Marokko über den Jahreswechsel 2015-2016

 

Warum fährt denn der Martin schon wieder nach Marokko, dachten und denken sich viele.

 

Wegen der teilweise sehr negativen Medienberichterstattung bezüglich der nordafrikanischen Länder und der Menschen wurde ich oft angesprochen, ob es dort sicher sei und ich keine Angst hätte, alleine unterwegs zu sein. 

 

Meine Erfahrung:

 

Werfe nie alle in einen Topf. Ausreißer gibt leider immer und überall.

Ich sehe den einzelnen Menschen.

Aus welchem Land dieser kommt oder wohnt, welcher Religion dieser angehört, welche Hautfarbe dieser hat, ist nebensächlich.

Entweder ich komme mit meinem Gegenüber klar oder nicht. Und dieses Gefühl spüre ich. Ist es positiv öffne ich mich. Und dies merkt auch mein Gegenüber. 

 

Auch in meinem Job im Vertrieb, habe ich es täglich mit unterschiedlichsten Menschen zu tun. Auf internationale Messen kommen Interessenten und Kunden aus aller Welt zu uns auf den Messestand. Darüber freue ich mich immer sehr.

 

Seit den letzen 4 Jahren bereise ich wieder Marokko. Nach den anfänglichen negativen Eindrücken und Erfahrungen während meiner ersten Tour im Jahr 2008, habe ich mich in dieses orientalische Land verliebt.

 

Ich freue mich über die grandiosen, abwechselnden und sich in den schönsten Farben ändernden Landschaften, den Atlantik, das Mittelmeer, die Stein- und Sandwüsten, die Mittel- und Hochgebirgsregionen und dies im Zusammenspiel den sehr netten und gastfreundlichen Menschen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind.

 

Solch eine Offenheit, Herzlichkeit, Wärme und Hilfsbereitschaft habe ich auf meinen vielen Reisen selten erlebt.

 

Auch das Einfache, das Ursprüngliche, das Unaufgeräumte mag ich. In Marokko sehe und erlebe ich dies live.

In die gesunde und leckere marokkanische Küche habe ich mich verliebt.

 

Viele Menschen auf dem Land arbeiten um zu Leben. Sie haben viel mehr Zeit für sich und ihre Familien. Hier ist auch der Zusammenhalt sehr groß.

 

Ich komme oft aus dem Staunen nicht heraus, wenn ich bei den Menschen zu Hause bin. Mit einfachsten Mitteln wird der Haushalt bewältigt, die Äcker und Felder bestellt, geerntet, etwas repariert, gebastelt oder gebaut. Und es funktioniert.

 

 

Salam und hallo liebe Marokkofreunde, oder die es noch werden.

 

Über den Jahreswechsel war ich wieder mit dem Zebra in meinem geliebten Land unterwegs, von dem in diesem Forum nicht viel berichtet wird.

 

Hier vorab meine grobe Reiseroute und Reiseinformationen:

 

Anreise Süddeutschland-Spanien:

Tuttlingen, Freiburg, Besancon, Lyon, Montpellier, Perpignan, Barcelona, Valencia, Murcia bis in den Hafen von Almeria.

 

Meine Reiseroute in Marokko, mit mehrtägigen Unterbrechungen:

Ankunft im Hafen von Melilla. Einreise nach Nador. Weiter direkt gen Süden bis  Oulad el-Haj, bzw. Orjane.

 

Dann weiter Südwestlich über Missour, Midelt nach Khenifra. Von hier weiter nach Ouzoud, Demante, Ouarzazate. Hier dem Draatal entlang bis nach Zagora.

 

Der N9 bis nach Mhamid gefolgt. Ab hier 2 Tage auf Pisten durch den Erg Chegaga bis nach Foum Zguid.

Wieder etwas nordwestlich über Tazenakht in die Safranstadt Taliouine. Anschließend eine längere Tagesfahrt bis nach Essaouira. 

 

Vor hier aus, mit Unterbrechungen über Safi, El-Jadida, Casablanca, Rabat, Larache in den Hafen von Tanger. Dort setzte ich nach Tarifa über.

 

Insgesamt verbrachte ich 17 Tage im wunderschönen Marokko. Wieder viel zu wenig Tage.

 

Rückreise:

Tarifa, Malaga, Granada, Murcia, Valencia, Barcelona, Perpignan, Montpelier, Lyon, Besancon, Freiburg, Tuttlingen

 

Die Anreise:

Es ist Freitag, der 18.12.2015. In Gedanken bin ich schon auf dem Weg in mein geliebtes Marokko.

 

Das Zebra war startbereit und voll mit Dingen beladen, die ich für Freunde und Bekannte in Marokko mitnahm. Auch ein Mountainbike von meinem Cousin Tristan war mit an Bord. Danke Tristan für das Geschenk, das in Marokko in gute Hände kommen wird. Wohnlich war es bei der Anreise im Zebra nicht. 

Es sind noch einige Aufgaben im Unternehmen abzuarbeiten, Termine für das neue Jahr zu bestätigen, am letzten Meeting in Jahr 2015 teilnehmen und die Geschäftsführerin informierte alle Mitarbeiter über das sehr erfolgreiche Geschäftsjahr 2015.

 

Am Abend dann noch die abteilungsinterne Weihnachtsfeier besucht, geschwätzt und gut gegessen.

 

Das in der Nähe geparkte Zebra rief ständig nach mir. Seinem Drängen kam ich nach, obwohl ich mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen sehr wohl fühlte. Einige waren überrascht, dass ich nun gleich in den Urlaub starten werde.

 

Überrascht waren auch die Verkäuferinnen beim LIDL, als ich um 20.59 Uhr noch schnell durch die Eingangstüre huschte. Ein herzliches Willkommen stellte ich mir anders vor. Nun ja, die Mitarbeiterinnen wollten ja auch in ihren wohl verdienten Feierabend und waren froh, dass ich schnell, mit Butter in der Hand und Säften unter den Armen das Geschäft verlies.

Es regnete in Strömen. Besser als Schneefall. Über den Hochschwarzwald ging es über Freiburg rüber nach Frankreich. An der Grenze wurden Kontrollen durchgeführt.

 

In Besancon habe ich die Autobahn verlassen und bin dieser parallel gefolgt. In dem kleinen Städtchen Fraisans schlug ich auf dem öffentlichen Parkplatz gegen 1 Uhr mein Nachtlager auf.

 

Fraisans liegt direkt an meinem Lieblingsfluss, dem Doubs.

Noch kurz an den nächsten Baum gepinkelt, Zähne geputzt, mit einem feuchten Tuch durch das Gesicht gewischt, mich über das sperrige Fahrrad im Wohn- und Schlafzimmer aufgeregt, irgendwie Platz im Schlafzimmer im Erdgeschoss geschaffen und dann schnell weggesegelt.

 

Vor dem Sonnenaufgang öffneten sich meine Augen. Es war etwas kühl in der Wohnung. Die Standheizung wurde aktiviert. Nach 10 Minuten war die Wohlfühltemperatur in der Wohnung erreicht.

 

Zuerst wurde das Fahrrad vor dem Zebra abgestellt. Was für ein Raumgefühl in der Wohnung. Ein Traum. Kurz das Badezimmer aufgesucht und dann gleich 300 m weiter zur Boulangerie gelaufen. Der Duft aus der Backstube hätte auch einen Blinden direkt vor die Eingangstüre geführt.

In den Körben warteten schon ungeduldig 2 Baguettes und 4 Croissants auf mich. Madame kam hinter der Theke hervor. In ihren Händen hielt sie einen Korb. Ich solle doch da rein greifen und ein Los ziehen. Ich durfte an der Weihnachtslotterie teilnehmen.

Die Glücksfee war mir wohlgesonnen. Madame überreichte mir einen, in Klarsichtfolie, verpackten Kugelschreiber. Den Eintausch gegen ein Pain au Chocolat lehnte sie lächelnd ab.

 

Oh wie schön dieser, doch so trübe Samstag im Dezember wieder begann.

 

Auf dem Weg zu meinem mobilen Appartement, es war noch dunkel, entdeckten meine fleißigen und interessierten Augen, Licht an einem großen Fenster, das sich im 1.OG eines Hauses befand. Vorhänge gab es da wohl nicht. Eine schöne Frau war gerade dabei, sich anzukleiden. Sie ließ sich Zeit.

 

Der Gaskocher erhitzte das Kaffeewasser, während ich in der Küche das krosse Baguette mit Biobutter bestrich. Darauf wurde noch leckere selbstgemachte Heidelbeermarmelade aus Hamburg gleichmäßig verteilt. Die Heidelbeeren wurden von Sträuchern aus den litauischen Wäldern entwendet.

 

Nach diesem Luxusfrühstück versuchte sich die Morgensonne durch den Nebel am Fluss zu kämpfen.

Noch kurz die Wohnung aufgeräumt und das Arbeitszimmer für den langen Tag eingerichtet.

Gegen 8:30 Uhr habe ich mich von Fraisans und dem Doubs verabschiedet und bin weiter gen Süden gefahren. Es ist immer ein schönes Gefühl in Richtung Mittelmeerküste zu schleichen. 

 

In Bourg en Bresse bin ich wieder auf die Autobahn gefahren. Diese hatte ich bis Spanien nur zum Tanken und Einkaufen verlassen.

 

Es war eine unspektakuläre und lange Fahrt bei etwas trübem Wetter. Dennoch immer wieder schön und entspannend.

 

Der einzige Stau an diesem Tag war an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien. Auch hier wieder Grenzkontrollen. Die 3 Fahrspuren wurden in eine Spur bis zur Kontrollstelle geführt.

 

In Barcelona verließ ich die mautpflichtige Autobahn. Auf der N340 und der mautfreien A7 folgte ich der Mittelmeerküste.

 

Es war ja bereits dunkel. Die kleineren Küstenstraßen waren somit nicht interessant für mich.

Gegen 23 Uhr zog ich in der Nähe von Torreblanca die Handbremse. Fast 14 Stunden, unterbrochen von einigen kurzen Pausen war ich an diesem Tag unterwegs.

 

Das Meer begrüßte mich und lud mich ein, direkt an seiner Küste zu übernachten. Diese Einladung nahm ich gerne an und genoss noch einige Minuten vor dem Zebra das Meeresrauschen bei angenehmen Temperaturen. Mein Rauschen wurde deutlich übertönt.

 

Das Bett war schnell vorbereitet. Dem Fahrrad würdigte ich keines Blickes. Dennoch freute ich mich, dieses dabei zu haben um es dem Sohn von Redouane zu schenken.

 

Frank, der 14 seiner Urlaubstage bei Redouane in Marokko verbrachte, hatte mich über dessen Wunsch informiert.

 

Gerne hätte ich im OG geschlafen. Hier ist man noch näher am Meer. Das OG war jedoch voll belegt mit guter neuer und gebrauchter Kleidung. Vielen Dank an die Spenderinnen und Spender.

 

 

Der Morgenhimmel war leider mit vielen Wolken bedeckt. Ich döste noch eine Stunde weiter.

 

Wieder das Fahrrad aus der Wohnung entfernt, mich aufgehübscht, noch die Reste vom Vortagsbaguette über die Gasflamme gehalten, ein knatischiges Croissant und ein Tässle Kaffee verhaftet. So ein Frühstück direkt am Meer ist schon ein Genuss.

 

Frau Garmin informierte mich, dass es noch ca. 550 km bis zum Hafen nach Alemeria sind. Hier wollte ich mich gegen 16 Uhr mit Frank treffen, der auf der Rückreise von Marokko war.

 

Viele Pausen konnte ich heute nicht machen. Spanischer Rotwein wurde jedoch noch im Zebra gebunkert. Das mitgeführte Dosenbier hatte ich im August 2015 in Spanien gekauft, mit nach Marokko und dann wieder mit zurück nach Deutschland transportiert.

 

Valencia begrüßte mich mit herrlichem Sonnenschein, der mich durch Andalusien bis nach Alemeria begleitete.

 

Um 15.45 Uhr traf ich am Hafen ein. Es war auffallend wenig los. Eine Fähre hatte ich nicht gebucht.

