der viele Weichsand und heftige Steigungen.

 

Ich folgte den befestigten Straßen, was dann einen Umweg von ca. 30 km bedeutete.

Es war schön, die Beiden wiederzusehen. Wir machten es uns auf der Terrasse des CP mit schönem Pool

und vor dem G gemütlich und schlürften einen Willkommens- und Neujahrssekt.

Elke musste am nächsten Tag mit dem Flugzeug wieder zurück nach Hause. Günter hatte noch viele Wochen Zeit, wollte sich mit einem Freund treffen und dann weiter mit Bekannten nach Mauretanien fahren.

 

Am Nachmittag musste ich mich auch wieder verabschieden. Mein Ziel war, nun der Übernachtungsplatz von Burkhard und Kerstin. Sie hatte mir die Koordinaten des Platzes gesendet.

 

Einige Stunden Fahrt hatte ich nun vor mir. Agadir umfuhr ich großzügig. Dann ging es über Taghazout, Tamri, Tamanar nach Essaouira. Teilweise ließen die Wolken ihre Last fallen.

Ca. 80 km vor Essaouira nahm ich noch 3 Tramper mit, die durchnässt mit ihren Rucksäcken am Straßenrand standen. Es waren marokkanische Studenten, die an der Uni in Agadir studierten. Die beiden Frauen machten es sich im Wohnzimmer gemütlich. Es wurde dunkel und es regnete und regnete. Meine Mitfahrer setzte ich vor der Medina in Essaouira ab. Ich wollte sie nicht 20 km vor der Stadt am Straßenrand absetzen.

 

Nun fuhr ich die 20 km wieder zurück um den Übernachtungsplatz zu finden. Kerstin hatte versprochen, dass es einen heißen Tee mit Rum gibt.

 

Ich eierte fast blind durch die Gegend ohne viel zu sehen. Die Koordinaten waren in einem anderen Format, als die von Frau Garmin. Wo muss ich von der kleinen Straße abbiegen. Wo war ein Weg. Meist konnte ich es nur erahnen. Irgendwo in der Ecke müssen die doch stehen. Es war sehr spät. Anrufen wollte ich nicht mehr.

Ich entdeckte einen Weg durch die Büsche. Auf dem Display des Smartphone sah ich den angegebenen Übernachtungsplatz. Mit meinen Augen nicht. Nur wenige Meter entfernt, mussten die doch stehen. Licht sah ich auch keines. Wegen des schlechten Wetters lagen die wohl schon alle unter ihren Kuscheldecken.

Ich stellte das Mammut zwischen Büschen ab und wollte am nächsten Morgen bei Tageslicht weitersuchen.

 

Gegen 7 Uhr kroch ich aus dem gemütlichen Bettchen und schaute aus dem Fenster. Welch schöner Platz ist denn das. Frau Garmin zeigte mir einen Wegpunkt, nur einige hundert Meter entfernt. Dort hatte ich auch schon übernachtet.

Und es war ein sehr wunderschöner Platz. Das Wetter meinte es nicht gut an diesem Tag. Dennoch war der Sonne- Wolken- Regenmix sehr schön anzusehen. Die Landschaft  und das Meer zeigten ihre Schönheit oft in einem herrlichen Licht.

 

Gegen 8 Uhr klopfte es an meiner Haustüre. Burkhard wünschte mir einen Guten Morgen. Die Fahrzeuge standen gut versteckt hinter Büschen. Vom Wohnzimmer aus, konnte ich diese, ca. 100 m entfernt, sehen.

 

Den heißen Tee mit Rum, den mir Kerstin am Vortag versprochen hatte, wollte ich zu Frühstück nicht schlürfen.

Dafür das frische und noch handwarme Brot und leckere Teilchen essen. Der Frühstückservice gefiel mir. Der Mann war nett und nicht aufdringlich. Natürlich beinhaltete der etwas höhere Preis die Transportkosten.

 

Es war wieder schön und eine willkommene Abwechslung die Freunde getroffen zu haben. Natürlich gab es wieder viel zu erzählen was jeder so während seiner Tour in den letzten Tagen und Wochen so erlebt hatte.

Jede Fahrzeugbesatzung nahm heute einen anderen Weg unter die Räder. Birgit und Michael noch genügend Zeit um weiterhin durch das herrliche Land zu schleichen, Kerstin und Burkhard mussten, bereits wie ich, an die Heimreise denken. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir und auf der Rückreise in Spanien oder in Frankreich nochmals über den Weg laufen werden, war hoch.