 

Etwas angespannt bin ich zum Ticketschalter gelaufen. Ich hatte Glück. Auf der 24 Uhr Fähre nach Melilla waren noch Plätze frei. 152 Euro hatte ich für das Ticket bezahlt.

 

Frank traf gegen 16 Uhr am Hafen ein. Es gab viel zu reden. 

Nach einem kleinen Snack und einem Begrüßungsbier, haben wir noch das festlich geschmückte Stadtzentrum und den Weihnachtsmarkt besucht.

 

Es war viel los. Von einer Wirtschaftsflaute in Spanien bemerkten wir nichts.

Unsere Mägen hatten den kleinen Snack schon aufgelöst und forderten mehr.

 

Dem wollten wir natürlich nachkommen. Dies war um diese Uhrzeit doch etwas problematisch. Die Restaurants öffnen erst gegen 20 Uhr. Auch auf dem Weihnachtsmarkt wurden, außer süßen Crepes, keine warmen Speisen angeboten.

 

Uns wurde der Weg zu einem Restaurant erklärt, dass ich in einer der vielen Nebengassen befand. Hier machten wir uns es vor dem Restaurant gemütlich und genossen die leckeren Vor- und Hauptspeisen. Fisch sollte es ja direkt am Meer schon sein.

Mein Smartphone meldete den Eingang einer SMS. Jochen, Burkhard, Kerstin, Steffi, und Theo, der Hund, entdeckten unsere Autos am Zollhafen. Auch sie besuchten noch die Innenstadt.

 

Wir trafen und begrüßten uns auf dem Parkplatz am Hafen. Jochen hatte ich vor 2 Jahren im Süden Marokkos kennengelernt.

 

Burkhard kannte ich nicht persönlich, sondern nur aus dem Buschtaxiforum.

 

Es war seine erste Marokkotour mit seiner Frau Kerstin und Hund Theo. Auch seinem  Linkslenker war das orientalische Land noch fremd.

Jochen hatte Steffi, eine Freundin von Burkhard und Kerstin mitgenommen.

 

Jochens Freundin, die auch Steffi heißt, konnte aus beruflichen und familiären Gründen zu diesem Reisetermin nicht mitfahren. Ich glaube, das kostete Jochen viel Überredungskunst, mit einer anderen Steffi unterwegs zu sein. Steffi hatte ein kleines Zelt dabei, in dem sie übernachtete. 

 

Die Wartezeit am Hafen verging sehr schnell. Frank versorgte uns noch mit vielen Informationen bezüglich Marokko.

Er übernachtete in seiner Taxe auf dem Parkplatz im Zollhafen.

 

Wir durften ca. 23 Uhr in den Bauch der Fähre fahren. Ein kompakter 4x4 MAN mit einem netten Ehepaar aus Rheinland Pfalz war auch noch mit an Bord.

Kurz vor der Einfahrt in die Fähre musste ich rechts raus fahren. Der Kontrolleur meinte, meine Taxe ist im Vergleich zum Ticketpreis zu hoch. Ich solle wieder zum Schalter zurück, um mir ein neues Ticket zu kaufen. Ich hatte protestiert, und deutlich gemacht, dass wir hier eine Gruppe sind und die Tickets in Ordnung seien. Nach 3 Minuten Diskussion konnte ich auf die Fähre fahren.

 

Die Fähre legte ja im spanischen Melilla an. Es sind also keine marokkanische Zöllner an Bord, die die Einreiseformalitäten auf der Fähre vorab erledigten. Es war ja Mitternacht und die Fährte legte am nächsten Morgen an.

 

Mir gingen so viele Gedanken durch den Kopf, dass ich ganz vergessen hatte, die Taxe zu verlassen.

 

Ankunft in Marokko:

Wir trafen uns alle wieder am nächsten Morgen im Fahrzeugdeck. Die Sonne lies Urlaubsstimmung aufkommen.

 

Die gemeinsame Richtung war der Süden Marokkos. Mein erstes Ziel lag auf der Strecke und sollte noch bei Tageslicht erreicht werden können.

Also beschlossen wir, gemeinsam an diesen Tag weiterzufahren.

 

Die Ausreise aus Spanien und die Einreise nach Marokko am Zoll waren reibungslos. Ging auch relativ flott.

 

Jochen hatte keine, für Marokko, gültige Grüne Versicherungskarte. Er versuchte eine Versicherung abzuschließen. Entweder waren die Büros geschlossen oder nicht zu finden. Ein hilfsbereiter Marokkaner stellte noch einen Kontakt bezüglich der Versicherung her. Die Versicherung, die angeboten wurde, war jedoch recht teuer.

Jochen informierte gleich seine Versicherung in Deutschland. Diese sagten zu, umgehend eine aktuelle Versicherungskarte auszustellen. Glaube per Mail bekam er dann den Nachweis, bzw. die Bestätigung.

 

Brot wurde noch eingekauft, Geld getauscht und dann ging es im Minikonvoi raus aus Nador in Richtung Süden.

 

Außerhalb der Stadt wurden die Mägen der Fahrzeuge gefüllt.

Gegenüber war auch ein Restaurant, das sofort aufgesucht wurde. Jede und jeder fand etwas Passendes für seinen Geschmack. Bei Theo wusste ich es nicht.

 

Mein Vorschlag, die erste Nacht in Marokko bei Redouane in Dorf El-Orjane zu verbringen wurde angenommen. Ich informierte ihn über unser Kommen.

 

Auf der N15 fuhren wir, unterbrochen von kurzen Pausen, Fahrer- und Beifahrerwechsel bis in die kleine Provinzstadt Ouatat-El-Haj, die am Oued Moulouya und am Fuße des Mittleren Atlas liegt.

 

Von hier aus fuhren wir zum Dorf El-Orjane. Frau Garmin zeigte mir den Wegpunkt an, jedoch keine Straßen. Bis zum Dorf sind wir gekommen. Zu Redouane nicht gleich.

 

Mitten im Dorf bogen wir in eine unbefestigte Straße ein, die wohl in einer  Sackgasse endete. 3 Taxen in dem Dorf zogen doch viele neugierige Blicke auf sich.

 

Die Richtung zu Redouanes Haus stimmte, nur die Straße/Weg nicht. Wir mussten wenden.

Der stellvertretende Bürgermeister bot an, uns den Weg zum Haus zu zeigen. Er nahm im Zebra Platz. Es waren doch noch einige Meter zu fahren. Wir bedankten uns für seine Hilfe, uns den richtigen Weg zu zeigen.  

 

Die Freude war groß, Redouane wieder zu treffen. Seinen Sohn Zakaria lernten wir auch kennen. Suzanne aus Frankreich war auch da.

 

Platz war für die Landcruiser genug vorhanden. In der Nähe des Hauses wurden diese abgestellt.

 

Nach einem leckeren Tee gingen wir alle rüber zur Olivenmühle um uns über die Herstellung des leckeren Bioöls vor Ort zu informieren. Es war sehr interessant, die einzelnen Arbeitsschritte live zu sehen.

Ich überreichte Zakaria sein Mountainbike. Jochen schraubte noch das Pedal an und ich setzte das Vorderrad ein.

Am Haus angekommen machten wir uns es im Wohnzimmer gemütlich. Redouane zauberte noch eine leckere Tajine. Dazu wurde Rotwein geschlürft. Bei den Ersten setzte die Müdigkeit ein.

 

Suzanne musste noch mit dem Nachtbus bis Casablanca fahren. Von dort flog sie am nächsten Vormittag weiter nach Frankreich.

 

Steffi hatte ich angeboten, im Gästezimmer im OG, zu übernachten. Auf dem harten Boden und im Zelt zu schlafen, musste nun doch nicht sein.

 

Redouane, Jochen und ich sind noch eine Weile wach geblieben.

Für das Wohlbefinden vom etwas angeschlagenen Jochen bereitete Redouane noch zwei natürliche Gesundheitsgetränke zu. Eukalyptus mit etwas Wasser gemischt und Honig mit Zitrone gemischt. Die in dieser Region konsumierten Rauchwaren trugen zu meinem Wohlbefinden bei.

 

Ganz zufrieden suchten wir unsere Zimmer auf.

 

Die Morgensonne weckte mich. Umgehend wurde in den Küche gleich mal Wasser für den Gutenmorgenkaffee aufgesetzt. Ein kurzer Blick in das Gästezimmer im OG zeigte, dass Steffi noch tief und fest schlief.

So nach und nach, wurden die Zimmertüren der mobilen Appartements geöffnet.

Im schönen Morgenlicht schaut doch alles wieder anders aus, als in der Dunkelheit.

 

Jede und jeder war irgendwie beschäftigt.

Burkard füllte den Wassertank im Fahrzeug, Jochen montierte seine Box auf dem Dach, Kerstin kämmte ihrem Theo das Fell, Steffi fotografierte und Redouane bereitete für uns das Frühstück zu. Dieses wurde vor dem Haus in der Morgensonne eingenommen.

Auch Theo lernte den Nachbarhund kennen. Eine deutsch-marokkanische Freundschaft zwischen den beiden Vierbeinern wurde nicht geschlossen.

 

No hurry in Afrika. Mit der geplanten Abfahrt am Vormittag wurde so schnell nichts.

 

Redouane führte uns mit den Fahrzeugen zum Dorf Tirness. Von hier aus sind wir zu einem Aussichtspunkt gelaufen.

Ein wunderschöner Ausblick über das gesamte Tal bis zum Vulkangebirge auf der gegenüberliegenden Seite.

 

Auf dem Rückweg trafen wir noch seinen Sohn mit dem neuen Fahrrad, der gerade von der Schule kam. Die Schule wurde neu gebaut. Viele Kinder, deren Eltern in sehr abgelegenen Regionen wohnen, übernachten während der Woche in der Schule.

 

Auch die Olivenmühle wurde nochmals besucht und frisches kaltgepresstes Bio Olivenöl gekauft.

Im gegenüberliegenden Café machten wir uns es noch alle kurz gemütlich.

Redouane und ich verabschiedeten uns von den Marokkoreisenden, die weiter den schönen und landschaftlich reizvollen Süden erkunden wollten.

Es war ein bissle traurig. Hatte ich mich doch gerade die Gensüdenfahrer gewöhnt.

 

Ich blieb bei Redouane und seinem Sohn. Wir genossen den schönen Sonnentag draußen vor dem Haus bei gutem Essen, Tee, einigen Pfeifchen, etwas Rotwein und vielen interessanten Gesprächen.

 

Redouane gründete, zusammen mit weiteren Personen die Assoziation (Verein) NIBRAS.

 

Dieser ist nun offiziell bei den Behörden eingetragen. Zusätzlich wurde dem Verein weiteres Land für seine geplanten Aktivitäten zur Verfügung gestellt. Insgesamt sind es nun ca. 7 Hektar.

 

Ziel des Vereins ist, die Menschen im Dorf mit Trinkwasser zu versorgen, einen Kindergarten/Vorschule mit kleiner Bibliothek für die Nomadenkinder einzurichten, die Menschen in der Region mit Ausländern zusammenzubringen. Es soll ein Kulturaustausch erfolgen.

 

Auch rüstige Rentner oder andere Personen die Zeit haben, können sich hier aktiv mit einbringen. 

 

Dazu soll die Möglichkeit geschaffen werden, auf dem Grundstück zu übernachten. Dies kann im eigenen Fahrzeug oder in Beduinenzelten erfolgen. Langfristig soll es auch Übernachtungsmöglichkeiten in einer Kasbah geben.

 

Tiefe und unverfälschte Einblicke in das Leben der Menschen sind bei längeren Aufenthalten garantiert.

 

Es bietet sich für Reisende, auch mit Kindern, an, bei Redouane zu übernachten. Von Nador oder Melilla sind es ca. 4 Fahrstunden in Richtung Süden. 

Die Sonne ging unter. Der Himmel zeigte sich ein einem schönen Licht.

 

Der klare Sternenhimmel und die ungewöhnliche Stille waren wieder wunderschön und luden zum Träumen ein.

Es ist immer wieder ein Umstellung, sich an die langen Nächte zu gewöhnen. Gegen 18 Uhr ist es bereits dunkel.

 

Der sich bereits errötende Morgenhimmel lies mich nicht mehr schlafen. Ich genoss den Sonnenaufgang bei einem Kaffee.

 

Der Nachbarhund kam zu einem Besuch vorbei. Es ist sehr selten, dass die Hunde so zutraulich sind. Jedenfalls genoss er meine Nähe und meine Leckerlis. Sehr begeistert war er von diesen jedenfalls nicht. Na, wenn´s denn unbedingt sein muss.

 

Nach dem gemeinsamen und leckeren Frühstück wurden die beiden Esel, die hier nicht arbeiten müssen, mit Wasser versorgt.

 

Nach einem Behördenbesuch in der Stadt besuchten wir Redouanes Cousin Bahmed,in einem anderen Dorf. Hier besichtigten wir, ein noch leer stehendes großes Haus, das auf einem Hügel gebaut wurde. Geplant ist, dass hier mittelfristig Gäste übernachten können. Auch oben auf dem Dach.

 

 

Mit seinem Cousin Bahmed fuhren wir auf Pisten etwas weiter gen Norden an ein kleines Oued. Hier machten wir ein Picknick. Auch ein schönen Platz um sich hier zu entspannen.

 

Gegenüber der Straße ist ein riesiges umzäuntes Gelände, das vom Militär und der Polizei bewacht wird. Hierher kommen die Saudis um ihre Falken zu trainieren.

 

Wir fuhren hoch zur Straße und am Camp vorbei. Natürlich wurden wir von der Polizei angehalten, die sich nur für den Fremden interessierte. Ich überreichte dem Beamten ein Fiché.

 

In Ouatat-El-Haj kauften wir noch die Patesserie leer und besuchten ein Café mit WLAN Zugang. Dies nutzte ich gleich aus.

 

Am Abend fuhren wir gemeinsam zum Abendessen zu Redouanes Verwandten, die ca. 10 km nördlich in einem Dorf am Oued Moulouya, wohnten. 

 

Es war ein sehr herzlicher Empfang. Von den Kindern und Männer gab es gleich viele Küsschen auf die Wangen. Ich fühlte mich gleich wie zu Hause. Der doch etwas sehr ängstliche mittelgroße Hofhund blieb auf Abstand und bellte. 

 

Mohamed und Jihan

Natürlich wurde immer wieder nach Frank gefragt, der ja 14 Tage bei Redouane verbrachte und alle Verwandten und Bekannten von ihm kannte.

 

Das riesige Wohnzimmer war nicht beheizt,

So nach und nach füllte sich das Wohnzimmer. Es war Olivenernte, bei der auch bis in den Abend hinein gearbeitet wird.

 

Es waren sicherlich über 15 Personen, die es sich in warmer Kleidung im Salon gemütlich machten.

Wir zogen nach dem Tee alle in die hintere Ecke des Wohnzimmers um. Ich holte, wegen der kühlen Temperaturen aus meinem Kleiderschrank noch meinen Jelaba, der mich jedoch nicht gegen meine eiskalten Füße schütze. Einige saßen barfuß im Zimmer. Ich schüttelte nur den Kopf, die Betroffenen lachten.

 

Fatima servierte, den von ihr zubereiteten, Couscous in einer riesigen Schale. Alle saßen um den runden Tisch. Ich musste zuerst mit dem Essen beginnen. Ein Traum dieser Couscous mit frischem Gemüse und Putenfleisch. Wasser zum Trinken wurden 3 Gläser gefüllt. Jeder und jede trank daraus.

 

Zum Nachtisch wurden Mandarinen serviert.

 

Die Frauen brachten warme Wolldecken, in die wir uns alle einkuscheln konnten.

 

Ich wurde natürlich von allen genau beobachtet. Vielleicht wurde ich auch mit Frank verglichen, der hier auch sehr vermisst wurde. Insbesondere von einem der jüngeren Söhne der gastgebenden Familie.

 

Die elfjährige Jihan hatte wohl ein Auge auf mich geworfen. Den ganzen Abend beobachtete sie mich. Ich sie natürlich auch. Wir lächelten uns oft an.

 

Gegen 23 Uhr haben wir uns verabschiedet. Dieser fiel mir sehr schwer. Solch eine Wärme und Geborgenheit, bei diesen netten und mir doch unbekannten Menschen, erlebe ich sehr selten. Jedoch sehr oft in Marokko. Wie kühl ist es doch in den reichen Industrieländern.

 

Zakaria musste um 2 Uhr mit dem Nachtbus nach Fes fahren. Am nächsten Tag hatte er einen Termin bei einem Augenarzt. In Fes wohnt die Schwester seines Vaters, bei der Zakaria auch 2 Tage wohnte.

 

Heute ist der 24.12.2015.

Diesmal auch ein Feiertag in Marokko. Der Geburtstag von Jesus und der des Propheten Mohammed, der wohl nach dem Mondkalender berechnet wird, fielen auf diesen Tag zusammen. Das letzte Mal ist das im Jahr 1852 gewesen und erst 2080 wird der Geburtstag des Propheten wieder am gleichen Tag wie die Geburt Jesus gefeiert.

 

Den Sonnenaufgang hatte ich doch glatt verpennt. Jedoch war ich früher als Redouane auf den Beinen, begrüßte die Sonne und bedankte mich für den neuen geschenkten Tag.

 

Redouane zauberte wieder ein leckeres und gesundes Frühstück, das wir in der Morgensonne einnahmen.

 

Die eingesetzten Olivenbäume wurden gegossen, die Esel versorgt und nach der Pumpe im Brunnenhaus geschaut.

 

Hier lernte ich den Sohn des Brunnenwärters kennen, der auf Besuch bei seinen Eltern war. Er studierte in Casablanca und arbeitet dort in einem Telekommunikationsunternehmen. In Englisch konnten wir uns sehr gut über die Politik, die Wirtschaft, die Arbeit und das Leben in Marokko und Deutschland unterhalten.

 

Am Nachmittag fuhren wir wieder zu der Familie, bei denen wir den letzten Abend verbracht hatten.

 

Kurz vor dem Dorf stoppten wir. An der Straße, unterhalb einer  Olivenmühle diskutierten und stritten sich viele Frauen. Redouane kannte einige von ihnen. Es ging um die Arbeit in der neuen Olivenmühle.

 

Da ging richtig die Post ab. Redouane wurde als Mediator benannt.

 

Wir besuchten die neue Olivenmühle. Ich durfte dort fotografieren. Hier traf ich auch wieder einige von Redouanes Verwandten.

 

Es ist schon ein großer Unterschied, gegenüber den konventionell arbeitenden Mühlen. Viele Arbeitsschritte sind automatisiert. Oliven vorne rein, Blätter und kleine Zweige werden in das Freie geblasen, die Reste nach außen in ein großes Becken gepumpt, das Öl läuft hinten an der Mühle aus Italien, wieder raus.

Nach vielen Fotos, der Besichtigung und einem Tee beim Direktor fuhren wir, 8 Personen, mit dem Zebra zum Haus seines Cousins Rahou.

 

Die Freude alle wiederzusehen war groß. Auch den scheuen und ängstlichen Hofhund konnte ich anfassen. Wir saßen alle vor dem Haus.

Im Salon wurde dann, von Fatima, frisch gebackenes Brot, Maisbrot, Schalen, gefüllt mit Olivenöl und Honig und den besten Rührkuchen, den ich seit Jahren gegessen hatte, serviert. Ich wollte Fatima gleich mit nach Allemagne nehmen.

 

Den Tee durfte ich einschenken. Es ging fast nichts daneben. Fast nichts.

Jihan saß neben mir. Wir teilten uns eine wärmende Wolldecke. Ich glaube, sie genoss meine Nähe. Mit den Kindern veranstaltete ich noch eine kleine Kissenschlacht.

 

Wieder fiel mir der Abschied schwer. Ich freute mich schon auf den nächsten Tag, um bei der Olivenernte mitzuhelfen.

 

Am späten Abend sind wir dann zurückgefahren. Redouanes Bruder aus Rabat, der bei der Olivenernte mithalf, fuhr auch mit.

 

Wir machten uns es noch bei Redouane gemütlich. In Decken eingehüllt wurde noch ein Spielfilm angeschaut, das eine und andere Pfeifchen geraucht und spanischen Rotwein genossen.

 

Ich hatte wieder sehr gut geschlafen.

Gegen 7.30 Uhr ging ich runter ins Arbeitszimmer und schaltete die Heizung an. Ich wusste, dass Redouane und sein Bruder doch etwas länger schlafen würden. Es wurde schnell warm in den Zimmern. Zum Frühstück genehmigte ich mir ein paar Lebkuchen. Es ist ja der 24.12.

 

Das zweite Frühstück nahm ich mit Redouane und seinem Bruder ein. Es dauert halt immer etwas länger wie gedacht bis zur Abfahrt. No hurry in Afrika. So langsam gewöhnte ich mich daran.

 

Als wir im Haus der Verwandten eintrafen, machten diese bereits ihre erste Teepause im riesigen Olivengarten, der sich hinter dem Haus befand.

 

Es war schön zu sehen, dass Kinder, Frauen und Männer mithalfen. Glaube wir waren über 20 Personen. Alle hatten ihre Aufgaben.

 

Die Männer sorgten dafür, dass die Oliven von den Bäumen auf die ausgelegten Folien fielen uns transportierten die gefüllten Säcke. Die Frauen entfernten die Blätter, kleine Äste und Zweige, die den Eseln als Futter dienten.

Die Kinder sammelten die Oliven ein, die neben den Folien auf der Erde lagen.

 

Ich versuchte mich in allem. Schwer fiel mir, die Oliven mit dem Stock vom Baum zu schlagen. Nach 20 Minuten gab ich auf und sortierte lieber Oliven. Dazwischen oft kurze Teepausen oder mal in den Bäumen ein Pfeifchen genossen.

 

Das Mittagessen, es gab Couscous und zum Nachtisch Mandarinen, wurde an 3 verschiedenen Tischen im Garten eingenommen.

Bis in die Dunkelheit wurde geerntet. An diesem Tag ca. 800 kg Oliven. Daraus werden ca. 160 Liter feinstes kaltgepresstes Olivenöl gewonnen.

 

Fatima kochte zum Abendessen traumhafte Pfannkuchen, die in Schalen, gefüllt mit Olivenöl, Honig oder Marmelade getunkt wurden. Auch der Tee war wieder ein Gedicht.

Jihans Mutter erzählte, dass ihre Tochter die ganze Nacht von mir geträumt hätte. Auch hätte sie geweint.

Und nun wieder die schmerzliche Verabschiedung. Wieder viele herzliche Umarmungen und Küssen von den Männern und Kindern. Viele Tränen flossen. Ich sagte zu, dass ich im August wiederkommen werde. Jihan lockte ich noch zum Zebra und überreichte ihr ein gefülltes Schulmäppchen. 

 

Redouane ist mit seinem Landrover separat gefahren. Auf staubigen Pisten fuhren wir in der Dunkelheit bis in die Stadt. Hier warteten bereits in einem Café sein Schwager aus Fes und ein Freund, die mit dem Bus anreisten.

 

Beide sind im Vorstand von der Assoziation NIBRAS und blieben ein paar Tage bei Redouane um zu arbeiten und um sich bei der Jagd zu entspannen. Driss hatte sein Jagdgewehr dabei.

 

Nach dem Besuch der Tankstelle machten wir es uns noch bei Redouane gemütlich. Alle in Decken eingehüllt, lagen wir im Wohnzimmer und ließen den Tag bei leckeren Dingen ausklingen.

 

Ich hatte mir vorgenommen, heute zur meiner Berberfamilie in der Nähe von Khenifra zu fahren.

 

Die 3 Herren hatten wohl noch lange getagt und standen entsprechend spät auf. Mit Kaffee, Lebkuchen und Tagebuchschreiben überbrückte ich die Zeit in der Morgensonne. Auch der Nachbarhund war wieder zum Spielen aufgelegt.

Das Frühstück fiel aus. Wir gingen gemeinsam zum nahegelegenen Café dies dort ausgiebig nachzuholen. Danach wurden die betonierten Stützen für die Umzäunung aus ihrer Holzschalung befreit.