 

Es begann wieder zu Regnen, es war kühl an diesem Tag.

Zum ersten Mal erlebte ich Regen in Essaouira. Auch der Wind war sehr stark und böig, was der hohe Wellengang deutlich zeigte. Am Hafenzugang wurde gebaut, in der Stadt waren wenige Menschen unterwegs.

Nachdem ich meinen schreienden Magen mit einer leckeren Dorade beruhigte, machte ich mich auf den Weg entlang der Atlantikküste in Richtung Norden.

Ich genoss auch diese Stimmung, schlenderte lange durch die Gassen, kaufte das Eine und Andere ein, suchte weiterhin und leider wieder ergebnislos nach den großen Schafsfellen für Jochen und spezielle 6J H14 Felgen für Alex.  

Die dunklen Wolken ließen ihre Last weiter fallen. 

Leider reichte die Zeit nicht, Ghizlane und ihre Eltern in Salé oder Wilfried in Rabat zu besuchen. Mit einem schlechten Gewissen umfuhr ich diese Ecke.

 

Und es hörte nicht auf zu regnen. Ich hatte keine Lust, nach einem Übernachtungsplatz am Atlantik zu schauen sondern zog es vor, auf einer Autobahnraststätte in der Nähe von Kenitra zu übernachten. Diese Parkplätze sind immer bewacht, die sanitären Anlagen sauber und zu Essen und zu Trinken gibt es dort auch immer etwas.

Die Hagelfront.

Die Fahrt in der Dunkelheit war diesmal etwas anstrengend. Der starke Regen, teilweise Hagel, schlecht oder gar nicht beleuchtete Fahrzeuge und LKWs sowie Menschen, die die Autobahn überquerten, erforderten eine hohe Konzentration.

Die Millionen Regentropfen, die auf dem Kabinendach aufschlugen, trübten etwas meine Stimmung. Für die Marokkaner war dieser Regen jedoch ein schönes Geschenk, auf das sie seit Monaten warteten.

 

In der geheizten Wohnung schrieb ich noch, bei einem Tässle Kaffee und Croissants, einige Einträge in mein Reisetagebuch und  weckte das Mammut.

 

In der Stadt Kenitra gingen sintflutartige Regenfälle nieder und Temperaturen waren sicherlich unter 10 Grad.

Und weiter ging die Suche nach Schafsfellen und Autofelgen. Ein Mechaniker aus einer Werkstatt im Stadtzentrum begleitete mich. Er lotste mich an den Stadtrand in ein Viertel, wo viele Werkstätten, Teile- und Schrotthändler ansässig waren. Viele davon kenne ich nun. Passende Felgen waren teilweise vorhanden. Jedoch war der Zustand der Felgen sehr schlecht. Alle wiesen Beschädigungen auf. Auch der Preis war mir zu hoch.

Und nach 2 Stunden hatte ich keine Lust mehr durch den Schlamm zu gehen und weiter nach den Felgen zu suchen. Ich wollte mich nur noch im warmen und trockenen Mammut aufhalten.

 

Im kleinen und beschaulichen Asilah legte ich den nächsten Stopp ein. Es regnete gerade nicht. Und Hunger hatte ich auch. Touristen waren fast keine unterwegs. Auch hier, habe ich keine großen Schafsfelle für Jochen entdeckt.

 

Der wieder einsetzende Regen, machte mir den Abschied von der schönen Stadt leichter. Ich beschloss weiter, auf der Autobahn, nach zum Hafen Tanger Med zu fahren. Ein Ticket für die Fähre hatte ich noch nicht.

 

Auf den Autobahnraststätten sind Bürocontainer der Fährgesellschaften zu finden. Je näher man zu Grenze kommt, desto mehr Büros sind zu sehen. Bereits am Vortag wollte ich mir ein Ticket kaufen. Die aufgerufenen Preise waren jedoch alle zu hoch, alle Verkäufer und Verkäuferinnen hatten auch keine Lust, Tickets zu verkaufen. Insbesondere die Preise, die die Gesellschaft FRS verlangte. ca. 1.870 DH. Angeblich wurden in Marokko die Steuern auf die Tickets erhöht. Es ist also besser, das Rückfahrtticket gleich in Spanien zu kaufen. Preis dort ca. 100 Euro.