Zurück am Haus schaute ich mir das fünfschüssige Jagdgewehr an. Hier in der Gegend wird Jagd auf Vögel, Hasen oder Gazellen gemacht. Meist jedoch sind Hasen die Opfer.

Natürlich wurde auch ein Praxistest gemacht. Dazu musste eine halbe ausgepresste Zitrone, die auf einen Stock gespießt wurde, herhalten. Gefunden hatte ich die Zitrone nicht mehr. Und so vergingen wieder die Stunden.

 

Um in Richtung Khenifra aufzubrechen, war es schon zu spät. Jeder Tag birgt neue Überraschungen.

 

Redouane kam mit einer Tajine aus dem Haus. Es war Zeit zu essen. Die Sonne war schon etwas müde. Anstelle vor dem Haus zu speisen ging Redouane mit dieser zu seinem Auto.

Er meinte, wir essen am Fuße der Berge und schauen uns den Sonnenuntergang an.

 

Ich nahm Driss mit. Auf teilweise sehr steinigen Pisten, die auch durch ausgetrocknete Oueds führten, fuhren wir einige Kilometer bis zu einem schönen Platz. Hier verhafteten wir die Tajine und schauten zu, wie sich die Sonne langsam hinter dem Mittleren Atlas versteckte. Zum Nachtisch gab es noch italienischen Hustensaft.

Es war stockdunkel als wir zum Haus zurückfuhren.

 

Mal auf Pisten, mal querfeldein. Die Beleuchtung am Landrover fiel komplett aus. Ein Kabel ist gerissen. Mit dem Feuerzeug und den Zähnen wurde teilweise die Isolierung an den Kabeln entfernt. Aus dem Kofferraum zauberte Redouane noch einen Schalter an dem noch ein einige Kabel hingen. Eines der Kabel wurde als Verlängerung eingesetzt. Die Kabelenden mit der Hand verbunden und die Beleuchtung funktionierte wieder. Ohne Werkzeug wurde diese Reparatur durchgeführt.

 

Irgendwie erreichten wir das Haus. Der, auf dem GPS, aufgezeichnete Track sah aus wie ein Strickmuster.

 

Wir waren wohl bei Redouanes Cousin angemeldet. Hier hatte ich mich ja am Vortag von der gesamten Familie verabschiedet.

 

Mit 2 Autos fuhren wir zum Dorf. Wieder war die Freude groß, dass wir uns alle so schnell wiedersahen. Ich konnte es nicht fassen.

 

Tee wurde im großen und ausgekühlten Wohnzimmer serviert. Fatima brachte eine riesen Schale herein. Nudeln, sehr dünne und ca. 5 cm kurze Spaghetti, die kegelförmig in der Schale angeordnet waren. Darüber wurde Puderzucker gestreut und das Ganze mit Mandeln versehen. Mit einem Löffel wurde die traumhaft schmeckende Süßspeise gegessen. Ich war so satt. Erst die Tajine vor 2 Stunden und dann diese leckere Speise.

 

Jhian saß neben mir. Wir teilten uns die wärmende Wolldecke. So streichelte oft meine Hand unter der Decke und lächelte mich an. Manchmal lag ihr Kopf an meiner Schulter.

 

Nach einer etwas längeren Wartezeit, ich dachte schon an das Gehen, servierte Fatima die Hauptspeise. Große Fleischstücke, mit Kartoffeln, übergossen mit einer Soße und garniert mit Nüssen.

Dies ist wohl eine Spezialität in der Region. Viel konnte ich nicht mehr zu meinem Magen befördern. Er wollte einfach seine Ruhe haben.

Und wieder eine tränenreiche, und diesmal sehr lange Verabschiedung. Ich umarmte auch die Frauen und küsste ihre Wangen. Sie mir die Hand.

 

Von den beiden Cousins bekam ich noch mehrere Liter Olivenöl und frisch eingelegte Oliven als Geschenk mit auf dem Weg.

 

Jihan weinte sehr. Ich trennte mich von einem meiner beiden Fließschlafsäcke und schenkte diesen Jhian. So kann sie immer an Martin aus Allemagne denken, der sie im August wieder besuchen wird.

 

Wir blieben nicht mehr lange wach. Ein Gläschen Rotwein und Bier beschleunigten die Müdigkeit. Die Tüten taten das übrige dazu.

 

Ich hatte mir nun fest vorgenommen, heute meine Berberfamilie zu besuchen, egal was der neue Tag auch für Überraschungen bieten würde.

 

Das zweite Frühstück nahmen wir wieder zusammen im nahegelegenen Café ein.  Die Drei wollten heute zur Jagd. Da wäre ich auch gerne dabei gewesen.

 

Ich konnte Frank verstehen, dass er bei Redouane 14 Tage verbracht hatte und ihm der Abschied auch sehr, sehr schwer gefallen ist.

Es waren wunderschöne, relaxte und erlebnisreiche Tage bei Redouane und seinen, mir sehr lieb gewordenen Verwandten und Freunden. Danke für die schönen Tage.

 

In Ouatat-El-Haj kaufte ich noch viel Gemüse und Obst für meine Berberfamilie ein. Auch 10 Eier, die ja normalerweise lose transportiert werden.

Dem netten und interessierten Verkäufer im Magazin versuchte ich zu erklären, dass die Eier sehr gut verpackt werden müssen, da ich auch auf Pisten in den Bergen unterwegs sein werde. Ich zeigte kurz auf das Zebra. Die Eier wurden gut verpackt und verschnürt und kamen wohlbehalten an ihrem Bestimmungsort an.

 

 

Ich besuchte noch ein Café mit WLAN Zugang und genoss das Treiben in der Stadt.

 

Auf der N15 fuhr ich über Missour nach Midelt und folgte der N13 in Richtung Norden.

In Zeida/Zaida bog ich auf die R503 ab. Zehntausende von Schlaglöchern säumten die schlechte Asphaltstraße. Einige Kilometer weiter bog ich nach Izèr ab. Kurz vor dem Ort dann in Richtung Khenifra.

 

Diese Strecke bin ich vor einem Jahr im tiefsten Schnee gefahren, von dem man nun nichts mehr sah. Es ist eine traumhaft schöne Route, die auf kleinen Asphaltstraßen, auch von vielen Pisten unterbrochen, durch große Zedernwälder und auch an kleinen Weilern vorbei führt.

 

Teilweise bewegt man sich auf über 2000 m Höhe. Es war wieder eine herrliche Fahrt im schönen Abendlicht.

Wie es der Zufall wollte, begegnete ich wieder Mohamed, dem Schäfer. Ich stoppte. Wir umarmten und küssten uns.

Die Freude war groß, dass wir uns nach einem Jahr wieder begegneten.

Mohamed lud mich in sein Haus zum Tee und Abendessen ein. Auch übernachten sollte ich bei ihm und seiner Familie. Ich lehnte seine Einladung ab. Mein Kommen bei den Berberfrauen war für den Abend angekündigt.

 

Diesmal schenkte ich Mohamed nicht nur 2 Zigaretten, sondern eine ganze Packung und Fruchtsäfte. Ich wäre so gerne mit zu ihm und zu seiner Familie mitgekommen. Vielleicht beim nächsten Mal. Inshallah.

 

Die Sonne ging langsam unter und ich musste noch ca. 30 km auf Pisten durch die bergige Region fahren.

Gegen 20 Uhr traf ich bei meiner Familie ein. Ich wurde schon sehnsüchtig erwartet. Die Freude war groß, dass der Martin wieder hier ist. Auch Monkis, der Hofhund, den ich nur als Welpe kannte, begrüßte mich schwanzwedelnd.

 

Der Tee und anschließend die Tajine warteten nun auf uns. Wir machten es uns alle am wärmenden Ofen auf den Teppichen gemütlich. Ich fühlte mich wieder wie zu Hause und willkommen.

 

Hassna versuchte ich zu erklären, dass ich sie nicht heiraten werde. Redouane und Frank hatte ja vor einigen Wochen bei einem Besuch mit ihr gesprochen und ihr dies auch versucht zu erklären.

Es ist schon eine ganz andere Kultur mit einer anderen Denkweise der mir sehr liebgewordenen Menschen.

 

Obwohl wir uns nicht unterhalten können, gab es doch wieder viel zu erzählen.

 

Sehr still wurde es, als ich ihnen mitteilte, dass ich am nächsten Tag wieder weiterfahren werde.

 

Im letzten Winter verbrachte ich 5 Tage und im Sommer 7 Tage bei der Familie. Die Frauen wollten mir dies nicht glauben. Sie hatten noch einiges für die nächsten Tage mit mir geplant.

 

Ich zog mich in mein Appartement zurück und schlief im EG. Viele Gedanken gingen durch meinen Kopf. Es war sehr kalt in der Nacht.

 

Mama ist immer gegen 7 Uhr wach und sorgt für eine warme Hütte. Um 8 Uhr haben wir alle gemeinsam gefrühstückt. Es gab wieder leckere Pfannkuchen, die der Martin immer so mag. Dazu Honig, Marmelade und Olivenöl. 

Alle Frauen beknieten mich, doch noch 2 – 3 Tage zu bleiben. Ich blieb hart. Hassna war auffallend zurückhaltend und traurig.

 

Aus meinem mobilen Lager öffnete ich nun alle Schränke und zauberte zig Stofftaschen, gefüllt mit gebrauchter und neuer Kleidung, Kosmetik, Lebensmittel und anderer benötigten Dingen hervor. Das Geschnatter ging gleich los. Auch der Streit, wie die schönen Dinge untereinander verteilt werden.

 

Mama und ich beluden die beiden Esel mit Wasserkanistern und ritten zum Brunnen. 

 

 

Der Brunnen dient als Treffpunkt der Frauen in der Region. Es gibt immer viel zu bereden.

Zurück am Haus angekommen, man muss nur hinter den Eseln herlaufen, traf ich Allah den Nachbarn wieder, der gerade mit seinen vielen Schafen und Ziegen in Richtung Zedernwald unterwegs war. Für ihn und seine Familie hatte ich auch einige Geschenke mitgebracht.

Ich genoss diesen Vormittag in vollen Zügen und wollte nicht wieder weiterfahren. Es musste jedoch sein, auch um Hassna zu zeigen, dass es bei einem guten freundschaftlichen Verhältnis zur ganzen Familie bleiben solle.

 

Nach dem Mittagessen und einem Abschiedstee schloss ich die Türen am Zebra. Alle weinten. Ich auch.

Hassna habe ich noch in das ca. 25 km entfernte Khenifra mitgenommen. Sie macht gerade ihren Führerschein. Kostet ca. 28 Euro. Das ist jedoch sehr, sehr viel Geld für die Familie. Hasnna wollte gleich selbst dem Zebra fahren. Da warte ich doch erst mal ab.

 

Mein Tagesziel war der CP Zebra in Ozoud. Das sind noch 240 km. Ich wollte vor der Dunkelheit dort ankommen und fuhr den schnellsten Weg auf der N8 über Kasba Tadla und Beni Melal. Ca. 50 km südöstlich bog ich dann  in Richtung Ozoud ab.

 

Auf der hügeligen und teilweise recht kurvenreichen N8 war wieder viel LKW Verkehr. Ca. 8 km bin ich hinter einem vollbeladenen LKW hergeschlichen, der am Berg nicht mehr als 15 km/h schaffte.

 

An einer günstigen Stelle, gab mir der LKW Fahren Blinkzeichen. Ich folgte dieser Anweisung und überholte. Dieses Überholmanöver klappte sehr gut. Es war so gut, dass mich einige hundert Meter weiter, die Polizei bat, mal rechts ran zu fahren. Ich ahnte schlimmes. Den LKW hatte ich im Überholverbot überholt und eine durchgezogene Linie unterstich dies zusätzlich.

 

Einer der beiden Polizisten, konnte etwas englisch. Ich auch. Er informierte mich über meine beiden Vergehen und bat mich freundlich, den Quittungsblock seiner Hand, ihm 700 DH zu geben. Ich war geschockt und wiederholte diesen Betrag mehrmals mit einem leichten Kopfschütteln. Ich zeigte ihm die gewünschten Fahrzeugpapiere.

Wir Deutschen hätten doch genügend Geld, so der Polizist. Er fragte mich, was mein Beruf sei und was ich Deutschland arbeiten würde.

 

Es begann eine recht lebhafte Diskussion zwischen uns, bis ihm mein Smartphone, das an einer Halterung an der Frontscheibe befestigt war, ins Auge fiel. Hier war gerade die Navigationssoftware Osmand zu sehen.

 

Ich zeigte ihm einige Funktionen und machte ihn darauf aufmerksam, dass diese Software die Beste sei und diese kostenlos sei. Auch wir Deutsche müssen sparen. Nur so können wir das schöne Marokko bereisen.

 

Seine Augen und Ohren wurden immer größer, meine Verkehrsvergehen rückten in den Hintergrund. Er griff nach seinem Smartphone und ich zeigte ihm, wie er an die Software kam. Er war freute sich und bat mich, mich künftig an die Verkehrsregeln zu halten. Mit einen ehrlichen Shokran, Beslama und einem Lächeln auf meinen Lippen verabschiedete ich mich. 

 

Ich kaufte mir noch etwas Obst an einem kleinen Stand. Hier sprach mich ein Mann an. Ich war gleich vorsichtig. Er fragte mich ob ich in Richtung Ozoud fahren würde, falls ja, ob ich ihn bis zu seinem Haus mitnehmen könne.

 

Auch er sprach gebrochenes Englisch. So konnte ich mit ihm etwas unterhalten. Ich räumte meinen rechten Sessel leer. Lhoussaine machte es sich gemütlich im Arbeitszimmer und freute sich sehr und fühlte sich sichtlich wohl. Er studierte Agrartechnik und bestreitet sein Einkommen mit einer großen Bienenzucht. Er lobte immer wieder seinen sehr guten Biokakteenhonig. Unterwegs zeigte er mir immer wieder seine vielen Bienenhäuser. Die 15 Minuten Fahrt waren recht kurzweilig. Wir beide mochten uns.

 

Er lud mich noch zu einem Tee in sein Haus ein. Auch übernachten und zu Abend essen könne ich gerne bei ihm und seiner Familie. Ich zögerte kurz.

 

Die Sonne war schon untergegangen und ich wollte doch noch weiter nach Ozoud. Seine Adresse hatte er in mein Tagebuch eingetragen. Ich speicherte noch den Wegpunkt.

 

Ozoud erreichte ich bei Dunkelheit.

 

Auf dem CP Zebra traf ich Ali und Uschi, Günter und Elke und Christoph, den ich vor einem Jahr hier auf dem Platz kennengelernt hatte. Ich wusste nicht, dass sie alle hier waren.

 

Auch freute ich mich, Paul und Renate, die CP Besitzer wiederzusehen.

 

Wir genossen den Abend im Restaurant bei leckerem Essen, Tee, Bier und Vin Rouge.

 

 

Das gemeinsame Silvestertreffen war auf einem CP in der Nähe des Nationalparks Sous Moussa, südlich von Agadir, geplant. Lilli und Steffen waren gerade in dieser Ecke unterwegs. Da sind schon noch viele Kilometer herunter zu spulen. Auch diese Ecke kannte ich schon.

 

Ich beschloss, mit Christoph und Bongo, mal durch, den mir noch unbekannten, Erg Chegagga zu fahren.

 

Ali und Uschi wollten sich am nächsten Tag noch die Wasserfälle anschauen und anschließend weiter in Richtung Atlantik zum Silvestertreffen zu fahren.

Günter und Elke zusammen mit Christoph noch auf der traumhaften R 307 über Demnate nach Ouarzazate schleichen. Hier schloss ich mich an.

 

Burkhard, Kerstin, Theo, Steffi und Jochen waren weiter südlich unterwegs.

 

Die Nacht war kurz, die erste Dusche während der Tour ein Traum. Ich kam gleich meinen hausmännlichen Tätigkeiten nach und wusch noch viele Kleidungsstücke, die sich sicherlich freuten.

Ich frühstückte noch kurz zusammen mit den Mitarbeitern des CP. Einige kannten mich noch, als ich mit meinen 3 Berberfrauen hier im August aufkreuzte. Das blieb in den Köpfen hängen.

Gegen 10 Uhr verabschiedeten wir uns von Ali und Uschi und fuhren in Richtung unserem Tagesziel, der Stadt Ouarzazate.

Diese landschaftlich so traumhafte Stecke, die über 3 Pässe und teilweise auf über 2000 m führt, könnte ich immer wieder fahren. Noch schöner ist es, wegen dem Sonnenlicht, von Ouarzazate aus gen Norden zu fahren.

Wir genossen die grandiosen Landschaften mit ihren immer wieder wechselnden Farben, unterbrochen von kleineren Pausen, Fotostopps und einem Snack in einem sehr lebhaften Dorf.

 

Am frühen Abend erreichten wir bei Tageslicht den öffentlichen Campingplatz von Ouarzazate, der für eine Übernachtung ok ist.

 

Die Wohnungen wurden für die Nacht vorbereitet, dazu noch ein Bierchen geschlürft und Bongo dufte sich auch mal wieder seine 4 Beine vertreten.

 

Wir machten einen Spaziergang in die Vorstadt von Ouarzazate, wo wir auch unser Abendessen einnahmen.

Anschließend führte uns Christoph noch durch die sehenswerte Altstadt Taourirt.

 

Ich glaube, wir sind alle spät am Abend schnell weggesegelt.

 

Den nächsten Morgen gingen wir gemütlich an, wenn auch etwas früher als sonst.

 

 

Die beiden Badenser benötigten, wie so oft, ein bissle mehr Zeit um in Schwung zu kommen. Glaube Elke vermisste wieder die Standheizung. Ihr Günter nicht.

 

Beide wollten heute weiter in Richtung Atlantikküste zum Silvestertreffen und hatte noch sehr viele Kilometer abzuspulen.

 

Gegen 10.00 Uhr verabschiedeten wir uns vom CP und stoppten gleich wieder im Zentrum von Ouarzazate. Hier wurden noch Lebensmittel eingekauft, Dirham aus dem Automaten gezogen und Dimitri einen Besuch abgestattet. Hier hat man eine große Auswahl an alkoholischen Köstlichkeiten. Marokkanischer Rotwein war unser Favorit.

Christoph zeigte Günter und Elke noch einen Einstieg in eine Piste, bevor wir beide nach Zagora fuhren.

 

Landschaftlich auch eine sehr schöne Strecke.

Auf halber Strecke bogen wir von der N9 ab, und fuhren auf der linken Flußseite weiter in Richtung Zagora auf teilweise unbefestigten und staubigen Pisten, die durch sehr schöne und ursprüngliche Dörfer führte.

Manchmal sahen wir auch die Schäden, die das Hochwasser vom November 2014 angerichtet hatte.

 

Die eine oder andere Pause wurde eingelegt. Wir hatten ja Zeit.

Am Nachmittag trafen wir in Zagora ein und nahmen einen Tee im Zentrum ein.

Anschließend fuhren wir zum nahegelegenen Campingplatz Sindibad, den Christoph gut kannte. Er verbrachte schon sehr viele Wochen auf diesem wunderschönen, in einem Palmenhain, idyllisch gelegenen Platz. Dieser ist sehr einfach gehalten, saubere Sanitäranlegen, kostenloses WLAN und keine parzellierten Stellplätze. Dies wäre auch ein schöner Platz um sich zu treffen oder Silvester zu feiern. Offenes Feuer ist auf dem Platz erlaubt.

 

Vor hier aus sind es ca. 10 Gehminuten bis in das Stadtzentrum von Zagora.

 

Wir machten es uns erst einmal bei einem guten Tropfen gemütlich. Chris, ein Holländer, der einige Wochen mit seinem Toyota HZJ 75 in Marokko unterwegs war, fühlte sich auch sehr wohl im Palmenhain.

 

Zu Fuß spazierten wir im Abendlicht durch die Palmengärten bis runter zum Oued Draa. Christoph informierte mich über diese schöne Ecke wo wir gerade unterwegs waren.

 

 

Wieder auf dem schönen CP angekommen, machten wir uns hübsch für das Abendessen im Zentrum von Zagora. Christoph wurde auf dem Weg zum Zentrum sehr oft gegrüßt und angesprochen. Die sehr vielen und mehrwöchigen Aufenthalte in den vergangenen Jahren hinterließen ihre Spuren.

 

Wir ließen uns das Abendessen vor dem Restaurant schmecken und zogen noch durch die vielen Gassen in der Stadt weiter zum CP.

Nach einem Absacker suchten wir unsere Wohnungen auf.

 

Die herrliche Morgensonne weckte uns. Eine Oase der Ruhe dieser Campingplatz. Einige Vögel sangen für uns an diesem Silvestertag ein Lied.

 

Heutiges Ziel war die Durchquerung des Erg Chegaga.

 

Hier wollten wir auch die Silvesternacht verbringen. Ralf, Elke, Sina und Phillip waren dort auch unterwegs.

Nach dem Sonnenfrühstück kauften wir noch in der Markthalle Obst, Gemüse und Fleisch und machten das obligatorische Foto.

 

Auf der N9 fuhren wir in die kleine Oasenstadt M`Hamid am Oued Draa. Diese Stadt lebt überwiegend von den Touristen. Die Preise sind entsprechend höher.

 

Von hier aus werden viele ein- oder mehrtägige Geländewagentouren in den Erg Chegaga angeboten. Auch mehrtägige Kameltouren werden gerne von den Urlaubern gebucht.

 

Christoph und ich machten es uns in einem Café gemütlich und beobachten das Treiben.

 

Unsere Taxen stießen bei einigen Italienern auf Interesse, die auch mit nicht ausgebauten 4x4 unterwegs waren. Die kurze Wohnungsbesichtigung war gratis. 

 

Vorteilhaft war, dass Christoph schon mehrmals auf verschiedenen Pisten durch den Erg Chegaga gefahren ist. Diese Sandwüste, die auch an Algerinen grenzt hat eine Fläche von ca. 150 Quadratkilometern. Die Dünen sind bis zu 100 m hoch.

 

Ich brauchte mich um nichts zu kümmern. Nun den Staub, den Christoph´s Taxe aufwirbelte, durfte ich oft schlucken. Der Rest setzte sich gleichmäßig in der gesamten Wohnung ab.

 

Oft musste ich die Fenster schließen. Das Thermometer im Arbeitszimmer zeigte bis zu 37 Grad an. Es ist der 31.12.2016. Manchmal sehnte ich nach dem Ländle und den dort herrschenden kühlen Temperaturen. Jedoch nur manchmal.

 

Kurz nach der Einfahrt auf eine der Pisten wurde die Freilaufnaben verriegelt und der Allrad zugeschaltet. Den Reifenluftdruck reduzierten wir vorerst nicht.

 

Die anfänglich kurzen Sandpassagen wurden immer länger, die Hügel immer größer. Es machte Spaß im weichen Sand zu fahren. Das Wetter war herrlich.

 

An schattenspendenden großen Tamarisken machten wir die erste Pinkelpause.

 

Ein netter jüngerer und nicht aufdringlicher Mann, der mit seinen 3 Kamelen zurück auf dem Weg nach M`Hamid war, stoppte noch kurz bei uns und fragte nach Trinkwasser. Er war drei Tage mit Touristen in der Wüste unterwegs. Für den nächsten Tag war eine fünftägige Kameltour geplant.

Am Nachmittag erreichten wir die Heilige Oase d’oum Lâalag, wo wir auch eine längere Pause machten.

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Auszug aus Wikipedia:

L’Oasis sacrée d’oum Lâalag liegt 50 km südwestlich von M'hamid in Marokko an der alten Piste nach Timbuktu, wenige Kilometer vor der algerischen Grenze.

Die Oase ist etwa 15 Hektar groß und gilt als heilig, weil sie das kostbarste Reichtum der Wüste hat: Wasser. Die Quelle wird nach einem alten Volksglauben von einer schützenden Seele bewohnt. In der Oase gibt es ein Biwak-Lager, in dem nach strengen Regeln umweltfreundlicher Tourismus angeboten wird. Von dort kann man die hohen Dünen von Erg Chegaga auf dem Kamel oder im Geländewagen erreichen.