 

Kurz vor Tanger stoppte ich wieder an einer Raststätte. Das günstigste Angebot für die Überfahrt nach Algeciras lag bei 1.540 DH. Und der Verkäufer lächelte, war sehr nett und interessiert. Leider konnte ich mich mit ihm fast nur in Zeichensprache und ein paar Wortfetzen Französich, Englisch und Arabisch unterhalten.

 

Wir beide mochten uns. Er verkaufte mir das Ticket für 1.200 DH, besorgte einen Tee in der Raststätte, teilte mit mir sein trockenes Brot, richtete sein Smartphone so ein, dass ich über dieses ein sehr schnelles Internet hatte und bot mir einen Stuhl im Büro an. Über eine Stunde verbrachte ich bei diesem netten Marokkaner.

 

Die Fähre nach Algeciras sollte um 22 Uhr in Tanger Med ablegen. Ich hatte noch genügend Zeit um ein paar Dinge einzukaufen.

Den Zoll erreichte ich gegen 20 Uhr. Die Ausreise, inkl. Röntgen des Fahrzeuges war in 15 Minuten erledigt. Musste auch keine Türen öffnen.

Nun hatte ich auch noch die Zeit für ein Nickerchen.

Die Fähre war keine Schnellfähre. Das bedeutet, dass die Überfahrt mindestens 2 Stunden dauerte. Also Zeit, mein unterbrochenes Nickerchen im gemütlichen Bett fortzusetzen.

In der Fähre, die gegen 23 Uhr ablegte, wurde mir ein Platz am hinteren Ende zugewiesen. Um die Ankunft in Spanien nicht zu verschlafen, stellte ich den Wecker am Smartphone auf 1 Uhr europäische Zeit.

Mein Körper befand sich noch im Tiefschlaf, als es an der Wohnungstüre sehr laut und in kurzen Abständen laut klopfte. Auf dieses hätte ich verzichten können, wenn ich die Weckzeit auch gespeichert hätte.

Das Mammut stand ganz einsam im großen und leeren Bauch der Fähre. Alle LKWs und Autos standen schon an der Grenze an. Der Arbeiter, der mich weckte, grinste nur.

 

Die Einreise dauerte jedoch sehr lange. Es waren nur 2 Spuren geöffnet. Auch hier musste ich keine Türen öffnen. Reisepass gezeigt und schon war ich draußen.

 

Geschlafen hatte ich sehr gut und war noch fit um ein paar Kilometer auf der fast leeren Autobahn A 7 in Richtung Valencia weiterzufahren. 

Kurz vor Málaga, direkt neben der Autobahn zog ich auf einem mir bekannten Parkplatz mit Zugang zum Meer, die Handbremse.

 

Und es war wieder traumhaft schön, mit der Sonne aufzustehen. Ich genoss diese Stimmung und das Frühstück sehr lange.

Wegen der beiden Regentage hatte ich Marokko einen Tag früher verlassen und hatte nun etwas mehr Zeit für die Rückreise.

 

Zwischen Málaga und Granada hörte ich ein Pfeifen am Fahrzeug. Ich stoppte am nächsten Parkplatz. Das Pfeifen war plötzlich weg. Im Leerlauf und mit höheren Drehzahlen war das Pfeifen nicht zu hören. Unter dem Fahrzeug konnte ich auch nichts feststellen.

Immer wenn ich im 4. oder 5. Gang unter Last fuhr, hörte ich das unangenehme Pfeifen.

 

In der Nähe von Granada sah ich den ersten Schnee.

In Murcia war ein großer Land Rover Händler mit Werkstatt. Hier stoppte ich vor dem großen neuen Gebäude. Im Schaufenster waren nur Range Rover und Discovery zu sehen. Davor stand ich mit dem total verdreckten Mammut.  Der Empfang war doch etwas kühl.

 

Ein Mechaniker kam aus der Werkstatt. Ich versuchte zu erklären, was ich während der Fahrt festgestellt hatte. Der Mechaniker sprach nur Spanisch.

Es setzte sich zu mir ins Fahrzeug und wir drehten eine Runde. Ihm war wohl sofort klar, was die Ursache sein könnte. Mit Google Translate übersetzte er von Spanisch auf Englisch.

“Loch im Rohr“ habe ich ins Deutsche übersetzt.

Nach 15 Minuten Wartezeit dufte ich die blitz blanke und große Werkstatt hineinfahren.

Hier standen auch 2 Brüder vom Mammut.