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Als Christoph seine Wohnungstüre am Heck öffnete, fielen seine Mundwickel in sekundenbruchteilen herab. Es sah nach Arbeit aus. Die Pistenfahrt hinterließ ihre Spuren.

 

Ralf sendete mir die Koordinaten seines Camps, das sich etwas abseits einer Piste befand. Luftlinie war das Camp ca. 16 km entfernt.

 

Gegen 16 Uhr nahmen wir wieder die Pisten unter die Räder und versuchten in Richtung WP zu fahren, was sich doch als etwas schwierig herausstellte.

Wir folgten Pisten, die in Richtung Ralfs Camp führten. Oft war dann keine Piste mehr vorhanden. Auch forderten einige lange Weichsandpassagen unsere volle Konzentration. Das Zebra musste sehr schwer arbeiten und kam oft an seine Belastungsgrenze. Es tat mir leid.

 

Manchmal fuhren wir blind durch den Erg. Die untergehende Sonne direkt vor den Augen forderten höchste Konzentration, besonders beim Befahren von hügeligen Weichsandfeldern.

 

Christoph hatte sich im Sand festgefahren. Der Zusatzschalthebel, für die Untersetzung sprang heraus. Es reichte die Zeit nicht mehr, diese gleich wieder einzulegen.

Die Schaufel und die beiden Anfahrhilfen wurden vom Dach demontiert. Nach 15 Minuten war der Spuk vergessen.

 

Bis auf 2,5 km Entfernung kamen wir an Ralfs Camp heran.

 

Es wurde etwas nebelig, die Sonne war bereits untergegangen. Bei Dunkelheit wollten wir nicht querfeldein fahren, auch um die Natur zu schützen.

 

Wir suchten uns, direkt neben einer Piste einen Übernachtungsplatz. Ralf, Elke, Sina und Philipp waren nun ca. 3,5 km von uns entfernt. Wir verabredeten uns für den nächsten Abend auf dem CP in Foum Zgiud

 

Das Silvestermenu wurde von Christoph vorbereitet.

Ein etwas aufgeregter Kamelhirte kam noch vorbei und fragte uns, ob wir ein Kamel gesehen hätten. Seine Taschenlampe machte auch Schlapp. Ich überreichte ihm passende Batterien.  

 

Wir genossen den klaren Sternenhimmel und die Stille bei leckerem Essen und Rotwein. Bis 24 Uhr blieben wir nicht wach.

2 Grad waren die Nachttemperaturen. Über 25 Grad die Tagestemperaturen.

 

Bevor uns die Sonne begrüßte, um uns ein friedvolles neues Jahr zu wünschen, kochte bereits in der warmen und gemütlichen Stube das Kaffee- und Duschwasser. Einmal im Jahr sollte "mann" doch die Outdoordusche nutzen.

 

Es war wunderbar, diesen herrlichen Sonnenaufgang zu erleben. Ich bedankte mich bei der Sonne für den neuen geschenkten Tag in meinem Leben.

 

Wir dachten, dass Ralf § Co. Noch bei uns vorbeifahren würden und ließen uns viel Zeit für das Frühstück.

 

3 Jugendliche besuchten uns und schauten neugierig in unsere Zimmer. Bongo sorgte dafür, dass genügend Abstand eingehalten wurde.

 

Gegen 11 Uhr sind wir dann in Richtung der kleinen Oasenstadt Foum Zguid gestartet. Die Sandpisten wechselten über auf, teilweise doch recht ekelhafte Steinpisten. Wellblechfeeling war garantiert.

 

Die weiten, riesigen und abwechslungsreichen Landschaften waren ein Traum. Mir persönlich gefiel der sehr weitläufige Erg Chegaga besser, wie der Erg Chebbi. 

 

Gegen 16 Uhr erreichten wir Foum Zguid. Am Ende der Piste war ein Militärposten. Dem freundlichen Soldaten überreichten wir ein Fichè.

Unsere hungrigen Mägen trieben uns umgehend in das Zentrum. Sie wurden mit einem leckeren Berberomlette und frisch gepresstem Orangesaft zufriedengestellt.

Gesättigt fuhren wir zum CP Khayma. Auch ein recht gemütlicher Platz. Leider fehlten auch hier die Touristen, die zu dieser Jahreszeit häufig den Campingplatz besuchten.

 

Wenn ich alleine in Marokko unterwegs bin, übernachte ich meist immer Outdoor.

Ich genoss jedoch den Luxus einer Dusche und die Gelegenheit mal wieder dringend meine Kleidung einzuweichen.

 

Die mobilen Appartements wurden wieder in einen wohnlichen Zustand gebracht.

Nun trafen Ralf mit seiner Frau Elke, deren Sohn Philipp und Ralfs Tochter Sina ein, mit denen wir leider nicht den Jahreswechsel im Erg Chegaga verbringen konnten. Die Freude war groß, die bekannten Schwaben hier im Süden Marokkos wiederzusehen.

Mit einem Glas Sekt wurde auf das neue Jahr und das Wiedersehen angestoßen. Es gab viel zu reden und Erlebnisse auszutauschen. Auch über die recht unfreundlichen oder kontaktscheuen Österreicher, die mit einem 4x4 MAN im Süden Marokkos unterwegs waren. Wir hatten diese auf dem CP Sindibad in Zagrora gesehen.

 

Es war Zeit, dass Christoph mit seinem Bongo eine Runde drehen musste. Wir schlappten alle hinterher. Der Weg führte uns durch die Oasengärten zum Alten Foum Zguid, dessen Lehmhäuser total verfallen sind.

 

Christoph informierte uns über so mache Details, bezüglich dem Leben der Menschen und über die Bauweise der Häuser.

 

In der Stadt kauften wir noch Brot und gingen bei untergehender Sonne zum CP zurück.

Dort angekommen, wurden aus den Tiefen des Unimogs noch schwäbische Käsespätzle ausgegraben. Der marokkanische Rotwein hatte mehr Geschmack J

Wir machten es uns am großen Tisch gemütlich.  Christoph erzählte noch einige Geschichten von seinen vielen Erlebnisse und Erfahrungen in Marokko.

 

Der CP Besitzer freut sich. Es kamen noch 2 weitere Fahrzeuge auf den Platz.

Ein Ehepaar mit 2 kleineren Kindern aus dem Norden Deutschlands, die mit einem Toyota J 15 mit Offroadanhänger unterwegs waren und ein Rentnerehepaar mit ihrem Joghurtbecher. Der freundliche Fahrer kam zu uns, mit der Fernbedienung für den Fernseher in der Hand, und bat uns um unsere Unterstützung. Der Fernseher im Wohnmobil funktioniere nicht. Leider konnten wir nicht weiterhelfen und genossen den schönen Abend vor unseren Appartements.

 

Wieder weckte uns die Morgensonne in der wir alle gemeinsam unser Frühstück einnahmen. Wie spartanisch frühstückten doch Christoph und ich immer. Es fehlte an Nichts auf den Tischen.

 

Am zweiten Tag des neuen Jahres waren alle gegen 10 Uhr bereit für die Abfahrt.

 

Christoph und Bongo sind im Oktober in Deutschland gestartet und Mitte Dezember nach Marokko eingereist. Ende März 2016 wollen sie wieder im Badischen ankommen. Es ging wieder zurück nach Zagora, wo Christoph noch einige Tage verbringen wollte. Auch den Service an seiner Taxe lässt er hier immer durchführen.

 

Mit den Schwaben wollte ich die nächsten 2 Tage gemeinsam über Taroudannt nach Essaouira schleichen. Ja, das wollte ich.

 

Im Zentrum von Foum Zguid machten wir auf dem Marktplatz noch einen Stopp um Postkarten in die Heimat zu versenden.

 

Ich wollte anschließend das Zebra zum Leben erwecken. Der Anlasser drehte durch, obwohl ich die Zündung sofort ausschaltete.

Rauch entwich aus der Motorhaube. Es begann im Innenraum fürchterlich zu stinken. Schnell raus aus dem Arbeitszimmer, die Motorhaube geöffnet, noch schnell eine 10er Gabelschlüssel in die Hand genommen und die Batterien abgeklemmt.

Kleine Flammen waren im Bereich des Anlassers zu sehen. Ich rief Ralf, dass er mit einem Feuerlöscher kommen solle. Meinen hatte ich sofort greifbar. Nach 2 kurzen Stößen waren die kleinen Flammen gelöscht. Vor 6 Monaten hatte ich glücklicherweise die Feuerlöscher ausgewechselt.

Der Tag begann wieder sehr aufregend. Wir sind in Afrika, in der Wüste, im äußersten Süden Marokkos und in einer kleinen Stadt.

Natürlich zog die ganze Aktion neugierige Blicke auf sich. Die Touristen, die 100 m weiter in einem Café auf ihre Guides warteten, schauten auch mal rüber.

 

Ein Kellner aus dem gegenüberliegenden Restaurant, schaute sich die ganze Misere an, und meinte, dass ich in einer Stunde (eine afrikanische Stunde. J) wieder weiterfahren könne.

Er fuhr mit seinem Moped los und kam mit einem Mechaniker zurück. Nach so vielem positivem Feedback, bat ich Ralf und Elke darum, dass sie weiter in Richtung Taroudannt fahren sollen. Ich käme dann nach. Alle wollten warten, bis das Zebra wieder gesund ist.

 

Der Anlasser war schnell ausgebaut und in einem desolaten Zustand. Der Mechaniker nahm diesen mit. Wohin wusste ich nicht. Nur dass es länger wie eine Stunde dauern würde.

Ich machte mir es draußen vor dem Restaurant mit freiem WLAN Zugang gemütlich, beobachtete das Leben auf dem Platz, genoss den Kaffee, die Tee´s, kühle Getränke, das gute Essen und aktualisierte mein Tagebuch.

Nach ca. 3 Stunden wurde ein Anlasser gebracht, der aus 2 Teilen bestand. Dieser sah anders aus, als der Originalanlasser. Besser als gar kein Anlasser. Zur Not gibt es ja auch den ADAC. 

 

Mit dem Überbrückungskabel wurde der Anlasser vor dem Auto erfolgreich auf seine Funktionsfähigkeit getestet. Wieder wurde der Anlasser mitgenommen um die beiden Teile zusammenzuschweißen.

Nach dem Einbau, einen neuen Ölfilter hatte ich auch gleich noch eingesetzt, wurden wieder Tests durchgeführt. So ganz traute ich der Sache nicht. Es klang nicht gut. Der Mechaniker meinte, dass dieser Anlasser gut funktioniere.

 

Inshallah erwiderte ich bezahlte 1000 DH für die ganze Aktion und fuhr gegen 16 Uhr in Richtung Taroudannt los.

 

Die R111, die in die Teppichstadt Tazenakht führt, ist landschaftlich auch sehr schön. Ich hatte wieder mit dem Abendlicht Glück und machte mehrere Fotostopps.

Der Anlasser funktionierte. Den 10 er Gabelschlüssel hatte ich jedoch immer in greifbarer Nähe.

 

Bis zu Ralf nach Taroudannt konnte ich es nicht mehr schaffen. In der Dunkelheit lange fahren, mochte ich nicht.

 

In Tazenakht bin ich auf der N10 in Richtung Westen bis in die Safranstadt Taliouine gefahren. Mein Bauchgefühl sagte, dass ich nicht irgendwo im Nirwana auf einem Acker übernachten solle. Zum Glück hatte ich mich darauf verlassen.

 

Ich hatte vor einem Jahr auf dem schönen CP TOUBKAL übernachtet und steuerte diesen auch an. Um 20.30 Uhr stoppte ich vor der Rezeption um mich anzumelden. Atman, der Besitzer erkannte das Zebra und mich sofort wieder und freute sich über mein Kommen. Auch hier blieben die Touristen aus.

 

Als ich zum meinem Platz fahren wollte, drehte der Anlasser wieder durch. Der Zündschlüssel war abgezogen. Nun hatte ich Übung und auch gleich den passenden Gabelschlüssel dabei. Die beiden Batterien klemmte ich sofort ab. Atman sagte, dass am nächsten Tag um 8 Uhr ein Mechaniker kommen werde.

 

Das Zebra konnte ich gerade so bis zum Standplatz rollen lassen. Der Anlasser war mir nun egal.

 

Nicht aber, dass links neben mir, ein Landrover Defender 110 aus der Schweiz parkte.

 

Die Standheizung konnte ich nun nicht mehr aktivieren. Ich verhaftete noch eine Büchse Sardinen, eingelegt in dünnflüssigem Sonnenblumenöl, aus dem Kaufland in Tuttlingen.

 

Während des gesamten Aufenthaltes in Marokko hatte ich immer nur mit der Hand, soweit möglich, gegessen. Ich hatte Übung.

 

Jedoch nicht damit, die Ölsardinen mit Brotstücken aus ihrem engen Gefängnis zu befreien. Diese zuerst auf einen kleinen Teller zu befördern, wie es üblich ist, wollte ich nicht. Da musste ich ja noch spülen.

Das Resultat waren, wegen den messerscharfen Dosenkanten, einige etwas ramponierte und blutige Finger an der rechten Hand. Gustiös war das Abendmenu dennoch.

Zum Ausklang des erlebnisreichen Tages genehmigte ich mir noch im Woh-Eßbereich einen recht großen Schluck italienischen Hustensaftes. Anschießend, ja meine Zähne hatte ich noch vor dem Appartement noch gereinigt, machte ich mich auf den Weg ind das Schlafzimmer im OG. Hier aktivierte ich mein Smartphone und lies mich noch von, der auf dem Smartphone gespeicherten, Musik berieseln.

 

Meine beiden Favoriten auf dieser Tour waren, neben traditioneller Berbermusik und  Songs von Ismael Lo, diese beiden Songs von Tito § Tarantula

 

https://www.youtube.com/watch?v=lMk89hMadms

https://www.youtube.com/watch?v=6KR_Nhm1BnA

 

Burkhard, Kerstin und Theo waren mir immer ein bis 2 Tage voraus. Steffi und Jochen sind Ende Dezember von Marrakech aus nach Hause geflogen.

 

Jochen parkte seine Taxe auf dem bewachten Parkplatz am Flughafen. Die Zollformalitäten bezüglich der Ausreise ohne Fahrzeug wurden schnell am Zoll erledigt.

Jochen kam Anfang Januar wieder mit seinen beiden Töchtern mit dem Flieger zurück nach Marokko um mit Ihnen eine mehrtägige Runde zu drehen.

Anschließend wieder gemeinsamer Rückflug. Im Februar wird Jochen, mit seiner richtigen Steffi wieder in Marokko unterwegs sein und mit dem Fahrzeug nach Hause fahren.

 

Irgendwann bin ich dann weggesegelt.

 

Antiafrikanisch pünktlich, um 8 Uhr, kam Hassan, der Mechaniker, mit seinem Auto und mit viel Werkzeug darin, an.

Zuerst versuchte er das Problem zu lösen, ohne dass der Anlasser wieder ausgebaut werden musste. Nach einer Stunde baute Hassan den Anlasser innerhalb 15 Minuten aus und nahm diesen mit.

Vorher frühstückten Atman, der CP Besitzer, Hassan und ich vor dem Zebra. Vielen Dank Atman für das leckere und typische marokkanische Frühstück und den guten Tee.

Der Schweizer LR Fahrer, der einige Wochen in Marokko unterwegs sein wird, erkundigte sich kurz nach dem Gesundheitszustand des Zebras.

Etwas später lernte ich Uwe und Angelika aus der Eifel kennen. Beide genießen seit Mitte 2015 ihren Ruhestand. Als ehemalige Lehrer können beide etwas früher ihr Rentnerleben genießen.

 

Früher sind auch mit dem VW Bus und später mit den Wohnmobil viel unterwegs gewesen. Nach vielen Jahren Pause, kauften sie sich spontan einen neuen Ford Pickup, setzten eine Kabine drauf und fuhren im Oktober los. Spanien war ihr Ziel. Dort entschlossen sie sich spontan auch mal Marokko zu bereisen.

Beide waren schon einige Wochen im Land unterwegs. Die erste Kupplung des neuen Fords wurde auch schon gewechselt. Vorsichtshalber wurde auch der Rahmen fachgerecht verstärkt.

Ja, Offroaderfahrung haben die beiden nun genügend in Marokko gesammelt. Auch lieben sie das einfache Leben, die Menschen und die freien Outdoorübernachtungen.

 

Wir tauschten noch Infos bezüglich Marokko aus. Uwe half mit, die Kontakte am Anlasser zu reinigen. Schade, dass wir uns nur so kurz getroffen hatten.

Der Anlasser wurde wieder eingebaut und getestet. Was Hassan daran änderte, bzw. reparierte wusste ich nicht. Nur so viel, dass seine Kollegen in Foum Zguid etwas schlampig arbeiteten und Hassan dem Anlasser nicht traute.

Hassan meinte nur, dass ich diesen in Allemagne sofort austauschen solle. Für die 6 Stunden Arbeit bezahlte ich 250 DH. Ich gab ihm noch einige Geschenke für seine beiden Kinder mit. Mit einer herzlichen Umarmung und Küsschen auf die Wangen verabschiedeten wir uns.

Nun ja, den Aussagen von Hassan und seiner Mimik nach zu urteilen, musste ich weiter mit Problemen rechnen. Der 10er Gabelschlüssel blieb griffbereit im Arbeitszimmer.

Es war schon 14 Uhr. Mein Ziel war die Hafenstadt Essaouira, die über 400 km entfernt ist. Also heute keine längeren Stopps und keine Nebenstrecken.

Es ging relativ flott auf den gut ausgebauten Straßen voran.

 

Kurz vor Agadir folgte ich der Autobahn in Richtung Norden. Auch eine landschaftlich sehr schöne Strecke.

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In Chichaoua fuhr ich von der Autobahn ab und folgte der, meist vierspurig und sehr gut ausgebauten R207 nach Essauoira. Schön war diese Fahrt auch, weil ich den herrlichen Sonnenuntergang und das zauberhafte Lichterspiel am Himmel genießen konnte.

 

Ralf und seine Begleiter waren bereits auf einem CP in Sidi Kaouki, südlich von Essaouira, angekommen. Günter und Elke waren auch auf dem Platz.

 

Meine Frau Garmin meinte es gut mit mir, und führte mich bei Dunkelheit viele Kilometer auf schlechten Pisten durch kleine Wälder zum Ziel, das ich gegen 20 Uhr erreichte.

 

Ich habe ich gefreut, alle wiederzusehen. Sie saßen noch mit gefüllten Mägen in einem nahegelegen Restaurant.

 

Wir gingen zurück zum CP und tranken noch einen Absacker vor Ralfs und Elkes Unimog. Hier stellten wir fest, dass es an der Zeit ist, wieder nach Hause zu fahren. Die Bier- und Weinvorräte neigten sich ihrem Ende.

 

Es stand sehr viel weiße Ware, mit abgedunkelten Fenstern auf dem CP. Eine absolute Ruhe herrschte auf dem gesamten Platz.

 

Nur wir saßen draußen in der frischen Meeresluft, genossen das Rauschen des Atlantiks, dessen Wellen in unmittelbare Nähe auf das Festland trafen.  

Glücklich und zufrieden suchten wir unsere Schlafzimmer auf.

 

Gut ausgeschlafen schaute ich mir in der Morgensonne aus dem OG den riesigen Campingplatz an. Hier könnte ich mich nicht mehrere Tage wohlfühlen. Das Ganze wirkte kühl und anonym.

 

8.30 Uhr. Es ist Frühstückszeit. Wieder ein großes und tolles großes Büffet mit frischem Brot. Die Sonne wünschte uns guten Appetit. 

Günter und Elke wollten heute weiter in Richtung Norden fahren, jedoch auch noch durch Essaouira schlendern.

 

Ich räumte kurz meine Wohnung auf um meinen vier Fahrgästen den bestmöglichen Komfort zu bieten. Im Unimog ist ja eigentlich alles vorhanden. Den Staubsauger hatten sie zu Hause vergessen. 

 

Gemeinsam fuhren wir in die beschauliche Stadt mit Flair. Für die Schwaben war es der erste Besuch in dieser malerischen Stadt.

 

Es war etwas schwierig einen Parkplatz in Hafennähe zu finden. Gegenüber vom Strand waren noch freie und bewachte Plätze vorhanden. 40 DH für den ganzen Tag.

 

Wir genossen den ganzen Tag in dieser schönen Stadt und am Hafen. Günter und Elke liefen uns auch über den Weg.

Sehr schade war, dass wir Burkhard, Kerstin und Theo nicht getroffen hatten. Sie waren auch kurz in der Stadt unterwegs und mussten weiter in Richtung Norden.

 

Viele schöne und nützliche und unnütze Dinge wurden eingekauft, Café besucht und gut gegessen. Einige Geschäfte hatte die Preise gesenkt. Grund auch hier, der starke Rückgang der Touristen.

 

Am späten Nachmittag begann es zu regnen. Ich freute mich für die vielen Menschen in diesem Land, die das Wasser dringend brauchten. In einigen Gebieten herrschte bereits Wasserknappheit.

 

Nachdem wir im Lampengeschäft unsere gut verpackten Leuchten abgeholt hatten, ging es im Regen, und leider auf Umwegen mit vollen Händen zurück zum Taxi.

Am CP angekommen nahmen wir noch geringe Mengen flüssiger Nahrung zu uns, verstauten die vielen Leuchten in den Kellerräumen des Unimogs, bevor wir uns alle in die Appartements verzogen.

 

Heute waren am Himmel dunkle Wolken zu sehen. Noch behielten sie ihre Last.

Elke, die sehr gut französisch spricht, rief bei Toyota in Casablanca an. Ich hatte mir überlegt auf dem Rückweg, falls möglich, dort einen neuen Anlasser einbauen zu lassen. Es war waren mehrere Telefonate notwendig, um mit einem kompetenten Mitarbeiter sprechen zu können.  Das Ergebnis war, dass die Toyotavertretung in Casablanca nicht in der Lage war, bzw. sich vielleicht weigerte, einen Anlasser für das Zebra zu beschaffen. Das ist schon traurig.

 

Morgen Nachmittag legte die Fähre von Tanger Med nach Sete ab, die Ralf gebucht hatte. Ich beschloss mich an den Minikonvoi zu hängen und mit in Richtung Norden zu fahren.

 

Ralf und ich hatten die Entfernung bis Tanger total unterschätzt. Wir gingen von ca. 400 km aus. Es waren jedoch noch mehr als 600 km, die in 1,5 Tagen zu bewältigen waren.

Es begann wieder zu regnen und es war ein langer Tag um im trockenen Arbeitszimmer sitzend, Kilometer zu schruppen.

 

In Essaouira, an einer Tankstelle, wurden die Fässer gefüllt. Wir folgten in einem Sonne-, Wolken- Regenmix der R301, die dem Atlantik entlang führte, bis in die Töpferstadt Safi.

Jedes Schlagloch war mit lehmig braunem Wasser gefüllt. Von den Hängen lief die Brühe auf die Straßen. 

In Safi legten wir einen Stopp ein. Hier schlenderten wir durch die Medina, kauften noch einige Töpferwaren, verhafteten Pfannkuchen und marokkanische Pizzen.

Wir fuhren, bei sehr wechselhaftem Wetter, weiter der R301 bis nach El-Jadida.

 

Ab hier nutzen wir die Autobahn um schneller vorwärts zu kommen. Vorbei an Casablanca und Rabat, unterbrochen von einigen kurzen Pausen, (danke Ralf für die leckeren Landjäger, die mich gerettet hatten) erreichten wir in der Nacht den CP in Moulay-Bousselham.

Unsere Mägen wurden bei einem guten Vesper im Wohn-und Essbereich des Mog´s unter Zugabe von den letzten leicht alkoholhaltigen Getränken, ruhig gestellt.

Die Nacht war etwas kurz. Kurz vor 7 aktivierte ich die Standheizung und suchte die Dusche auf. Das Wasser eher kalt als warm.

 

Angehnehme Temperaturen herrschten in der kompletten Wohnung. Das erste Frühstück fiel etwas spärlich aus. Der Kaffee schmeckte. Die Sonne war auch schon wach zeigte sich in einem schönen Licht.