Es wurden im Ansaugtrakt zuerst alle Verbindungen und Befestigungen überprüft. Alles ok. Mit einem Gerät wurde künstlicher Nebel erzeugt. Dieser wurde vom Auspuffendrohr mit Druck nach vorne in den Motorraum gedrückt. An einer Stelle war ein kleiner Jarriss. Hier kam der Nebel heraus. Mit etwas Spülmittel konnte man die Blasen an der Stelle sehen. Ich war froh, dass die Ursache gefunden wurde.

Der Riss wurde zugeschweißt und eine neue Druckprüfung gemacht. Dann nochmals geschweißt. Alles war ok. Die gesamte Prozedur, dauerte fast 2 Stunden. Der Inhaber, der etwas Englisch sprach und wohl ein Haus in Essaouira hat, meinte, ich müsse nichts bezahlen.  

Der Mechaniker bestand auf einer Probefahrt um sicherzugehen, dass wieder alles ok ist. Das Pfeifen war immer noch zu hören, der nette Mechaniker sprachlos. Er konnte sich nicht erklären, woher dieses kam. Es war bereits kurz vor 19 Uhr. Ich fragte ihn, ob ich so auch nach Hause fahren kann, was er auch bejahte.

 

Ich fuhr weiter bis nach Valeras, wo ich auf dem Parkplatz am Bootshafen übernachtete.

Da ich Zeit hatte, schlich ich weiter der Mittelmeerküste entlang. In Benidorm sah ich einen Land Rover Händler und stoppte.

Dem Werkstattmeister versuchte ich zu erklären, was das Problem am Fahrzeug ist. Auch er drehte mit mir im Fahrzeug eine Runde und konnte das Pfeifen wohl auch gleich zuordnen. Er hatte auch alle Verbindungen im Ansaugtrakt geprüft. Seine Diagnose war, dass ein Riss im Ansaugkrümmer die Ursache sei. Das Teil wäre in 2 Tage da, der Einbau würde ca. 6 Stunden dauern. Er machte mir jedoch Mut, dass ich so auch nach Hause fahren kann.

 

Kurze Pause unterwegs. Wie so oft.

Am Nachmittag meldete sich Burkhard und Kerstin. Beide waren auch auf dem Heimweg und wir waren zeitlich gesehen, nicht weit voneinander entfernt.  Wir vereinbarten, dass wir uns in der Nähe von Narbonne am Abend zum Restetrinken treffen werden. 

 

Gegen 21:30 Uhr trafen wir uns auf einem Parkplatz und fuhren zusammen zum Übernachtungsplatz an einem Etang, nahe dem Meer.

 

So ein spontanes Treffen ist doch immer wieder schön. Wir schlürften noch einige nussige Kurze, bevor wir unsere Gemächer aufsuchten.

 

Leider zeigte sich am nächsten Morgen die Sonne nicht. Auch war es recht kühl. Dennoch hatten wir eine schöne Aussicht und konnten die Flamingos beobachten.

Nach dem Frühstück trennten sich unsere Wege. Kerstin und Burkhard wollten über die Ardèche, dann durch die Schweiz nach Hause fahren.

 

Auf Landstraßen fuhr ich bis nach Beziers. Von hier auf der A 75 in Richtung Norden. Ca. 20 km nach dem Viadukt von Millau hörte ich metallische Geräusche, welche mich zu einem schnellen Stopp in einer Nothaltebucht veranlassten.  Ich vermutete ein Problem im Verteilergetriebe.

Gut ist, wenn man ADAC Mitglied ist und auch gleich an einer Notrufsäule parkte. Der ADAC kann hier nicht sofort helfen, da die Autobahnen privatisiert sind. Leider funktionierte die Notrufsäule nicht.

Also wieder bei ADAC angerufen. Hier wurde mir eine Telefonnummer mitgeteilt. Dort angerufen. Ich kann kein Französich, bzw. nur wenige Worte, der Gesprächspartner nur ein paar Brocken Englisch. Ich solle bei der Polizei anrufen. Auch hier nur Französisch. Der Polizist in der Leitung organisierte eine Kollegin die sehr gut Englisch sprach.

Dann lief alles wie am Schnürchen. Wenige Minuten später trafen 2 Fahrzeuge vom Autobahnbetreiber ein und ein paar Minuten später der LKW, der das Mammut mit in die Werkstatt nahm.

Kerstin und Burkhard hatte ich inzwischen auch informiert. Sie waren ca. 1,5 Fahrstunden entfernt und sind zurück zur Werkstatt gekommen. Auch Burkhard und der Mechaniker vermuteten einen Schaden im VTG. Weiterfahren konnte ich also nicht mehr.