 

Ich ging vor an das Meer zum kleinen Fischerhafen, der sich innerhalb der Lagune befand und genoss die Stille und drückte ein paarmal auf den Auslöser der Kamera.

Der Campingplatz war recht gut belegt. Einige Offroader verbrachten hier auch die Nacht oder auch einige Tage. Auffallend waren wieder die vielen Joghurtbecher in allen Variationen. Klein und kompakt, mit und ohne Anhänger, oder mobile Villen.

 

Günter und Elke mit ihrem G Pur habe ich auch am Zaun entdeckt. Sie schliefen wohl noch.

 

Nach und nach kam Leben auf dem großen CP auf. Im Cafè war WLAN verfügbar. Diese Gelegenheit nutzte ich bei einem Tee.

 

Die Schwabentruppe machte sich abfahrbereit. Sie wollten noch in Tanger einkaufen und rechtzeitig am Hafen ankommen.

Wir verabschiedeten uns. Doch wir trafen uns in Frankreich unerwartet wieder und kamen gemeinsam zu Hause an.

Günter und Elke mussten heute auch zur Fähre nach Tanger Med. Diese legte jedoch erst um Mitternacht ab.

 

Gegenüber von ihrem Fahrzeug stand auch ein VW T5. Die Fahrerin aus Neuwied war zum ersten Mal in Marokko unterwegs. Und das Alleine. Sie war nun auch auf der Rückreise mit vielen positiven Erinnerungen an diese Schöne Land und die netten Menschen.

Burkhard und Kerstin waren bereits in Spanien und holten dort noch ein neues, gebrauchtes, Spielzeug ab. Ihr Fuhrpark wächst und wächst.

 

Jochen ist, mit seinen beiden Töchtern, wieder in Marokko eingetroffen und war mit ihnen auf dem Weg in den herrlichen Antiatlas.

 

Ich machte mich auf den Weg nach Tanger zum Hafen. In der Stadt füllte ich noch alle Fässer bis zum Anschlag.

 

Jugendliche nutzen wohl Fahrzeuge mit hinteren oder seitlichen Trittbrettern um in der Stadt weiterzukommen.

Bei ersten mal sah ich im Rückspiegel in 3 Gesichter von Jugendlichen. Diese müssen wohl an einer Ampel aufgesprungen sein. Ich fuhr sofort rechts ran. Die Jungs machten sich umgehend aus dem Staub.

 

Und wieder an einer Ampel, ich fuhr gerade an, stand ein ca. 10 Jahre alter Junge, auf dem Trittbrett an der Beifahrerseite. Wieder sofort gestoppt.

An einer weiteren Ampel nochmals die gleiche, mich nervende, Prozedur.

 

Ich kaufte noch frisches Obst und Brot ein und fuhr zum Hafen. Es war nichts los. Ich kaufte mir ein Ticket für die nächste Schnellfähre nach Tarifa.

Die Zöllner langweilten sich. Die Zollabwicklung war in 5 Minuten erledigt. Ein Zöllner las den, seitlich auf dem Dach angebrachten Schriftzug “We are one World“ und fragte mich, ob das wirklich so ist.

Eine zwanzigminütige Diskussion begann. Das Zebra wurde dann noch mit Röntgenstrahlen durchleuchtet, bevor ich zum Fähranleger fahren durfte.

Mit etwas Verspätung legte die Fähre gegen 18 Uhr im Hafen von Tanger ab und gegen 19 Uhr in Tarifa an. Es war bereits dunkel.

Die Kapazitäten der Fähre waren gut ausgelastet. Entsprechend lange, ca. 30 Minuten, dauerte die Ausreise. Eine Zöllnerin fragte mich, ob ich anmeldepflichtige Waren mitführe. Ich zeigte auf meine 2 Stangen Zigaretten. Sie machte mir klar, dass nur 1 Stange erlaubt ist, lächelte und winkte mich durch.

 

Im mondänen Marbella, mann gönnt sich ja sonst nichts, wollte ich mir am Hafen, bzw. Strand ein Plätzchen für die Nacht suchen. Die Stadt war noch festlich geschmückt und viele Menschen waren unterwegs.

 

Ich versuchte oft an das Meer zu kommen. Die Straßen endeten oft in einer Sackgasse oder direkt vor irgendwelchen bewachten Nobelschuppen mit Privatstrand. Ich gab die Suche auf und fuhr noch bis Fuengirola. Unterhalb der Durchgangsstraße zog ich auf einem Parkplatz gegen 22.45 Uhr die Handbremse, begoss den nahegelegen Baum und bereitete mein Schlafzimmer vor. Im OG wollte ich wegen der Nähe zur Straße nicht schlafen.

 

Ich schlief tief und fest und wachte gegen 8:30 wieder auf. An meinen Baum konnte ich leider nicht mehr pinkeln. Es war schon viel los und der Parkplatz wurde immer voller.

Ich ging rüber zum DIA Markt und deckte mich mit frisch aufgebackenem Brot und Käse für unterwegs ein. Das Frühstück nahm ich vor dem Zebra ein.

 

Die Spannung stieg als ich das Zebra zum Leben erweckte. Es wurde schnell wach und ich konnte wieder entspannt, bei herrlichem Sonnenschein, weiter in Richtung Osten schleichen. In der Ecke um Granada begann es mal leicht zu regnen. Die Berggipfel in der Sierra Nevada waren schneebedeckt.

 

 

Von unterwegs informierte ich Andy, der bei extrem Fahrzeuge in Schwenningen arbeite über das Anlasserproblem. Er bestellte gleich einen Neuen. Vielen Dank Andi für deine Hilfe und Unterstützung.

 

Burkard und Kerstin mit ihren beiden Fahrzeugen, hatten einen Tag Vorsprung.

 

Über Murcia, Valencia  ging es staufrei bei meist herrlichem Wetter und schönen Landschaften weiter, bis in die Nähe von Pensicola.

In einer kleinen Stadt bog ich ab in Richtung Meer. In Hafennähe fand ich einen schönen und ruhigen Übernachtungsplatz mit Campingverbot für die weiße Ware. Zebras waren davon wohl ausgenommen. Die Polizeistreife, die öfters mal vorbeifuhr, ignorierte dies.

Zum Abschluss des Tages genehmigte ich mir noch etwas dickflüssige Medizin vor dem Zebra mit Meeresblick. Ich zog um vom Schlafzimmer im EG in das OG.

 

Am nächsten Morgen hatte ich einen herrlichen Blick auf den Hafen und das Meer. Die aufgehende Sonne wünschte mir einen schönen Tag.

 

In Tarragona kaufte ich in einem großen Supermarkt noch ein und füllte den Tank mit günstigem Diesel auf. Hier streikte kurz der Anlasser. Nun hatte ich bis zur Ankunft zu Hause immer ein schlechtes Gefühl.

 

Gut war jedoch, dass Ali und Uschi ca. Stunden Fahrzeit hinter mir waren. Günter und Elke am Abend in Hafen  von Sete eintrafen.

 

Die Fähre auf der Ralf und seine Gruppe waren, legte mit Verspätung in Tanger Med ab und musste wegen eines Maschinenschadens noch den Hafen von Barcelona anlaufen, bevor es nach Sete weiterging.

Kurz vor Barcelona bin ich wieder auf die mautpflichtige AP7 in Richtung Frankreich gefahren. Ca. 20 km vor Girona machten mich 2 Männer darauf aufmerksam, dass am Zebra etwas nicht stimmte. Einer der Männer deutete mit seinem Hand immer auf das Heck.

Der Opel Insignia fuhr vor mir her und gab Blinkzeichen, dass ich am nächsten Parkplatz anhalten solle. Und dieser war auch gleich in der Nähe.

Schon öfters hatte ich von Bekannten gehört, teilweise haben diese dies auch in Spanien selbst erlebt, dass die Fahrzeuginsassen, mit diesem Trick bestohlen oder unter Gewaltandrohung ausgeraubt wurden. 

Man wird in ein Gespräch verwickelt, hinten am Auto etwas gezeigt, während der Komplize das Fahrzeug ausräumt.

Ich war vorsichtig, fuhr jedoch auf den Parkplatz. Gleich an Anfang stoppte ich, stieg aus und drehte eine schnelle Runde um das Zebra. Es war gesund, bis auf den Anlasser. Der Motor lief.

Die beiden Männer, die ca. 100 m weiter vorne parkten waren etwas irritiert. Ich fuhr an ihnen vorbei. Pech gehabt.

 

Wieder wurden Kontrollen an der Grenze zu Frankreich durchgeführt. Der Himmel war ab der Grenze bewölkt. Das blieb auch so.

 

In Orange verließ ich kurz die Autobahn um noch einzukaufen. Ich traute mich nicht den Motor auf dem Supermarktparkplatz auszumachen. Der Zündschlüssel blieb im Schloss. Das Zebra schloss ich mit dem Ersatzschlüssel ab. Auch beim Tanken lief der Motor. 

 

Ich fuhr weiter das Rhonetal hoch. Vor Lyon war noch wegen eines Unfalls ein längerer Stau. In der Nähe von Bourg en Bresse habe ich auf dem Parkplatz der Raststätte Air du Jura, nach reiflicher Überlegung den Zündschlüssel gezogen. Bis nach Hause durchfahren wollte ich nicht.

 

Günter und Elke, die ca. 3 Stunden Vorsprung hatten, trafen gegen 2 Uhr in Offenburg ein.

 

Die Unimog und LC Besatzungen sind vom Hafen in Sete durchgefahren und trafen gegen 5 Uhr auf dem Parkplatz ein.

Nach einer Pause fuhren wir im Konvoi, unterbrochen von weiteren Pausen, weiter in Richtung Heimat.

 

In der Nähe von Freiburg trennten sich unsere Wege.

 

Über den Hochschwarzwald ging es bis Tuttlingen, wo ich gegen 14 Uhr eintraf.

 

Bin direkt in den Innenhof an die Haustüre gefahren um das Zebra zu entladen. Anschließend wollte ich es wieder starten. Der Anlasser drehte durch, obwohl der Zündschlüssel abgezogen war. Ein schlimmes krächzendes Geräusch. Sofort klemmte ich geübt die Batterien ab.

 

Hassan, der Mechaniker in Taliouine hatte sein Wort gehalten, dass ich noch bis nach Hause kommen werde.

 

Das Zebra wurde huckepack mit dem ADAC LKW in die Klinik extrem Fahrzeuge transportiert, wo es auch gleich das Namensschild zur Identifizierung bekam.

 

 

 

 

Allgemeine Informationen:

 

Günstigste Dieselpreise:

Frankreich: € 0,94/L

Spanien: € 0,91/L

Marokko: € 0,67/L (Gasoil 50)

 

Kurs:

10 MAD ca. 0,90 Euro

Getauscht hatte ich immer in den Banken. Ist oft ein Erlebnis. Zeit braucht man jedoch.

 

Kosten Fähren:

Almeria -  Melilla: € 152.-, Dauer ca. 6 Stunden

Tanger-Tarifa: € 121.-, Dauer ca. 45 Minuten (Schnellfähre)

 

Das Wetter während meiner Tour in Marokkos Norden:

Tagestemperaturen zwischen ca. 15 und 23 Grad.

Tiefsttemperatur in der Silvesternacht im Erg Chegaga: 2 Grad

Überwiegend schöne Sonnentage. Zusammengefasst ca. 1 Regentag.

 
Reiseliteratur an Bord:

Marokko, Reise Know How

Edith Kohlbach, Reisehandbuch Marokko

 

Navigation:

Garmin 278

Smartphone. Offlinenavigation mit Osmand. Zu empfehlen.

Landkarten: Marokko, Reise Know-How und MARCO POLO

 

Kommunikation:

Handy mit SIM Karte der Maroc Telecom.

Telefonieren und Simsen kann man damit nur im Inland. Wer ins Ausland telefonieren möchte, muss einen anderen Tarif wählen. Nach Sonderaktionen der Maroc Telecom fragen.

Es gibt immer mehr Cafés und Restaurants mit freiem WLAN Zugang. Hier wegen dem Zugangscode fragen.

Bei der Maroc Telecom kann man beispielsweise für einen Monat oder länger auch eine Internetflat buchen.