 

Die Werkstatt informierte den ADAC, der dann glücklicherweise einen Leihwagen organisierte, den ich auch in Tuttlingen abgeben konnte.

Die Alternative wäre gewesen, es sich in Burkhards Wohnung zusammen mit Theo gemütlich zu machen, um so zurück ins Ländle zu kommen.

Die Zeit drängte jedoch. Bis 18 Uhr hatte das Büro von Europcar am kleinen Flughafen in Rodez geöffnet. Und dieser war über 50 km entfernt. Schnell packte ich noch einige Dinge im Mammut in ein paar Stofftaschen. Natürlich hatte ich an den Inhalt der Kühlbox nicht gedacht. Der Käse hatte nun Zeit zu reifen.

 

Wir trafen nach einer schnellen Fahrt im Abdul gegen 18:15 Uhr am Flughafen ein. Burkard hatte angerufen, dass es ein bissle später werden würde.

Nur war ich ein

Wir nahmen noch einen schnellen Snack zu uns, bevor sich unsere Wege wieder trennten. Das hätten wir beim Frühstück nicht gedacht.

Abdul mit Besatzung und rechts mein flottes Mietfahrzeug.

Vielen Dank an Kerstin und Burkhard für eure Hilfe und Unterstützung, was den ganzen unerquicklichen Umstand für mich doch etwas leichter machte.

 

Über St. Etienne, Lyon, Besançon, Belfort und Freiburg fuhr ich, unterbrochen von einem längeren Schlaf im Fahrzeug, zurück nach Tuttlingen. 

Die Abdul Besatzung traf 2 Stunden später zu Hause ein.

 

Das Mammut ist ja, nach den gemessenen Daten von Frau Garmin, eine Rakete. Wahrscheinlich hat das Verteilergetriebe die hohe Geschwindigkeit nicht mitgemacht und gestreikt :-)

Das Mammut wurde nach 10 Tagen in der Werkstatt in Stockach angeliefert. Das VTG ist hinüber.  Es war kein Öl mehr drin. Dies wurde lt. Rechnung der Werkstatt im Februar 2017 gewechselt. Einen starken Ölverlust am VTG hatte ich nie festgesellt.

Nach dem Einbau eines generalüberholten VTG war das Pfeifen nicht mehr zu hören.

 

Allg. Reiseinfos:

Fahrzeug: Land Rover Defender 130

Anreise: Tuttlingen, Besancon, Lyon, Le Puy, Beziers, Barcelona, Valencia, Almeria.

Überfahrt mit der Fähre: Almeria-Mellila, 140 €, 1 Person + Fahrzeug

Rückreise: Tanger Med-Algeiras ca. 120 €, 1 Person + Fahrzeug

Autobahngebühren gesamt: Ca. 120 €, Kategorie 2, Durch Spanien reise ich fast mautfrei.

Dieselverbrauch durchschn. 11,5 L/100 km


Günstigste Dieselpreise pro Liter:

Frankreich: ca. 1,20 € (Supermärkte)
Spanien: 1,05 €, abseits der Autobahnen und Schnellstraßen
Marokko: 0,84 € ( MAD 9,6)

Fiche ausgehändigt: 2 x


Wetter in Marokko:

Tagsüber meist sonnig. Die letzten 3 Urlaubstage in Marokko teilweise starker Regen

Im Norden, nachts teilweise Frost. Tagsüber ca. 15 Grad

Im Süden, kühle Nächte, Tagsüber ca. 20 Grad und mehr


Übernachtungen:

Bei den Familien. Sonst nur freie Übernachtungen.

 

Reiseliteratur:

Diesmal hatte ich keinen Reisführer dabei.

Zu empfehlen ist der Marokkoreiseführer von Reise Know How


Kommunikation:

SIM Karte Maroc Telecom für das Handy: Aufgeladen mit ca. 3 Euro.

Telefonieren und Simsen kann man damit nur im Inland. Wer ins Ausland telefonieren möchte, muss einen anderen Tarif wählen. Nach Sonderaktionen der Maroc Telecom fragen.

Maroc Telekom hat wohl die beste Netzabdeckung. Orange ist auch ok. INWI ist nach Aussage der Marokkaner nur in den größeren Städten gut. WIFI habe ich in den vielen Cafes genutzt.

 

Navigation:

MARCO POLO Marokko 1: 800.00,
Reise Know How: 1: 1.000.000

 

Garmin 278, mit Topo Marokko.
Osmand, Marokko, Offline Navigation mit dem Smartphone
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